CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf Nachrichten https://krebszentrum-cio.de/ aktuelle Nachrichten vom Centrum für Integrierte Onkologie Aachen Bonn Köln Düsseldorf de-de CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf Thu, 02 Jul 2020 15:00:56 +0200 Thu, 02 Jul 2020 15:00:56 +0200 TYPO3 EXT:news news-1189 Fri, 05 Jun 2020 13:32:49 +0200 Zukunftsperspektiven für junge Krebsforscher /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1189&cHash=f17037450b78beac604cf7a795c1ef03 Unikliniken Köln und Bonn starten mit Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum Die Unikliniken Köln und Bonn haben als Doppelstandort mit einem Konzept zur Interaktion von Tumorgenomik und Tumorimmunologie überzeugt, sie haben ein Mildred-Scheel-Nachwuchszentren erhalten. Beide Standorte arbeiten im Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) schon seit über zehn Jahren zusammen und wollen nun auch gemeinsam den Nachwuchs in Medizin und Naturwissenschaften im Rahmen der neu gegründeten „Mildred Scheel School of Oncology Cologne-Bonn“ (MSSO Cologne-Bonn) fördern. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Projekt über fünf Jahre mit zehn Millionen Euro.

Das von der Deutschen Krebshilfe ausgeschriebene Programm fördert Karrieren in translationaler Onkologie. Das bedeutet: Das Ziel dieser Maßnahme ist es, Erkenntnisse aus dem Labor so schnell als möglich in die Klinik zu überführen (Translation). Das MSSO Cologne-Bonn ist eines von deutschlandweit fünf dieser neuen Zentren in Deutschland. Die übrigen Zentren entstehen in Dresden, Frankfurt, Hamburg und Würzburg. Hintergrund dieser Initiative der Krebshilfe ist ein „eklatanter Mangel“ an Nachwuchsforschern in der Krebsforschung, erklärte die Organisation.

Die MSSO Cologne-Bonn fördert junge Krebsforscherinnen und Krebsforscher mit einem dreiteiligen Programm: Studierenden der Medizin werden mittels Stipendien erste Laborerfahrungen ermöglicht, Mediziner erhalten die Möglichkeit, anspruchsvolle wissenschaftliche Projekte in herausragenden Laboren über mehrere Jahre zu verfolgen und Absolventen der Naturwissenschaft erhalten Zugang zu klinischen Proben und erlernen so, klinische Fragestellungen aufzugreifen und zu beantworten.

„Durch diese enge Interaktion von Medizin und Wissenschaft gelangen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in beschleunigter Weise in die klinische Krebstherapie“, sagt Prof. Dr. Roland Ullrich, der die Mildred Scheel School of Oncology Cologne-Bonn leitet. Er hat diese Funktion im Mai von Prof. Dr. Christian Reinhardt übernommen, der dem Ruf an das Westdeutsche Tumorzentrum Essen gefolgt ist, dem Netzwerk der Mildred-Scheel-Zentren aber als Vizesprecher erhalten bleibt.

Die MSSO Cologne-Bonn konzentriert sich inhaltlich auf die Entschlüsselung von genetischen Veränderungen, die zur Tumorentstehung führen. Kölner Forschungsgruppen arbeiten darüber hinaus an der Entwicklung von Therapieansätzen, die hochspezifisch solche Tumorzellen eliminieren, die bestimmte Mutationen in ihrer DNA tragen. In Bonn besteht große Expertise in der Tumorimmunologie. „Diese Disziplin hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Renaissance erlebt. Es gibt mittlerweile zugelassene Medikamente, welche die Aktivität des Immunsystems, speziell von T-Zellen, gegen den Tumor erhöhen“, so Prof. Dr. Michael Hölzel, Direktor des Instituts für Experimentelle Onkologie an der Uniklinik Bonn, Sprecher des MSSO Training Programms.

Insgesamt entstehen in Köln und Bonn im Rahmen des Mildred-Scheel-Nachwuchszentrums vier unabhängige Nachwuchsgruppen. „Unsere Besonderheit liegt dabei auf dem inhaltlichen Zusammenspiel zwischen Tumorgenomik und Tumorimmunologie, welches es so in Deutschland noch nicht gibt“, hebt der neue Leiter Prof. Ullrich hervor. Er führt in der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln den Schwerpunkt Sarkome und ist Leiter der Arbeitsgruppe Krebstherapie und Molekulare Bildgebung.

Weitere Informationen: msso-cologne-bonn.de/

Für Rückfragen:

Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548

E-Mail: presse(at)uk-koeln.de

 

]]>
News Pressemitteilung CIO
news-1186 Sun, 31 May 2020 01:00:00 +0200 Weltnichtrauchertag /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1186&cHash=1929738119fc4c243dfd964c30593d18 Raucher scheinen besonders anfällig für Coronavirus zu sein Am 31. Mai 2020 ist Weltnichtrauchertag. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie erlangt dieser Tag eine besondere Bedeutung. Denn Raucher sollen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19-Krankheit haben. Ein Grund mehr, um aufzuhören. Aus diesem Anlass macht das Centrum für Integrierte Onkologie (CIO Bonn) des Universitätsklinikums Bonn (UKB) auf die Gefahren des Rauchens und Passivrauchens aufmerksam. 

Weltweit sterben jährlich etwa acht Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums, davon etwa eine Million Menschen durch Passivrauchen. 
Besondere Brisanz erhält das Thema Rauchen aktuell durch die Coronavirus-Pandemie. Forscher aus dem chinesischen Wuhan berichteten, dass Patienten mit einer Vorgeschichte des Rauchens ein um rund 13 Prozent höheres Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 haben als Nichtraucher. In China waren von schweren Covid-19-Verläufen vor allem Männer betroffen. Ein möglicher Grund dafür ist die Tatsache, dass rund 52 Prozent der chinesischen Männer, aber nur 2,7 Prozent der chinesischen Frauen rauchen. Neben allgemeinen Lungenschäden durch Tabakrauch, die den Verlauf von Covid-19 erschweren, scheint es auch einen direkten Mechanismus zu geben, der dem Coronavirus den Befall erleichtert. Demnach haben Raucher mehr ACE-2, ein Enzym, das Coronaviren nutzen, um in die Zellen einzudringen. Außerdem komme es durch das Rauchen auch generell zu einem vermehrten Hand-Mund-Kontakt, der das Risiko einer Infektion begünstige, so Prof. Dirk Skowasch. Leiter der Sektion Pneumologie am UKB.

Darüber hinaus sei das Rauchen einer der wichtigsten Risikofaktoren für das Entstehen bösartiger Erkrankungen der Lunge, bei Kopf-Hals-Tumoren sowie zahlreicher anderer Krebsarten wie Harnblasenkarzinome und Karzinome der Speiseröhre, berichtet Prof. Peter Brossart, Direktor des CIO Bonn und der Medizinischen Klinik III für Onkologie und Hämatologie am UKB. Prof. Skowasch, erläutert, dass bei Lungenkrebs in Deutschland sogar über 80 Prozent und bei COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) nahezu alle Fälle der Erkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen seien. „Auch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle ist bei Rauchern doppelt so hoch. Jeder zweite Raucher stirbt an den Folgen des Rauchens“, so der UKB-Lungenarzt. 
Zudem fordere das Passivrauchen allein in Deutschland jährlich mehrere tausend Todesopfer. Dr. Tanja Menting, Leiterin des betriebsärztlichen Dienstes am UKB, betont: „Durch das Rauchen schadet man sich selber, aber viel schlimmer noch – man verletzt seine Verantwortung als Elternteil und/oder Mitmensch, weil man seine Kinder beziehungsweise Mitmenschen dem Rauchen aussetzt“. Auch Prof. Ingo Schmidt-Wolf, Direktor der Abteilung für Integrierte Onkologie des CIO Bonn am UKB, meint: „Der jährliche Weltnichtrauchertag ist eine sehr gute Gelegenheit auf die Gefahren durch das Rauchen für sich selbst und seine Liebsten hinzuweisen. Auch der neue Trend der E-Zigaretten erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken. Es lohnt sich also, aufzuhören oder erst gar nicht mit dem Rauchen anzufangen“.

Doch wie gelingt das Aufhören am besten, wenn der Wunsch bereits da ist? Verhaltenstherapeutische Maßnahmen, wie zum Beispiel Nichtraucherkurse, sind besonders effektiv. Diese werden generell über das „Rauchfrei-Programm“ am Institut für Hausarztmedizin am UKB angeboten. Sobald sich die Corona-Situation verbessert, werden die Kurse auch wieder angeboten.

Das Centrum für Integrierte Onkologie – CIO Bonn ist das interdisziplinäre Krebszentrum des Universitätsklinikums Bonn. Unter seinem Dach arbeiten alle Kliniken und Institute am Universitätsklinikum zusammen, die sich mit der Diagnose, Behandlung und Erforschung aller bösartigen Erkrankungen befassen. Das CIO Bonn gehört zum bundesweiten Netzwerk ausgewählter Onkologischer Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe. Vor kurzem wurde aus dem seit 2007 bestehenden CIO Köln Bonn mit den universitären Krebszentren aus Aachen, Köln und Düsseldorf das "Centrum für Integrierte Onkologie - CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf" gegründet. Gemeinsam gestaltet dieser Verbund die Krebsmedizin für rund 11 Millionen Menschen.

 

Weitere Informationen: http://hausarztmedizin-bonn.de/rauchfrei-programm


Kontakt

Prof. Dr. Peter Brossart
Direktor Medizinische Klinik und Poliklinik III
Innere Medizin mit den Schwerpunkten Hämatologie-Onkologie, Immunonkologie und Rheumatologie
Vorstandsvorsitzender des CIO Bonn
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: +49 228 287-22234
E-Mail: heike.lerbs(at)ukbonn.de

Dr. med. Tanja Menting
Leitende Betriebsärztin
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: +49 228 287-19236/16176
E-Mail: tanja.menting(at)ukbonn.de

Prof. Dr. Ingo Schmidt-Wolf
Direktor Abteilung für Integrierte Onkologie
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: +49 228 287-17048
E-Mail: tanja.schuster(at)ukbonn.de

Prof. Dr. Dirk Skowasch
Leiter Sektion Pneumologie
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: +49 228 287-16670
E-Mail: dirk.skowasch(at)ukbonn.de

Prof. Dr. Birgitta Weltermann
Direktorin Institut für Hausarztmedizin
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: +49 228 287-11156
E-Mail: hausarztmedizin@ukbonn.de

]]>
News Pressemitteilung Bonn
news-1182 Wed, 20 May 2020 11:37:36 +0200 Warum Lymphdrüsenkrebs das Gehirn befällt /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1182&cHash=a101780ff6c4a375bc6b9760ce5d8fa2 Forscher entdecken Wachstumsstrategien von Tumorzellen Das primäre Lymphom des Zentralnervensystems ist ein spezieller Lymphdrüsenkrebs, der ausschließlich im Gehirn auftritt. Die Häufigkeit dieses bösartigen Tumors hat weltweit zugenommen und zumeist eine schlechte Prognose. Im Rahmen eines von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojektes an der Uniklinik Köln haben Forscher um Martina Deckert und Manuel Montesinos-Rongen nun besondere Wechselwirkungen zwischen den Krebszellen und dem Gehirn entdeckt. Ihre Untersuchungen liefern nicht nur eine Erklärung, warum diese Tumorart gerade im Gehirn auftritt und weshalb die Heilungschancen so schlecht sind, sondern bieten auch neue Ansätze für die Entwicklung gezielterer Therapieformen.

Es ist ein erstaunliches Phänomen, dass es spezielle Arten von Lymphdrüsenkrebs gibt, die im Gehirn auftreten. Diese können sich sogar ausschließlich als sogenannte „primäre ZNS-Lymphome“ im Gehirn manifestieren. Offenbar entwickeln diese bösartigen Krebszellen besondere Strategien, die es ihnen ermöglichen, sich besonders leicht im Gehirn zu vermehren. Dies ist für erkrankte Patienten lebensbedrohlich, weil derzeitig verfügbare Therapien keine Heilung bewirken können.

Um zu verstehen, welche Strategien die bösartigen Zellen nutzen, um im Gehirn besonders schnell wachsen zu können, hat die Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Dr. Martina Deckert und Prof. Dr. Manuel Montesinos-Rongen am Institut für Neuropathologie der Uniklinik Köln jetzt im Rahmen eines von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojektes die Entwicklung des für diese Zellen einzigartigen sogenannten B-Zell-Rezeptors detailliert charakterisiert. Der B-Zell-Rezeptor vermittelt wesentliche Signale zwischen der Umgebung der Zelle und dem Zellinneren, wobei seine spezifische Bindung an Proteine der Umgebung von zentraler Bedeutung ist.

Den Forschern ist es nun durch molekulare Untersuchungen gelungen, Veränderungen des B-Zell-Rezeptors im Laufe der Entwicklung zur Tumorzelle zu verfolgen. Sie konnten zeigen, dass die bösartigen Krebszellen sich aus Vorläuferstadien entwickeln, welche körpereigene Bestandteile erkennen. Aufgrund dieser Merkmale hätten sie eigentlich im gesunden Organismus eliminiert werden müssen. Sie konnten ihrem Todessignal, dem sogenannten programmierten Zelltod, jedoch entgehen, weil sie bereits spezifische genetische Eigenschaften durch Mutationen erworben hatten, die ihnen einen Überlebensvorteil bieten. So können sie unentdeckt an der im Körper ständig stattfindenden Reifung von B-Lymphozyten teilnehmen.

Ein besonders wichtiger Teilprozess der physiologischen Reifung von B-Lymphozyten ist die Veränderung (Modulation) ihres B-Zell-Rezeptors, wodurch er mit Strukturen der Umgebung der Zelle besonders gut interagieren kann. In diesem Prozess kann es im Organismus zu einer weiteren, folgenschweren Fehlentscheidung kommen, welche für die Krebsentstehung mitverantwortlich ist: Die Krebsvorläuferzelle nimmt zwar an einem Teilprozess der Reifung teil, erreicht aber nicht ihr Ziel. Stattdessen verändert sie ihren B-Zell-Rezeptor so, dass er viele Strukturen anstelle einer einzigen erkennt. Eine solche Veränderung ist für den gesunden Organismus ein Signal, das normalerweise den programmierten Zelltod in Gang setzt. Doch auch an dieser Stelle greifen die üblichen Kontrollmechanismen nicht mehr. Das Versäumnis einer Eliminierung der Krebsvorläuferzelle ist besonders fatal, weil diese im Laufe ihrer Entwicklung weitere genetische Eigenschaften erworben hat, die sie befähigen, sich ungehemmt zu vermehren.

Für den Befall des Gehirns ist also entscheidend, dass die Zelle – neben ihrer Entwicklung hin zur bösartigen Krebszelle – ihren B-Zell-Rezeptor so verändert hat, dass er viele Strukturen im Gehirn erkennen kann. Dadurch ist die Zelle nun in der Lage, die Interaktion mit diesen hirneigenen Strukturen geschickt zu nutzen, um darüber Signalwege für ihr Wachstum und ihre Vermehrung zu aktivieren.

Diese neuen Erkenntnisse der Kölner Forscher sind für das Verständnis der bislang unklaren Organaffinität (Tropismus) dieser Form von Lymphdrüsenkrebs zum Gehirn und dessen Aggressivität von grundlegender Bedeutung und wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Haematologica publiziert. Daraus ergibt sich nun die Herausforderung, passgenaue therapeutische Konzepte zu entwickeln, deren Ziel es ist, die Krebsvorläuferzellen in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung zu entfernen bzw. die Interaktion des B-Zell-Rezeptors mit Strukturen im Gehirn zu unterbinden.

Hintergrund Wilhelm Sander-Stiftung:
Die Wilhelm Sander-Stiftung hat dieses Forschungsprojekt in zwei Förderphasen von jeweils zwei Jahren unterstützt. In der ersten Förderperiode wurde das Forschungsvorhaben mit rund 170.000 Euro und in der anschließenden zweiten Förderperiode mit rund 191.000 Euro unterstützt. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt rund 245 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz ausbezahlt. Damit ist die Wilhelm Sander-Stiftung eine der bedeutendsten privaten Forschungsstiftungen im deutschen Raum. Sie ging aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen: https://wilhelm-sander-stiftung.de/

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548

E-Mail: presse(at)uk-koeln.de

Kontakt Wilhelm Sander-Stiftung:
Henrike Boden
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit & Stiftungskommunikation
Tel.: 089 544187-0
Fax: 089 544187-20

E-Mail: boden(at)sanst.de

 

]]>
Pressemitteilung Forschung Lymphom Köln
news-1183 Wed, 20 May 2020 08:00:00 +0200 Thoraxchirurgie aus einer Hand /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1183&cHash=19c31b9eb3d3a4b0587969638dfe5a05 Universitätsklinikum Bonn und Malteser Krankenhaus arbeiten in Wissenschaft, Lehre und Patientenversorgung zusammen Malteser-Chefarzt übernimmt neu geschaffene Professur für Thoraxchirurgie und Sektionsleitung am UKB – Kooperation bringt Vorteile für Patienten mit Lungenerkrankungen
 
Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) und das Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg kooperieren seit Mitte April in der Thoraxchirurgie: Prof. Dr. Joachim Schmidt, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie im Malteser Krankenhaus und Leiter des Lungenkrebszentrums Bonn/Rhein-Sieg, hat zum 15. April nicht nur die Leitung der Sektion Thoraxchirurgie am UKB, sondern auch die neu geschaffene Professur für sein Fachgebiet an der Medizinischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn übernommen. Damit leitet er in Personalunion die thoraxchirurgischen Abteilungen an beiden Kliniken und übernimmt zudem die entsprechenden Aufgaben in Forschung und Lehre an der Universität Bonn.
Stärken, die ineinander greifen – zum Wohle des Patienten
„Mit dieser Kooperation verbinden wir zwei Abteilungen eines Fachgebietes mit ihren jeweiligen Stärken: Das Malteser Krankenhaus und seine Partner in dem seit vielen Jahren etablierten kooperativen Lungenkrebszentrum haben große Expertise in der Versorgung von Patienten mit Krebserkrankungen der Lunge und im Brustraum. Das UKB bringt nun neben der universitären Patientenversorgung zusätzlich seine Ressourcen und Stärken in den Bereichen Forschung und Ausbildung des medizinischen Nachwuchses ein. Beide Abteilungen miteinander zu verbinden und auszubauen, bringt gleichermaßen klare Vorteile für alle Patienten und auch für die Studierenden in einem Zentrum der Spitzenmedizin“, erklärt Prof. Dr. Jörg Kalff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, in welche die Sektion Thoraxchirurgie eingebunden ist.
„In den vergangenen Jahren haben wir nicht nur die Anzahl der thoraxchirurgisch behandelten Patienten im Malteser Krankenhaus kontinuierlich gesteigert, sondern auch moderne und innovative Operationstechniken wie Roboter-assistierte Eingriffe eingeführt, weiterentwickelt und etabliert. Diese Expertise mit den hochspezialisierten apparativen und personellen Möglichkeiten des UKB zu verbinden, ermöglicht uns – gemeinsam mit unseren Partnern – für jeden Patienten noch passgenauere Therapiekonzept anbieten zu können“, ergänzt Prof. Dr. Schmidt. Konkret könnte dies bedeuten: Benötigt ein schwerkranker Patient für eine Operation eine hochspezialisierte Versorgung wie beispielsweise eine ECMO-Therapie (extrakorporale Membranoxygenierung: Verfahren, bei dem eine Maschine die Sauerstoffanreicherung des Blutes außerhalb des Körpers übernimmt), bieten die beiden Kliniken solche komplexe Therapieoption nun am UKB aus einer Hand an. „Dieser fachliche Zusammenschluss gleicht den beiden Lungenflügeln – jeder für sich leistet gute und wichtige Arbeit, aber nur zusammen ist die Leistung optimal“, vergleicht Prof. Dr. Schmidt.

Modernste Operationstechniken bei Lungenkrebs

Prof. Holzgreve, der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKB sieht in der Zusammenarbeit einen weiteren bedeutenden Meilenstein, der Kooperation des UKB mit anderen Kliniken und Abteilungen in der Bonner Krankenhauslandschaft zu Wohle der Patienten und der Forschung.
Schmidt kam vor gut 3 Jahren als Chefarzt am Malteser Krankenhaus nach Bonn zurück. Zuvor war er am Universitätsklinikum Münster tätig – den Beginn seiner chirurgischen Ausbildung hat er allerdings am UKB absolviert. In den letzten Jahren hat er sich intensiv mit modernen Operationstechniken in der Thoraxchirurgie beschäftigt, beispielsweise haben er und sein Team große Erfahrung in minimal-invasiven Operationen der Lunge. In der Bauchchirurgie heute meist Standard, sind komplexere Operationen bei Lungenkrebs und auch anderen Eingriffen im Brustraum über nur einen kleinen Schnitt erst in den letzten Jahren etabliert worden, wozu auch Schmidt und sein Team mitbeitragen konnten. Mit der „uniportal“- Technik, also der Operation über nur einen kleinen Zugang, baute das Team um Schmidt eine der modernsten Techniken bei Lungenoperationen am Malteser Krankenhaus aus. So erholen sich die Patienten schneller und haben auf Grund des weniger beanspruchten Gewebes deutlich weniger Beschwerden auch nach größeren Tumoreingriffen.
Gemeinsam mit den Anästhesisten wurde auch ein Operationsverfahren an der Lunge ohne Vollnarkose ermöglicht – und somit Menschen eine Operation möglich gemacht, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung nicht unter Vollnarkose operiert werden könnten.
Nicht zuletzt gehört seine Klinik im Malteser Krankenhaus zum Malteser Robotikzentrum Bonn/Rhein-Sieg, in dem mit Unterstützung eines modernen Operationsroboters Eingriffe an Lunge und Brustkorb sowie im Mittelfell besonders schonend durchgeführt werden.
„Mit Prof. Schmidt haben wir nicht nur einen ausgewiesenen Spezialisten gewonnen, sondern einen Vorreiter in der Thoraxchirurgie. Die modernen Verfahren, die er weiterentwickelt und einsetzt, ergänzen das Leistungsspektrum am UKB zum Wohle unserer Patienten“, so Prof. Holzgreve.
Diese modernen OP-Verfahren werden auch in der gemeinsamen Forschungsarbeit ihren Platz haben. Die wissenschaftliche Begleitung und Weiterentwicklung von minimal-invasiven und roboter-assistierten Techniken bilden neben der Integration der Thoraxchirurgie in die universitären Tumorforschungsprojekte einen Schwerpunkt im Forschungskonzept der Kooperation.
Die Ausbildung angehender Thoraxchirurgen wird ebenfalls weiter ausgebaut „Mit der Schaffung einer eigenen Professur für diesen Bereich tragen wir der Bedeutung der Thoraxchirurgie Rechnung. Auch für unsere Studierenden macht die Standortübergreifende Ausbildung in unseren modernen Therapiekonzepten das Medizinstudium in Bonn noch attraktiver“, ist Prof. Dr. Jörg Kalff sicher.

Gemeinsam gegen den Krebs

Prof. Dr. Joachim Schmidt ist neben seiner Funktion als Chefarzt im Malteser Krankenhaus und Sektionsleiter im UKB weiterhin Leiter des Lungenkrebszentrums Bonn/Rhein-Sieg. Zu dem Zentrum, einem der größten seiner Art und nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert, gehören auch die Johanniter-Kliniken Bonn und viele weitere Partner in Kliniken sowie niedergelassene Fach- und Hausärzte. „Die Kooperation zwischen dem Malteser Krankenhaus und dem UKB ist ein weiterer Mosaikstein für eine hochspezialisierte und ineinandergreifende Versorgung von Menschen mit Lungenkrebs in unserer Region und auch darüber hinaus“, so Carsten Jochum, Geschäftsführer des Malteser Krankenhauses. „Ziel ist es, ein Zentrum der Spitzenmedizin mit überregionaler Strahlkraft aufzubauen.“ Dazu werden die Teams aus UKB und Malteser Krankenhaus eng zusammenarbeiten, dabei die bestehenden Strukturen des Lungenkrebszentrums gleichzeitig ausbauen und weiterentwickeln. So werden beispielsweise die thoraxchirurgischen Ärzte-Teams aus UKB und Malteser Krankenhaus zwischen den beiden Häusern rotieren, gemeinsam an Forschungsprojekten arbeiten und unter der gemeinsamen Leitung von Prof. Dr. Schmidt die Patientenversorgung in beiden Häusern übernehmen. „Gemeinsam bieten wir eine Versorgung aus einer Hand: Ob ein Patient am UKB oder im Malteser Krankenhaus behandelt wird – er kann sich auf die gleiche Behandlungsqualität, die gleichen Standards in der Therapie und die gleichen modernen OP-Techniken verlassen“, so Prof. Dr. Joachim Schmidt.
 


Zur Person
Prof. Dr. Joachim Schmidt (Jahrgang 1974) hat sein Medizinstudium an der Philipps-Universität in Marburg und an der Georgetown University in Washington D.C absolviert. Die chirurgische Ausbildung begann er in Bonn an der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Nach einem zweiten Forschungsaufenthalt in den USA am University of Pittsburgh Medical Center, wechselte Schmidt 2008 an das Universitätsklinikum Münster und wurde dort 2011 Oberarzt an der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie. Im November 2016 kehrte er mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen nach Bonn zurück, um die Position des Chefarztes der Klinik für Thoraxchirurgie und die Leitung des Lungenkrebszentrums Bonn/Rhein-Sieg am Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg zu übernehmen. Seit 2018 ist er auch stellvertretender Ärztlicher Direktor im Malteser Krankenhaus. Zum 15. April hat er eine neue Professur für Thoraxchirurgie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn angetreten sowie die Leitung der Sektion Thoraxchirurgie am UKB übernommen.


Ansprechpartner*innen für Journalisten:
Universitätsklinikum Bonn (UKB)
:
Ute-Andrea Ludwig, 0228 287-13457, ute-andrea.ludwig(at)ukbonn.de


Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg:

Eva Lippert, Telefon 0228 6481-11505, eva.lippert(at)malteser.org
 

]]>
News Lungenkrebszentrum Pressemitteilung Bonn
news-1180 Thu, 14 May 2020 10:00:00 +0200 Prof. Alexander Radbruch leitet neue Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Bonn /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1180&cHash=7af30a79946ed334554d0a9f1fc54420 Spezialist macht Hirntumore mit KI besser sichtbar Prof. Dr. Alexander Radbruch leitet jetzt die Klinik für Neuroradiologie als neuen eigenständigen Bereich im Universitätsklinikum Bonn. Der 43-jährige Spezialist für Hirntumore forscht zu kontrastmittelfreien Verfahren mittels Künstlicher Intelligenz (KI) in der onkologischen Diagnostik. Sein Ziel ist, effektive und gleichzeitig weniger belastende Verfahren unter anderem für Hirntumor-Patienten zu entwickeln. Anfang des Jahres 2020 wählte die Internetseite „AuntMinnie Europe“ – eine weltweit agierende Plattform für Nachrichten aus der medizinischen Bildgebung – ihn zum zweiten Mal in Folge zu einem der einflussreichsten EU-Forschern in der Radiologie. Zu Beginn seiner Laufbahn war Prof. Radbruch am Heidelberger Universitätsklinikum und später auch am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg tätig. Jetzt kommt Prof. Radbruch vom Universitätsklinikum Essen, wo er die letzten vier Jahre als Oberarzt und zuletzt als Leitender Oberarzt der Klinik für Neuroradiologie gearbeitet hat.

Die Zukunft der diagnostischen Radiologie, die in zehn Jahren ganz anders als heute aussehen wird, liegt in der Künstlichen Intelligenz“, sagt Prof. Radbruch, der aktuell zu virtuellen Kontrasten in der Magnetresonanztomographie (MRT) forscht. In Heidelberg und Essen untersuchte er das Ablagerungsverhalten von Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln, die oft im MRT relevante Strukturen besser darstellen und klarer gegen andere Gewebe abgrenzen können. “Vor Gabe dieser Kontrastmittel muss eine umfassende Risiko-Nutzen Abwägung durchgeführt werden“, sagt der radiologische Spezialist für Hirntumore.

„So wenig wie möglich, so viel wie notwendig!“

„Zwar sind Nachteile für Patienten nicht eindeutig nachgewiesen, trotzdem ist es im Zweifel besser, wenn auf Kontrastmittel verzichtet werden kann“, sagt Prof. Radbruch. Dazu setzt er auf KI. Gefüttert mit einer riesigen Anzahl digitaler Schichtaufnahmen und diagnostischer Daten entwickelt das Computersystem dabei die notwendigen Kontraste virtuell auf dem Bildschirm. Prof. Radbruchs Ziel ist es, so Hirntumore wie ein gefährliches Glioblastom noch besser erkennen und beschreiben zu können. „Für die Sicherheit und die Behandlung der Patienten ist ein vermehrter Einsatz der künstlichen Intelligenz in der Radiologie sinnvoll.“

Ein weiteres Augenmerk legt der neue Klinikdirektor auf die Bildgebung des glymphatischen Systems, das zelluläre Abfallstoffe im Gehirn entsorgt. Neurodegenerative Erkrankungen werden teilweise auf eine Störung dieses Entsorgungssystems zurückgeführt. Gerade im Bereich der Alzheimerforschung sieht Prof. Radbruch vielversprechende Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Degenerative Erkrankungen (DZNE) auf dem Campus Venusberg.

Höchster Standard bei gleichzeitig höchster Sicherheit

Prof. Radbruch will zusammen mit seinem 50-köpfigen Team die Künstliche Intelligenz in die neue Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Bonn integrieren und die Digitalisierung stärken. Zudem soll unter seiner Leitung die interventionelle Neuroradiologie durch neue Techniken bei der Versorgung von Schlaganfällen und Aneurysmen ausgebaut werden. Dabei stehen für Prof. Radbruch vor allem seine Patienten im Mittelpunkt. „Sicherheit und Komfort für die Patienten steht für mich an erster Stelle.“

Ganz unterschiedliche Gründe motivierten den neuen Klinikdirektor nach Bonn zu kommen: „Bonn ist nicht nur eine lebenswerte Stadt, sondern zählt zu den besten Standorten für Neurowissenschaften. Für KI zähle ich auf die starke Bonner Mathematik.“ Aber es ist auch ein Stück Heimat für ihn, da sein Vater ganz nah in Bad Münstereifel wohnt. Zudem hofft Prof. Radbruch auf etwas Ausgleich und hat sich daher vorgenommen, morgens von seiner Wohnung in Poppelsdorf den Venusberg hinauf zu seiner neuen Wirkungsstätte zu joggen.

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Alexander Radbruch
Direktor der Klinik für Neuradiologie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-16507
E-Mail: alexander.radbruch(at)ukbonn.de



Bilder:
Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Spezialist forscht zu Künstlicher Intelligenz (KI) in der diagnostischen Radiologie:
Prof. Alexander Radbruch leitet neue Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Bonn.
© Katharina Wislsperger / UK Bonn
https://cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-122-2020/images/Radbruch_Alexander_Prof-4x3.jpg
--------------------------------------------------------------
Dezernat 8
Hochschulkommunikation

im Auftrag von: Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Dr. Inka Väth, Medizinredakteurin
Dienstgebäude: Meinhard-Heinze-Haus
Poppelsdorfer Allee 49, 53115 Bonn
Telefon: 0228/73-4727
Telefax: 0228/73-7451
E-Mail: inka.vaeth(at)uni-bonn.de

]]>
News Pressemitteilung Bonn
news-1179 Thu, 07 May 2020 12:56:06 +0200 Krebsmediziner der Uniklinik Köln erhält Auszeichnung /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1179&cHash=1849bb987aa871e250df5ac470ccb18a Aufschlüsselung Tumor-Mechanismus prämiert Unser Erbgut wird tagtäglich beschädigt. Bei der Entscheidung, wie schwere Schäden in der DNA behoben werden sollen, müssen Zellen zwischen einem fehleranfälligen und einem fehlerfreien Reparaturweg wählen. Das Urteil ist wichtig, denn die Entscheidung zur fehleranfälligen Reparatur kann weitere DNA-Schäden nach sich ziehen und zur Krebsentstehung beitragen. Dr. Ron Jachimowicz, Arzt und Wissenschaftler der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät, fand kürzlich heraus, dass das Protein UBQLN4 die Entscheidung über das Einschlagen beider Reparaturwege maßgeblich steuert. Die Ergebnisse wurden in dem renommierten Fachjournal Cell publiziert. Für diese Erkenntnisse würdigte die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) Dr. Ron Jachimowicz gestern (06.05.2020) mit ihrer höchsten Auszeichnung, dem Theodor-Frerichs-Preis.

„Die Erkenntnisse von Dr. Jachimowicz sind wegweisend für das molekulare Verständnis der DNA Reparatur und resultierender Behandlungsansätze in der Krebsforschung“, begründet Univ.-Prof. Jürgen Floege, Vorsitzender der DGIM, die Entscheidung der Juroren. „Mit wissenschaftlicher Konsequenz identifizierten die Autoren über die Aufschlüsselung eines neuen Syndroms den Mechanismus eines bislang unbekannten Proteins in der fehleranfälligen DNA Reparatur und zeigen damit einen Therapieansatz in der Behandlung von Tumoren mit DNA Reparaturstörungen auf“, so Prof. Floege.

Die DGIM verlieh den Preis zusammen an Dr. Jakob Nikolas Kather von der Uniklinik RWTH Aachen. Dr. Jachimowicz leitet seine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln. Neben seiner Arbeit in der Grundlagenforschung ist Dr. Jachimowicz in der Behandlung von onkologischen Patienten in der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln tätig. Die Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert.

Hintergrund:

Der höchste Preis der DGIM ist nach dem Internisten Friedrich Theodor von Frerichs benannt, dem Präsidenten des ersten Deutschen Kongresses für Innere Medizin im Jahr 1882. Mit dem Preis würdigt die DGIM seit über 50 Jahren die beste zur Bewerbung eingereichte - möglichst klinisch-experimentelle - Arbeit auf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum. Üblicherweise wird der Preis im Rahmen der feierlichen Abendveranstaltung auf dem jährlich stattfindenden Kongress der DGIM verliehen. Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation fand die Jahrestagung nicht statt und die Verleihung erfolgte stattdessen durch den Vorstandsvorsitzenden der DGIM, Univ.-Prof. Dr. Jürgen Floege, am 06. Mai 2020 in der Uniklinik RWTH Aachen.

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

]]>
Pressemitteilung Auszeichnung Forschung Köln
news-1181 Thu, 30 Apr 2020 06:00:00 +0200 Projekt für Palliativpatienten – Ein Hörbuch für Tochter Emilia /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1181&cHash=ecc9682a8d2b89f3ce8261acfa7fb15f Tanja Wolf ist unheilbar krank und hat zum Trost ihrer Familie ein Hörbuch aufgenommen. Bonn – Wenn Tanja Wolf das Instrumentalstück „Crockett’s Theme“ hört, ist wieder 1988. Sie sitzt mit ihrem Walkman auf der Rückbank neben ihrem Bruder, hat nur diese eine Kassette mit dem Soundtrack der amerikanischen 80er-Serie „Miami Vice“ dabei, schaut stundenlang aus dem Fenster, wie sich draußen die Landschaft verändert. Es ist Sommer, es ist heiß, es geht in den Familienurlaub nach Südjugoslawien.
Das Lied soll unbedingt in ihr Hörbuch, das sie gerade mit Biografin Judith Grümmer aufgenommen hat. Und die Erinnerung an eine Reise sei für ihre Situation ja auch ganz passend, ergänzt Wolf, braune Kurzhaarfrisur, helle blaue Augen und taubenblauer Rollkragenpulli. Beide sitzen an Grümmers Esstisch, in ihrem Ferienhaus in der Eifel, wo sie die vergangenen drei Tage verbracht haben.

Unheilbar krank

Die Bonnerin Tanja Wolf ist 43 Jahre alt, Mutter einer zehnjährigen Tochter und leidet seit sechs Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Seit drei Jahren gilt ihre Krankheit als unheilbar, es gibt keine Therapie. Das Hörbuch nimmt sie für ihre Tochter Emilia auf, „um einmal ein großes Statement zu machen“. Um die Erfahrungen zu bündeln, die sie Emilia auf ihren Lebensweg mitgeben will. Sie trennt die wichtigen von den unwichtigen Ereignissen ihres Lebens und fragt: Welcher rote Faden zieht sich bei mir durch Kindheit, Studium, Berufsleben und Beziehungen?
Ein roter Faden, der bei Emilia weitergeht. Den das Mädchen vielleicht irgendwann besser verstehen will, wenn ihre Mutter nicht mehr lebt. Wer war meine Mama, außer meine Mama? „Ich will, dass sie später meine verschiedenen Facetten kennenlernen kann“, sagt Wolf. „Dass sie weiß, was mir im Leben wichtig war.“

Interviews über Familiengeschichte, Schönes und Schmerzhaftes

Das Hörbuch soll keine „Stimme aus dem Off“ sein, die den Kindern Anweisungen gibt, erklärt Grümmer, sondern ein „Zukunftsgeschenk“. Die Kölner Journalistin rief das Projekt „Familienhörbuch“ 2017 mit der Klinik für Palliativmedizin der Universität Bonn ins Leben. Mittlerweile bietet sie ihre Arbeit in ganz Nordrhein-Westfalen an, bekommt Anfragen von überall in Deutschland. Die Idee: Junge Palliativpatienten, die an einer unheilbaren, lebensverkürzenden Krankheit leiden, können Kindern und Angehörigen ihre Lebensgeschichte hinterlassen. Das Angebot ist kostenlos und wird durch Spenden finanziert.
Grümmer geht bei den Interviews meist chronologisch vor, fragt zuerst nach den Vorfahren, den Umständen der eigenen Kindheit, bohrt nach, wenn sie merkt: Da ist etwas, das erzählt werden muss. Sie bedient sich dabei ihres journalistischen Handwerks, sagt sie, riskiert auch schmerzhafte Erlebnisse wie Gewalterfahrungen oder die Leiden der Krankheit anzusprechen. „Tretminen“ nennt Grümmer die schrecklichen Erinnerungen und betont, wie wichtig auch deren Erzählung ist: „Die Mütter behalten so die Deutungshoheit über ihre Geschichte.“

„Ich will Emilia zeigen: Die Welt ist voller Möglichkeiten“

„Wir haben dokumentiert, nicht interpretiert“, sagt auch Wolf. Trotzdem reflektiert sie in diesem intensiven Austausch natürlich ihr Leben. Ihr sei erst in den Gesprächen mit Grümmer bewusst geworden, wie besonders die Beziehung zu Emilias Vater sei. Ihr Mann und sie hätten nie eng aneinander geklebt. Sie würden sich gegenseitig den Rücken frei halten, damit beide sich frei entwickeln können. „Ich erkenne jetzt: Das ist ein Geschenk.“

Ihrer Tochter möchte sie damit zeigen, wie vielfältig Beziehungen und wie bunt ein Miteinander sein kann. „Ich will Emilia nicht die Gebrauchsanweisung für ein tolles Leben geben, sondern zeigen: Die Welt ist voller Möglichkeiten.“ Anders als ein Tagebuch oder Briefe bedient das Hörbuch mehr Sinne, eine Stimme transportiert auch Gefühle. Es soll der Familie nach dem Tod des Angehörigen Trost spenden, hat nach Grümmers Meinung eine therapeutische Wirkung und kann in der Trauer unterstützen.
Nicht nur die Hinterbliebenen profitieren. Palliativmediziner bestätigen, dass auch die Patienten Arbeit am Hörbuch als wohltuend empfinden. „Wir feiern mit den Aufnahmen auch das Leben. Ich sage immer: Wir blicken nicht auf das abgeerntete Feld, sondern auf die volle Scheune“, erzählt Grümmer, die schon etwa 30 Hörbücher realisiert hat. So sieht es auch Wolf. Sie habe bei den Aufnahmen viel gelacht, in schönen Erinnerungen geschwelgt. Sie blickt auf eine Reise – mit 80er-Hits in den Ohren.

 


Kontakt für Interessierte und Betroffene:

Klinik für Palliativmedizin
Frau Dr. Hesse
Tel.: 0228 287 - 15529
E-Mail: Michaela.Hesse(at)ukbonn.de

]]>
News Pressemitteilung Bonn
news-1177 Mon, 20 Apr 2020 14:41:02 +0200 TOP-Chirurg für Kopf-Hals-Tumore und Hörimplantate /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1177&cHash=798121ccafaa1bb19f5f40d69b8395d3 Univ.-Prof. Dr. Sebastian Strieth leitet jetzt die HNO-Klinik am Universitätsklinikum Bonn Professor Dr. Sebastian Strieth ist neuer Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) am Universitätsklinikum Bonn. Der 46-jährige Nachfolger von Prof. Dr. Friedrich Bootz will das gesamte Spektrum auf hohem Niveau am Bonner Standort wissenschaftlich als auch klinisch weiterentwickeln. Neue Akzente setzt er durch seine Schwerpunkte: „Wir möchten kompetente Ansprechpartner für die operative Versorgung von Kopf-Hals-Tumoren sowie die Hörrehabilitation mit Cochlea-Implantaten in der Region sein.“ Prof. Strieth kommt von der Universitätsmedizin Mainz, wo er als Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der HNO tätig war. Seine akademische Ausbildung führte ihn unter anderem in die USA an das Zentrum für Kehlkopfchirurgie der Harvard Medical School in Boston. Dort setzte er sich mit neuartigen Behandlungsmethoden von Kopf-Hals-Tumoren auseinander.
Neun Ärztinnen und zwölf Ärzte an der Bonner HNO-Universitätsklinik, einschließlich der Sektion Phoniatrie und Pädaudiologie, betreuen etwa 2.600 stationäre Patienten jährlich, hinzu kommen rund 22.000 ambulante Behandlungen. Dabei werden die HNO-Ärzte von einem großen Team aus Pflegekräften und medizinisch-technischen Personal unterstützt. Unter der neuen Leitung von Prof. Strieth wird die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde weiterhin in seiner ganzen Breite auf dem Campus Venusberg vertreten sein und neue Entwicklungen anbieten: „Es ist mein Ziel, die Spitzenposition der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Universitätsklinikum Bonn national und international auch zukünftig weiter zu behaupten.“
 

Einfühlungsvermögen trotz hohem Kosten- und Zeitdruck
Dabei ist für ihn Empathie gerade auch in der modernen Medizin mit hohen Kosten- und Zeitdruck eine wesentliche Tugend für das medizinische Personal. „Es ist mir wichtig, unseren Patienten stets die Sicherheit zu vermitteln, dass wir uns mit vollem Einsatz ihrer Gesundheit und ihren Sorgen widmen. Der Maßstab sollte hierbei eine Behandlung sein, wie man sie einem eigenen Verwandten wünscht“, sagt der neue Klinikdirektor.
Im Hinblick auf den medizinischen Nachwuchs ist es Prof. Strieth wichtig, nachhaltig Strukturen für den Karriereweg als „Klinischer Wissenschaftler“ zu schaffen: „Jeder sollte die Möglichkeit haben, auf höchstem Niveau sowohl in der Patientenversorgung als auch in der Forschung tätig zu sein.“ Dazu will er zusammen mit dem Dekanat der Medizinischen Fakultät die Weiterentwicklung der Lehre im Zeitalter der Digitalisierung vorantreiben.

Laserchirurgie bei kleinen Kopf-Hals-Tumoren oft erste Wahl
Bösartige Tumore ausgehend von der Schleimhaut von Nase, Mundhöhle, Rachen und Kehlkopf haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Ist der Tumor klein und hat noch nicht gestreut, wird aufgrund der besseren Heilungschancen in der Regel operiert. „Ein minimalinvasiver Eingriff mit einem Laser ist oftdie beste Lösung – gerade auch bei Kehlkopfkrebs. Denn er ist schonend, organerhaltend und erbringt gute funktionelle Ergebnisse beispielsweise bezüglich des Stimmerhalts“, sagt Prof. Strieth, der ein erfahrener Laserchirurg im Kopf-Hals-Bereich ist. Falls eine klassische Operation unvermeidbar ist, wendet Prof. Strieth anschließend plastisch-rekonstruktive Techniken mit Transplantation von Gewebe an, um unter anderem Einschränkungen des Schluckens und Sprechens zu beheben.
Ein weiterer klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt des neuen Klinikdirektors ist die Mikrochirurgie des Ohres: „Durch den Einsatz implantierbarer Hörsysteme können wir nahezu jede Hörstörung behandeln.“ Prof. Strieth ist Spezialist für die Cochlea-Implantat-Chirurgie. Zudem steht er für translationale Forschung in seinen Spezialgebieten, das heißt er und sein Team entwickeln an der Schnittstelle von vorklinischer und patientennaher Forschung unmittelbar Innovationen für den klinischen Einsatz.

Optimale Vernetzung auf dem Bonner Campus Venusberg
Eine Patientenversorgung auf höchstem Niveau an einem sehr erfolgreichen Universitätsklinikum und das starke Forschungsumfeld einer Exzellenzuniversität machen für Prof. Strieth den besonderen Reiz von Bonn aus. „Das moderne Zentrum für ambulantes Operieren und das onkologische Spitzenzentrum sowie das Sozialpädiatrische Zentrum, an denen wir uns aktiv beteiligen, sind für unser Fach Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde besonders zukunftsfähige Strukturen. Zudem wird es immer wichtiger werden, sich in interdisziplinären Querschnittsbereichen wie der Allergologie und der Schlafmedizin auf kompetente und kooperative Netzwerkstrukturen verlassen zu können“, freut sich der neue Klinikdirektor auf seine Arbeit am Universitätsklinikum Bonn. Durch die Lage und Verkehrsanbindung von Bonn sieht der Familienvater eines Sohnes weiterhin die Möglichkeit gemeinsamer Skiferien.


Kontakt für die Medien:
Univ.-Prof. Dr. Sebastian Strieth

Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO)

Universitätsklinikum Bonn

Telefon 0228/287- 15551

E-Mail: sebastian.strieth(at)ukbonn.de
 

]]>
News Pressemitteilung Bonn
news-1175 Thu, 09 Apr 2020 11:22:36 +0200 Forschungsunterstützung für seltene Blutkrebsform /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1175&cHash=395b82044b74d1408a8c93f5aa8345c4 Mehrfache Förderung durch EU und DFG für Kölner Forschungslabor zu T-Zell Neoplasien Im Rahmen von unabhängigen Ausschreibungen der Europäischen Union (EU / Horizon 2020) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Arbeitsgruppe um Projektleiter Priv.- Doz. Dr. Marco Herling erfolgreich Drittmittel-Förderungen in Höhe von insgesamt 730.000 Euro eingeworben. Sein Labor für lymphozytäres Signaling und Onkoproteom an der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln plant, die grundlegenden molekularen Mechanismen von T-Zell Lymphomen und Leukämien zu erforschen und so neue zielgerichtete Therapieansätze zu entwickeln.

Bei den Lymphomen und Leukämien der T-Lymphozyten handelt es sich um eine Gruppe von seltenen, aber zumeist aggressiven Formen von Blutkrebs. Sie sprechen auf die üblichen und zumeist unselektiven Therapien überwiegend schlecht an und führen oft innerhalb von wenigen Jahren zum Tod. Im Rahmen der ERA-net TRANSCAN 2-Initiative wird das Kölner Projekt “Implementation of (epi)genetic and metabolic networks in the targeting of T-cell prolymphocytic leukemia (T-PLL)“ mit 300.000 Euro gefördert. Dieses Projekt ist Teil des ERANET-PLL-Verbundes, einer Kooperation von fünf europäischen Forschungsgruppen aus Wien (Richard Moriggl, Philipp Staber), Lyon (Emmanuel Bachy), Dresden (Ingo Roeder) und Köln (Marco Herling), wobei die Arbeitsgruppe um Dr. Herling als Koordinator des Verbundes fungiert.

ERANET-PLL beschäftigt sich grundsätzlich mit der Entwicklung neuer bioinformatischer Anwendungen, die basierend auf in vitro Substanz-Screenings,sowie genetischen und metabolischen Untersuchungen, Vorhersagen zum Therapieansprechen treffen können. Dies soll dazu dienen, T-PLL Patienten zielgerichteter und erfolgreicher zu behandeln. Insgesamt wird diese Initiative mit 1,5 Millionen Euro gefördert.

Im Rahmen der ERA PerMed-Initiative wird das Projekt “Novel individualized therapies in JAK/STAT driven T-cell malignancies” (Acronym: JAKSTAT-Target) gefördert. Das JAKSTAT-Target-Konsortium setzt sich aus sechs Forschungsgruppen aus Köln (Marco Herling), Helsinki (Satu Mustjoki, Tero Aittokallio), Toronto (Patrick Gunning, Benjamin Haibe-Kains) und Wien (Heidi Neubauer) zusammen. JAKSTAT-Target beschäftigt sich mit der Rolle des JAK-STAT Signalwegs in reifen T-Zell Lymphomen und zielt auf die Entdeckung von effektiven Arzneistoffen und Arzneistoff-Kombinationen ab, die in diesen Signalweg eingreifen. Diese Initiative wird mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert, wobei dem Kölner Projekt nochmals 300.000 Euro zugutekommen. Der Förderzeitraum für beide Projekte beträgt zunächst drei Jahre.

Im Rahmen ihrer neuen Initiative zur strukturellen und wissenschaftlichen Förderung von Hochdurchsatzssequenzierung in Projekten unterstützt die DFG für die beiden beschriebenen EU-Projekte das Labor von Dr. Herling und Postdoc Dr. Alexandra Schrader seit Januar 2020 mit weiteren 130.000 Euro. Als eines von vier ausgewählten deutschen Sequenzierzentren für Next Generation Sequencing (NGS) war dabei das Cologne Center for Genomics (CCG) als Teil des West German Genome Centers eine zusätzlich ausschlaggebende Strukturkomponente.

Die geplanten Arbeiten all dieser Projekte zielen auf eine grundlegende Verbesserung des molekularen Verständnisses der bisher unzureichend untersuchten Formen der T-Zell-Neoplasien ab. Weiterführend soll die Therapie dieser aggressiven Erkrankungen durch Vorhersagemodelle bestmöglich personalisiert und durch neue zielgerichtete Arzneistoffe, wie einzigartige STAT-Inhibitoren, maßgeblich verbessert werden.

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548

E-Mail: presse@uk-koeln.de

]]>
Pressemitteilung Forschung Akute Leukämien und MDS Chronisch lymphatische Leukämie Lymphom Multiples Myelom Köln
news-1174 Thu, 02 Apr 2020 16:57:00 +0200 OTT@home – Trainingsvideos für Krebspatienten /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1174&cHash=f4f3749ebc92d8c9ba373029bb6386d1 Onkologische Bewegungstherapie in Zeiten von Corona Die Therapeuten der Onkologischen Trainings- und Bewegungstherapie (OTT) am Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Uniklinik Köln starten am Donnerstag, den 2. April 2020 mit einem Online-Angebot „OTT@home“ für Krebspatienten während und nach ihrer Therapie, die sich auch zu Hause fit halten wollen. Zusammen mit der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebsstiftung, dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie und dem Deutschen Olympischen Sportbund wurde ein umfangreiches Programm abgestimmt. Die Videos sind speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer onkologischen Erkrankung zugeschnitten und können über die Onlinekanäle der Kooperationspartner abgerufen werden.

Mehr als 500 Menschen mit einer Krebserkrankung trainieren jedes Jahr auf der Fläche der OTT an der Uniklinik Köln. Hinzu kommen zahlreiche Patienten bei den geschulten circa 300 OTT-Therapeuten in ganz Deutschland sowie den vielen Krebssportgruppen, die ihr Angebot aufgrund der Corona-Pandemie ebenfalls einstellen bzw. begrenzen mussten. Die meisten der Patienten gehören aufgrund ihres Alters und ihrer Erkrankung zur Risikogruppe, die im Falle einer Ansteckung mit COVID-19 mit einem schweren Verlauf rechnen muss. „Ein Grund mehr, geeignete Bewegungsinterventionen für Krebserkrankte vorzustellen, um das Infektionsrisiko zu minimieren“, sagt der Leiter der AG Onkologische Bewegungsmedizin an der Uniklinik Köln, Priv.-Doz. Dr. Freerk Baumann.

Hauptsächlich zielen die Bewegungsprogramme, welche die Therapeuten und Wissenschaftler in Köln entwickelt haben, darauf ab, Bewegungsmangelsymptome zu vermeiden, Stress abzubauen, aber auch die Nebenwirkungen der medizinischen Krebstherapie zu verhindern oder zu reduzieren. „Ob Fatigue oder Polyneuropathien – beide dieser häufigen Nebenwirkungen können durch Bewegungstherapie beispielsweise verhindert, oder – falls bereits eingetreten – reduziert werden. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Bewegungstherapie im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie sogar die wirksamere Methode ist, um diese Nebenwirkungen positiv zu beeinflussen.“

Der Sportwissenschaftler beschäftigt sich bereits seit über 20 Jahren mit diesem Thema und hat mit seinem Team bereits zahlreiche Studien dazu durchgeführt. Gemeinsam mit dem zwölf-köpfigen Team aus Ärzten, Sportwissenschaftlern und Bewegungstherapeuten hat er die Idee von „OTT@home“ entwickelt. In 20- bis 30-minütigen Videos werden verschiedene Bewegungsangebote vorgestellt, die Krebspatienten zu Hause oder im Freien selbstständig durchführen können.

Die ersten Videos informieren über den Zusammenhang von Bewegung und Krebs und greifen die Themen Fahrradfahren und Kräftigung der Beinmuskulatur auf. Im Laufe der kommenden Wochen sollen voraussichtlich über 50 weitere Videos dazu kommen.

Weitere Informationen zu den Videos

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

 

]]>
Pressemitteilung Augentumoren Akute Leukämien und MDS Bauchspeicheldrüsenkrebs Brustkrebs Chronisch lymphatische Leukämie Darmkrebs Eierstockkrebs Gebärmutterkrebs Gebärmutterhalskrebs Harnblasenkarzinom Hautkrebs Hirntumoren Hodenkrebs Kinderonkologie Leberkrebs Lungenkrebs Lymphom Magenkrebs Multiples Myelom Mundhöhlenkrebs Mundrachenkrebs Myeloproliferative Neoplasien Neuroendokrine Neoplasien Nierenzellkarzinom Prostatakrebs Schilddrüsenkrebs Speicheldrüsenkrebs Speiseröhrenkrebs Sarkome Sport Köln
news-1176 Wed, 01 Apr 2020 07:00:00 +0200 Spezialist für Strahlentherapie und Radioonkologie /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1176&cHash=9081bb84c253f92e6777d38c60780604 Prof. Dr. Frank Giordano trat zum 01. April 2020 die Professur für Strahlentherapie und Radioonkologie an. Frank Giordano trat zum 01. April 2020 die Professur für Strahlentherapie und Radioonkologie an.
Die Professur ist mit der Leitung der gleichnamigen Klinik verbunden.
 
Frank Giordano studierte bis 2007 Medizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Parallel dazu absolvierte er die US Medical Licensing Examination als Voraussetzung für die ärztliche Tätigkeit in den USA. Nach seiner Dissertation fokussierte er sich zunächst auf seine wissenschaftliche Laufbahn und agierte als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum. Die Auszeichnung mit einem zweijährigen Stipendium der Peter- und Traudl-Engelhorn Stiftung erlaubte es ihm zusätzlich seine Forschungstätigkeit am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg zu vertiefen. Mit einer Stelle als Assistenzarzt an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim betrat Herr Giordano 2012 schließlich auch seine klinische Laufbahn. Vier Jahre später erwarb er seinen Facharzt für Strahlentherapie und ein weiteres Jahr später schloss er ebenfalls seine Habilitation im gleichen Fach ab. 2017 erhielt er darüber hinaus eines der renommierten Exzellenzstipendien der Else-Kröner Fresenius Stiftung. Nach Zwischenstationen als Oberarzt und Leitendem Oberarzt wurde er im Januar 2019 zum kommissarischen Direktor der Mannheimer Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie ernannt. Diese Position hielt er bis zu seiner Berufung nach Bonn inne.


In Bonn möchte Frank Giordano besonders die Behandlungsverfahren in der Strahlentherapie optimieren. Das Ziel ist dabei Krebspatienten durch zielgenaue und maßgeschneiderte Anwendung von fokussierter Bestrahlung (z.B. durch intraoperative Strahlentherapie oder Radiochirurgie) eine noch effektivere Therapie zu bieten und dabei gleichzeitig mögliche Nebenwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Besonders in der Neuroonkologie hat Herr Giordano hierzu bereits zahlreiche klinische Studien geleitet sowie eigene Konzepte für innovative Therapieoptionen publiziert. Für seine Arbeiten hat er bereits international bedeutende Anerkennung erhalten. So wurde er mit dem Basic and Translational Science Award der amerikanischen Gesellschaft für Radioonkologie (ASTRO) und mit einer Ehrenmitgliedschaft in der spanischen Gesellschaft für Radioonkologie (SEOR) ausgezeichnet.
 

]]>
News Pressemitteilung Bonn
news-1173 Wed, 25 Mar 2020 12:00:00 +0100 Zelleigene Protein-Schredder zum Kampf gegen Krebs /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1173&cHash=b23c9840fd6f675ca70ded8b85fbd6e5 Studie der Universitäten Bonn und Ulm untersucht, wie sich ein zellulärer Mechanismus zweckentfremden lässt Ein internationales Forscherteam unter Federführung der Universitäten Bonn und Ulm hat untersucht, wie sich ein zelleigener „Protein-Schredder“ gezielt zum Kampf gegen Krebs programmieren lässt. In ihrer Studie konnten die Wissenschaftler den Abbau von Proteinen nachweisen, die zum Beispiel bei Brustkrebs übermäßig aktiv sind. Die Ergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift „Chemical Science“ erschienen.

Zellen produzieren am laufenden Band Proteine, um ihre Aufgaben im Körper wahrnehmen zu können. Diejenigen Eiweiß-Moleküle, die nicht mehr gebraucht werden, erhalten eine Art „Entsorgungs-Aufkleber“. Alle Proteine mit einem solchen Etikett werden dann von einem zelleigenen Schredder, dem Proteasom, zerkleinert und recycelt.

Seit einigen Jahren versuchen Forscher, diesen Mechanismus gezielt zum Kampf gegen Krankheiten wie Krebs zu nutzen. Denn auch Tumorzellen benötigen bestimmte Proteine. Könnte man diesen ein Abbau-Etikett anheften, würden sie vom Proteasom unweigerlich geschreddert. Die Krebszelle würde so in ihrem Wachstum gehemmt.

Tatsächlich hat sich dieser Ansatz im Reagenzglas bereits als wirksam erwiesen. Wissenschaftler nutzen dazu so genannte PROTACs (das Kürzel steht für „proteolysis targeting chimeras“). „Die Herstellung dieser Wirkstoffe ist aber sehr kompliziert“, erklärt Prof. Dr. Michael Gütschow vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn. „Wir haben untersucht, welche Strategien dazu erfolgversprechend sind und wie sich besonders effektive PROTACs gewissermaßen maßschneidern lassen.“

Molekulare Zwitterwesen

PROTACs sind molekulare Zwitterwesen: Sie bestehen einerseits aus einem Molekülteil, der an das Krebs-Protein andockt. Andererseits enthalten sie eine Struktur, die an Etikettier-Enzyme binden kann. Beide Einheiten sind über eine Art Arm miteinander verbunden. PROTACs bringen also Zielprotein und Etikettier-Maschine zusammen und sorgen so dafür, dass das schädliche Eiweiß den Entsorgungs-Aufkleber erhält.

„Wir haben viele Moleküle synthetisiert, unter anderem um herauszufinden, welche Struktur und Länge der Arm haben muss, damit das Protein möglichst effektiv etikettiert wird“, erläutert Christian Steinebach vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn. Darüber hinaus optimierten die Wissenschaftler noch einen weiteren Punkt der PROTACs. Jede Zelle verfügt nämlich über Dutzende verschiedener Etikettier-Enzyme, Ubiquitin-Ligasen genannt. Nicht jedes von ihnen funktioniert bei jedem Protein gleich gut. „Wir haben daher verschiedene PROTACs für unterschiedliche Ligasen hergestellt und getestet“, betont der Privatdozent Dr. Jan Krönke vom Universitätsklinikum Ulm.

Die entwickelten Wirkstoffe richten sich gegen ein Protein, das dafür sorgt, dass Krebszellen sich besser vermehren können. Die PROTACs bewirken nun, dass der zelleigene Schredder das Protein zerstört. „In Versuchen mit Zellkulturen konnten wir zeigen, dass unsere PROTACs tatsächlich die zelluläre Konzentration dieses Proteins deutlich absenken und das Wachstum der Krebszellen effektiv unterdrücken“, erklärt Dr. Krönke. „Die Wirkstoffe erlauben es uns nun, für den Tumor wichtige Proteine detaillierter zu studieren.“

Die Universitäten Bonn und Ulm zählen auf dem jungen Gebiet der PROTAC-Forschung zu den deutschlandweit führenden Einrichtungen. „Unsere Studie zeigt prototypisch auf, mit welchen Techniken sich diese Wirkstoffe herstellen und gezielt optimieren lassen“, sagt Gütschow. Das Interesse an solchen Strategien ist groß, gelten PROTACs doch als ein wichtiger Hoffnungsträger für die Behandlung schwerer Erkrankungen.

Publikation: Christian Steinebach, Yuen Lam Dora Ng, Izidor Sosic, Chih-Shia Lee, Sirui Chen, Stefanie Lindner, Lan Phuong Vu, Aleša Bricelj, Reza Haschemi, Marius Monschke, Elisabeth Steinwarz, Karl G. Wagner, Gerd Bendas, Ji Luo, Michael Gütschow und Jan Krönke: Systematic exploration of different E3 ubiquitin ligases: an approach towards potent and selective CDK6 degraders; Chemical Science; dx.doi.org/10.1039/d0sc00167h

 


Kontakt:

Prof. Dr. Michael Gütschow
Pharmazeutisches Institut der Universität Bonn
Tel. 0228/732317
E-Mail: guetschow(at)uni-bonn.de

Priv.-Doz. Dr. Jan Krönke
Abteilung für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm
Tel. 0731/50045718
E-Mail: jan.kroenke(at)uni-ulm.de

 


Bilder:
Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Zahlreiche Syntheseschritte sind zu bewerkstelligen,
bis ein PROTAC-Molekül hergestellt ist (im Hintergrund). Prof. Dr. Michael Gütschow (links) und Christian Steinebach (rechts) vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn diskutieren währenddessen die Daten.
© Foto: Barbara Frommann/Uni Bonn
https://cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-075-2020/images/Guetschow-BFro-001.jpg
Privatdozent Dr. Jan Krönke
ist Facharzt für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Ulm. Darüber hinaus leitet er eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe.
© Foto: Uniklinik Ulm/Heiko Grandel
https://cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-075-2020/images/Kröenke_Jan.jpg
--------------------------------------------------------------
Dezernat 8
Hochschulkommunikation

Leitung: Dr.Andreas Archut
Tel.: 0228/73-7647
Fax: 0228/73-7451
kommunikation(at)uni-bonn.de
Internet: www.uni-bonn.de
Meinhard-Heinze-Haus
Poppelsdorfer Allee 49
53115 Bonn

]]>
News Pressemitteilung Bonn
news-1145 Wed, 19 Feb 2020 18:20:00 +0100 Deutscher Krebspreis für Prof. Schmutzler /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1145&cHash=7ccf6b38b0f1a4b8256b7d13193fd45b Wissenschaftlerin für wegweisende Arbeiten in der Onkologie geehrt Der Deutsche Krebspreis, gestiftet von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung, zählt zu den höchsten Auszeichnungen in der deutschen Krebsmedizin. In der Sparte „Translationale Forschung“ geht die Auszeichnung in diesem Jahr an Univ.-Prof. Dr. Rita Schmutzler, Direktorin des Zentrums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs an der Uniklinik Köln. Die Forscher werden auf dem 34. Deutschen Krebskongress (19.02.2020 - 22.02.2020) in Berlin ausgezeichnet.

Prof. Schmutzler ist eine Pionierin der risikoadaptierten Prävention bei familiär bedingtem Brust- und Eierstockkrebs. Etwa 30 von 100 Frauen mit diesen Krebserkrankungen sind familiär vorbelastet. Bei fünf bis zehn von 100 Brustkrebserkrankungen liegt das an einer erblichen Veränderung in einem Risikogen.

Für die betroffenen Frauen ist es wichtig zu wissen, wie hoch ihr Risiko ist, nach einer entsprechenden Erkrankung in der Familie möglicherweise selbst zu erkranken, wer in der Familie sonst noch ein erhöhtes Krebsrisiko trägt und  welche Handlungsoptionen es gibt. Nach dem Aufbau des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, das seit 1996 von der Deutschen Krebshilfe gefördert wird, entwickelte Prof. Schmutzler als Koordinatorin des Konsortiums ein Konzept der Wissen generierenden Versorgung auf dem Gebiet der risikoadaptierten Prävention.

Dieses Konzept wird mittlerweile in 20 Konsortialzentren umgesetzt. Sie beraten und betreuen ratsuchende Familien nach einheitlichen Standards und arbeiten dabei eng mit den wohnortnah betreuenden Krebszentren zusammen.

Mit Hilfe einer umfangreichen Biobank im Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln identifizieren Mediziner in begleitenden wissenschaftlichen Projekten neue Risikogene und integrieren diese umgehend in die klinische Versorgung. Somit kommen die wissenschaftlichen Erkenntnisse den Patienten unmittelbar zugute.

Basierend auf dieser erfolgreichen Arbeit weitet die Uniklinik Köln ihr Angebot zur Prävention von Tumorerkrankungen nun auch auf andere wichtige Tumorentitäten aus. An erster Stelle stehen dabei unter anderem die häufigen Tumorerkrankungen Prostata- und Darmkrebs, die ebenfalls in etwa einem Drittel der Fälle genetisch bedingt sind. Diese Weiterentwicklung geschieht im neuen Gebäude des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) auf dem Campus der Uniklinik Köln. Hier arbeiten die verschiedenen Fachbereiche eng und interdisziplinär zusammen und bieten den Patienten auf einzigartige Weise somit ein umfassendes, erweitertes Früherkennungsprogramm für erblich bedingte Tumorerkrankungen.


Für Rückfragen:

Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse(at)uk-koeln.de

 

]]>
Pressemitteilung Brustkrebs Eierstockkrebs Köln
news-1144 Wed, 19 Feb 2020 13:00:00 +0100 Spezialistin für Bildgebung in der Krebsdiagnostik /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1144&cHash=75a8859eb89d39cc66f4957563fe1851 Prof. Dr. Ulrike Attenberger leitet jetzt die diagnostische und interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Bonn Prof. Dr. Ulrike Attenberger ist neue Direktorin der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Bonn. Die 39-jährige Nachfolgerin von Prof. Dr. Hans Schild will ihre Expertise für high-end Bildgebungsverfahren am Bonner Standort einbringen und so die Diagnostik und Behandlung von Tumorpatienten verbessern. Dabei setzt sie besonders auf den Einsatz künstlicher Intelligenz unter anderem bei der Charakterisierung einer Erkrankung. Ziel ist eine für den Patienten maßgeschneiderte Therapie. Forschungsaufenthalte führten Prof. Attenberger 2012 bis 2015 nach Harvard, Zürich und Wien. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit dem „Fellow Award der Radiological Society of North America“ und 2012 mit dem Walter-Friedrich-Preis, verliehen durch die Deutsche Gesellschaft für Radiologie. Jetzt kommt sie von der Universitätsmedizin Mannheim. Dort war sie stellvertretende Klinikdirektorin des Instituts für klinische Radiologie und Nuklearmedizin, wo sie das Geschäftsfeld „Präventive und Onkologische Diagnostik“ leitete.

Wissenschaftlich legt Prof. Attenberger das Augenmerk auf die präventive und onkologische Diagnostik vor allem von Prostata-, Enddarm- und Leberkrebs. Ihr Ziel ist es, hochsensitive und spezifische Verfahren für die Krankheitsfrüherkennung zu entwickeln. Dazu gehört die Beurteilung und klinische Einführung von high-end Technologien, das heißt Geräten mit höchster Qualitätsstufe hinsichtlich ihrer technischen Leistungsfähigkeit. Ein Beispiel sind die neuesten Lösungen in ihrem schon sehr frühen Steckenpferd, die Magnetresonanztomographie (MRT). „Mittels neuester MRT-Techniken lassen sich beispielsweise diagnostische Fehlerquellen wie Artefakte durch die Atmung oder Bewegungen des Patienten minimieren“, sagt Prof. Attenberger.

Mit KI zur maßgeschneiderten Therapie

Verfahren der künstlichen Intelligenz (KI) hat Prof. Attenberger besonders im Blick. Damit will sie Bild-, klinische und molekulare Daten zusammen bewerten. Dies soll unter anderem zur Charakterisierung von Tumoren und zur Beurteilung von Therapieerfolgen genutzt werden. „Wir wollen so in Zukunft prognostische Marker ableiten, um voraussagen zu können, ob der Patient auf die Behandlung anspricht und wie lang sein Überleben ist. Ziel ist eine maßgeschneiderte Therapie auf Basis dieser Daten“, sagt Prof. Attenberger. Dafür setzt die neue Klinikdirektorin auf Kooperationen mit externen IT-Spezialisten sowie auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Kliniken und Einrichtungen des Universitätsklinikums Bonn, dem DZNE, der Mathematischen Fakultät der Universität Bonn und der Bonner Frauenhofer-Instituten. „Ich passe mit meinen Themen genau hier rein“, sagt die neue Klinikdirektorin.

Radiologie in das digitale Zeitalter führen

„Die Radiologie am Universitätsklinikum Bonn ist ein Leuchtturm minimal-invasiver Therapie mit exzellenten Strukturen in der bildgebenden Diagnostik, die grundlegend für eine zielgerichtete Therapie ist. Ich habe eine hohe Motivation auf diesem großartigen Nährboden den Bonner Standort weiter international nach vorne zu bringen“, sagt Prof. Attenberger. So will sie durch Etablierung einer modernen IT-Struktur auf der einen Seite die Kommunikation zwischen Diagnostik, Zuweiser und Patienten beschleunigen und Prozessabläufe optimieren und auf der anderen Seite eine Plattform für den interdisziplinären Datenaustausch und die gemeinsame Bewertung unterschiedlicher Daten mittels KI schaffen.

Zudem strebt sie an, KI basierte Verfahren in die minimal-invasive radiologische Therapie einzuführen. „Hier könnte KI zum Beispiel zur Automatisierung der Verfahren oder zur Ablaufoptimierung während eines Eingriffs im Interventionsraum ein Schlüssel sein“, sagt Prof. Attenberger. Hierzu bringt sie auch eine Forschungskooperation aus Mannheim nach Bonn mit. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungscampus „M2OLIE“ soll ein reibungsloser geschlossener Regelkreis – ein so genannter Closed-Loop-Prozess – aus vielen verschiedenen Bildgebungsdaten, molekularer Diagnostik und zielgerichteter therapeutischer Intervention für den oligo-metastasierten Patienten entwickelt und in den klinischen Alltag integriert werden.

Frauen in Führungspositionen in der universitären Medizin noch selten

2016 wurde Prof. Attenberger als „Anna-Fischer-Dückelmann“-Gastprofessorin an die Universität Zürich berufen: „Es geht um Rollenmodelle. Frauen in Führungspositionen im medizinischen Umfeld sollen ‚Normalität’ werden. Bei derzeit circa 67 Prozent weiblichen Medizinstudierenden können wir – nicht zuletzt mit Blick auf die Demographie – auf das weibliche Potential in den Kliniken nicht verzichten.“

Mit Blick auf das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 schließt ihre außerplanmäßige Professur an der Medizinischen Fakultät Wien, die sie seit 2018 innehat, und ihr jetziger Start am Universitätsklinikum Bonn für Prof. Attenberger einen Kreis. Denn Beethoven ist der Lieblingskomponist der Hobby-Musikerin, die Geige und Klavier spielt: „Er war ein harter Arbeiter mit Visionen, die seiner Zeit weit voraus waren, und ist vorbildhaft für mich. Irgendwie hat er mich zwischen Wien und seinem Geburtsort Bonn begleitet.“ Jetzt ist Prof. Attenberger auf das Programm der Bonner Oper gespannt.

 

Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. Ulrike Attenberger
Direktorin der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15871
E-Mail: ulrike.attenberger(at)ukbonn.de

Bilder:
Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Spezialistin für high-end Bildgebungsverfahren in der Krebsdiagnostik:
Prof. Dr. Ulrike Attenberger ist neue Direktorin der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Bonn;
© Katharina Wislsperger / UK Bonn
https://cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-045-2020/images/Attenberger_Ulrike_Prof.jpg
--------------------------------------------------------------
Dezernat 8
Hochschulkommunikation

im Auftrag von: Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Dr. Inka Väth, Medizinredakteurin
Dienstgebäude: Meinhard-Heinze-Haus
Poppelsdorfer Allee 49, 53115 Bonn
Telefon: 0228/73-4727
Telefax: 0228/73-7451
E-Mail: inka.vaeth(at)uni-bonn.de

]]>
News Pressemitteilung Bonn
news-1137 Fri, 14 Feb 2020 11:28:05 +0100 Ein Spezialist für punktgenaues Operieren im Gehirn /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1137&cHash=53c88ed556b66bd47a39fcd7be982694 Prof. Dr. Jaroslaw Kazimierz Maciaczyk leitet jetzt den Schwerpunkt für Stereotaxie und funktionelle Neurochirurgie an der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Bonn. Der 45-Jährige legt seinen wissenschaftlichen Fokus darauf, die Regulation von aus Krebszellen abgeleiteten Tumorstammzellen zu entschlüsseln. Ziel ist, eine biologische Therapie gegen diese Zellen zu finden. Am Standort Bonn möchte Prof. Maciaczyk einen schnellen Wissenstransfer von der Forschung in die Patientenversorgung und umgekehrt fördern. Dabei will er vor allem die Versorgung von Hirntumorpatienten verbessern und die Tiefe Hirnstimulation sowie die periphere Neuromodulation als Therapieoptionen unter anderem für Parkinson- und Schmerzpatienten ausbauen. Zuletzt war der gebürtige Pole zwei Jahre an der University of Otago in Dunedin (Neuseeland) tätig.

Prof. Maciaczyk operiert das Gehirn mit einem speziellen Verfahren, der so genannten Stereotaxie. Dazu bestimmt er mittels computerassistierter Berechnung die Zielpunkte exakt im dreidimensionalen Raum des Kopfes. Aufnahmen bildgebender Verfahren ermöglichen dabei eine hohe Präzision. „Wir können die Route ausrechnen, auf der wir keine wichtige Gehirnstruktur zerstören“, sagt Prof. Maciaczyk. „Es ist eine auf einen Millimeter – also auf die Größe einer Nadelspitze – genaue Methode.“ Ein am Kopf befestigter Metallrahmen ist dabei wesentlich für seine Zielgenauigkeit, wenn der Bonner Neurochirurg über ein kleines Bohrloch in das Gehirn vordringt. So kann er selbst äußerst kleine und tief gelegene Hirnareale punktgenau erreichen. So lassen sich unter anderem Proben für die Diagnostik entnehmen oder tiefe Hirnelektroden platzieren.

Elektrische Impulse sorgen für Ruhe und Ordnung

„Für die Tiefe Hirnstimulation können wir ganz präzise Elektroden implantieren und Bewegungsstörungen wie Parkinson und Tremor behandeln“, sagt Prof. Maciaczyk. Bei Parkinson ist durch einen Mangel an dem Botenstoff Dopamin der Informationsfluss in den Hirnregionen gestört, die Bewegungen planen und steuern. Bei der Hirn-Stimulation blockieren schwache elektrische Signale fehlgeleitete Aktivitäten in diesen Arealen, die für die typischen Symptome der langsam fortschreitenden Erkrankung wie Zittern, verlangsamte Bewegungen bis hin zur Muskelstarre verantwortlich sind. Im Krankheitsverlauf kann es auch zu Wirkungsschwankungen der Medikamente kommen, das heißt es gibt Phasen guter Beweglichkeit im Wechsel zu Phasen massiv eingeschränkter Beweglichkeit. „Bei der Behandlung von Parkinson findet gerade ein Paradigmenwechsel statt: Eine Hirnstimulation im früheren Krankheitsstadium ist der alleinigen medikamentösen Therapie überlegen – also nicht warten bis der Betroffene austherapiert ist. Denn Patienten mit beginnenden motorischen Komplikationen sprechen viel besser auf die Therapie an. Zudem verlangsamt sie den Krankheitsverlauf, vor allem bei jüngeren Patienten, möglicherweise aufgrund der schützenden Wirkung der Stimulation auf Nervenzellen“, sagt Prof. Maciaczyk. Die Tiefe Hirnstimulation ist auch eine Option bei anderen Bewegungsstörungen wie essentieller Tremor und Dystonie, schwer behandelbaren chronischen Schmerzen sowie bei psychiatrischen Erkrankungen wie Zwangsstörung oder Depression.

Außerhalb des Gehirns implantiert der neue Sektionsleiter Systeme zur Stimulation im Bereich des Rückenmarks oder peripherer Nerven. Damit hilft er beispielsweise Patienten mit medikamentös austherapierten Schmerzen oder Patienten mit einer Störung der arteriellen Durchblutung der Arme und Beine, der so genannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) oder mit Brustenge, fachsprachlich Angina Pectoris genannt. „Es ist eine Alternative für Betroffene, bei denen die Verengung der Gefäße nicht operativ behoben werden kann. Wir stellen die Mikrozirkulation wieder her, lindern die Schmerzen und im Falle der pAVK können auch oft Amputationen verhindern.“

„Besondere Wissenschaftslandschaft in Bonn“

Im Rahmen seiner onkologischen Forschung beschäftigt sich Prof. Maciaczyk mit Krebszellen, die Stammzellcharakter haben. Kleine Populationen solcher Tumorstammzellen sind der Ursprung eines bösartigen Tumors. Bei einer Operation bleiben in der Regel Krebszellen übrig, die eine Nachtherapie erfordern. Doch die Tumorstammzellen sind gegen Strahlung und Chemotherapie resistent. „Kommt ein Tumor nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung wieder, ist dies auf eine dieser Stammzellpopulationen zurückzuführen. Ich will deren Regulation entschlüsseln, um sie bekämpfen zu können“, sagt der neue Sektionsleiter.

Prof. Maciaczyk setzt auf eine starke kooperative Vernetzung, sowohl innerhalb als außerhalb der Klinik. „Am Bonner Standort gibt es eine hervorragende klinische Forschung und Grundlagenforschung im Labor. Zudem gibt es ein komplettes Angebot modernster Hochleistungsgeräte gekrönt vom interdisziplinär angewandten Gerät für hoch-intensiven fokussierten Ultraschall (HIFU) zur Tremorbehandlung. Diese Vielseitigkeit gibt es kaum woanders“, beschreibt der Familienvater zweier Töchter im Alter von 11 und 14 Jahren seine Motivation an das Universitätsklinikum Bonn zu kommen und somit nach Deutschland zurückzukehren. Denn nach seinem Studium in Polen war er an den Universitätskliniken in Freiburg und Düsseldorf tätig, bevor er nach Neuseeland an die University of Otago in Dunedin ging. Jetzt ist er gespannt auf die Stadt Bonn und Umgebung.

 

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Jaroslaw Maciaczyk
Leiter der Sektion Stereotaktische und Funktionelle Neurochirurgie
Klinik für Neurochirurgie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-11064
E-Mail: jaroslaw.maciaczyk(at)ukbonn.de

 

Bilder:
Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Ein Spezialist für punktgenaues Operieren im Gehirn:
Prof. Jaroslaw Kazimierz Maciaczyk leitet jetzt die Stereotaxie und funktionelle Neurochirurgie am Universitätsklinikum Bonn;
© Johann Saba / UK Bonn
cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-041-2020/images/Maciaczyk_Jaroslaw-Prof.jpg
--------------------------------------------------------------
Dezernat 8
Hochschulkommunikation

im Auftrag von: Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Dr. Inka Väth, Medizinredakteurin
Dienstgebäude: Meinhard-Heinze-Haus
Poppelsdorfer Allee 49, 53115 Bonn
Telefon: 0228/73-4727
Telefax: 0228/73-7451
E-Mail: inka.vaeth(at)uni-bonn.de

]]>
News Neuroonkologisches Tumorzentrum Bonn
news-1134 Thu, 13 Feb 2020 08:34:00 +0100 Bösartige Hirntumoren: Optimierung der Diagnostik durch moderne Bildgebungsverfahren /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1134&cHash=f6afe50f8ff918b8c9c0e4c3df52ef96 Von Wilhelm Sander-Stiftung gefördertes Forschungsprojekt Ein Problem bei der Hirntumordiagnostik mittels Magnetresonanztomographie ist die Unterscheidung zwischen erneutem Tumorwachstum und gutartigen Veränderungen, häufig in Folge einer vorausgegangenen Therapie. Dies kann die Beurteilung des Therapieansprechens erheblich beeinträchtigen. Eine weitere wichtige Fragestellung ist die Beurteilung der Prognose der Hirntumorpatienten anhand bildgebender Verfahren bereits bei Diagnosestellung. Forscher der Klinik für Neurologie der Uniklinik Köln haben nun zusammen mit dem Forschungszentrum Jülich im Rahmen eines von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojektes exaktere Diagnosemöglichkeiten mittels moderner Bildgebungsmethoden untersucht.

Die Diagnostik von Hirntumoren beruht heute in erster Linie auf der Magnetresonanztomographie (MRT). Die MRT ist weit verfügbar und bietet eine hervorragende anatomische Darstellung. Jedoch kann beispielsweise die Unterscheidung von Tumorgewebe und gutartigen Veränderungen, die durch die Tumortherapie (z. B. Strahlentherapie) selbst bedingt sein kann, schwierig sein. Bei dieser Problematik können Diagnoseverfahren, die den Stoffwechsel des Gewebes erfassen, sehr hilfreich sein. Die sogenannte Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit radioaktiv markierten Aminosäuren wie z. B. F-18-Fluorethyltyrosin (FET) ist zurzeit eines der leistungsfähigsten diagnostischen Verfahren, um die MRT-Bildgebung zu ergänzen und die Versorgung von Patienten mit Hirntumoren zu verbessern. FET wurde am Forschungszentrum Jülich entwickelt, seitdem wurde dessen Einsatz durch die Etablierung besonderer Auswertungsmethoden wie die Aufnahmekinetik der FET im Gewebe über die Zeit (sogenannte dynamische oder kinetische Analyse) oder die Gewinnung von weiteren, für das menschliche Auge nicht wahrnehmbaren Bildinformationen aus der FET-PET mithilfe von Methoden der „Künstlichen Intelligenz“ weiter optimiert.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Neuro-Onkologie, geleitet von Prof. Dr. Norbert Galldiks, an der Klinik für Neurologie der Uniklinik Köln haben in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich nun untersucht, wie man bei Hirntumorpatienten mittels dieser modernen Bildgebungsverfahren (vor allem FET-PET) wertvolle Zusatzinformationen erheben kann.

Eine der wichtigsten Beobachtungen im Rahmen des von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojektes war, dass bestimmte Biomarker, die durch die angewendeten Bildgebungsmethoden identifiziert werden konnten, eine hohe prognostische Aussagekraft haben. Vor allem traf dies auf Patienten mit neu diagnostizierten niedriggradigen Tumoren zu, die bestimmte bildgebende Zeichen in der FET-PET (sog. „Photopenic Defects“) aufwiesen. Die Arbeitsgruppe um Prof. Galldiks konnte in Zusammenarbeit mit Neurowissenschaftlern der Ludwig-Maximilians-Universität München zum ersten Mal zeigen, dass diese Patientengruppe – auch unabhängig von der gewählten Therapie – eine deutlich ungünstigere Prognose zu haben scheint.

Eine ähnlich hohe prognostische Aussagekraft der modernen Bildgebungsmethoden konnte das Forscherteam um Prof. Galldiks auch mithilfe von dynamischen FET-PET Parametern in der am 07.02.2020 erschienenen Publikation im European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging zeigen. Die Wissenschaftler beobachteten, dass diese Methode helfen kann, die Prognose bei bösartigen hirneigenen Tumoren (sogenannten malignen Gliomen ohne Mutation im Isozitrat-Dehydrogenase-Gen) vorherzusagen. Darüber hinaus gelang es sowohl mittels der dynamischen FET-PET als auch mit Methoden der „Künstlichen Intelligenz“, bestimmte prognostisch relevante molekulare Veränderungen mit einer hohen Genauigkeit zu identifizieren.

Weiterhin wurde erforscht, ob mittels der FET-PET eine Differenzierung zwischen gutartigen therapiebedingten Veränderungen und erneutem Tumorwachstum möglich ist. In einem Vergleich mit sogenannter diffusionsgewichteter MRT-Bildgebung, welche die Diffusionsbewegung von Wassermolekülen in Körpergewebe misst und räumlich aufgelöst darstellt, konnte die Überlegenheit der FET-PET bei dieser Fragestellung gezeigt werden. Die FET-PET lieferte auch bei der Anwendung neuerer Therapieformen wie dem Multikinase-Inhibitor Regorafenib oder der Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren wichtige diagnostische Zusatzinformationen zu diesem klinisch hochrelevanten Problem.

Auch gelang mittels der FET-PET eine verbesserte Beurteilung des Therapieansprechens im Vergleich zur kontrastmittelgestützten MRT. In einer prospektiven Studie mit bösartigen Hirntumoren (Glioblastomen) konnte mit der FET-PET nach erstmaligem Wiederauftreten des Tumors nach Abschluss der Standardtherapie das Ansprechen auf eine experimentelle Kombinationstherapie aus einem Hemmstoff der Blutgefäßneubildung und einem Chemotherapeutikum deutlich genauer vorhergesagt werden. Insbesondere zeigten Patienten, die auf diese Therapiemaßnahme ansprachen (sogenannte „Responder“), in der FET-PET ein signifikant längeres Überleben.

Zusammengefasst weisen diese Forschungsergebnisse darauf hin, dass ergänzende Bildgebungsverfahren wie z. B. die FET-PET wertvolle Zusatzinformationen für die Hirntumor-Patientenversorgung liefern können und somit einen wichtigen Beitrag zur klinischen Implementierung dieser Methoden im Sinne der translationalen Forschung leisten.

Hintergrund Wilhelm-Sander-Stiftung:
Die Wilhelm-Sander-Stiftung hat dieses Forschungsprojekt mit rund 155.000 Euro unterstützt. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt rund 245 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz ausbezahlt. Damit ist die Wilhelm Sander-Stiftung eine der bedeutendsten privaten Forschungsstiftungen im deutschen Raum. Sie ging aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

 

Originalpublikation:
Bauer EK, Stoffels G, Blau T, Reifenberger G, Felsberg J, Werner JM, Lohmann P, Rosen J, Ceccon G, Tscherpel C, Rapp M, Sabel M, Filss CP, Shah NJ, Neumaier B, Fink GR, Langen KJ, Galldiks N. Prediction of survival in patients with IDH-wildtype astrocytic gliomas using dynamic O-(2-[18F]fluoroethyl)-L-tyrosine PET. Eur J Nucl Med Mol Imaging. 07 Feb 2020, Epub ahead of print.

 

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse(at)uk-koeln.de

 

]]>
News Pressemitteilung Forschung Hirntumoren Köln
news-1128 Wed, 12 Feb 2020 13:37:36 +0100 Onkologische Selbsthilfegruppen wählen neue Vertreter /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1128&cHash=0999a692fd5d594772685adfdc7bcf27 Monika Kock und Hans-Joachim Kaps sind neue Sprecher am Düsseldorfer Universitätstumorzentrum Die am Universitätstumorzentrum (UTZ) des Universitätsklinikums Düsseldorf aktiven onkologischen Selbsthilfegruppen haben zwei neue Sprecher gewählt: Monika Kock (Selbsthilfegruppe „Frauen für Frauen“) und Hans-Joachim Kaps (Selbsthilfegruppe für Partner krebskranker Frauen). Am 24. Januar 2020 wurden Frau Kock und Herr Kaps durch den „Onkologischen Qualitätszirkel Selbsthilfe“ einstimmig gewählt.

Die beiden Sprecher sind bereits mehrere Jahre in der Selbsthilfe aktiv und sind durch ihre Wahl und einer Änderung der UTZ-Geschäftsordnung jetzt auch stimmberechtigte Mitglieder im Vorstand des Universitätstumorzentrums (UTZ). Sie haben somit direkten Einfluss auf die Verbesserung der Behandlungs- und Informationsprozesse. „Ich habe mir vorgenommen, in den Vorstandssitzungen meine Vorschläge und Kritikpunkte deutlich anzusprechen“, kommentiert Monika Kock diese neue Mitwirkungsmöglichkeit. Professor Dr. Peter Albers, Direktor des UTZ, unterstützt dies: „Wir begrüßen die beiden Sprecher der Selbsthilfe jetzt auch im UTZ-Vorstand und freuen uns auf die Zusammenarbeit. Ihre Ideen sind uns jederzeit willkommen.“

Hintergrund:
Das Universitätstumorzentrum (UTZ) der Uniklinik Düsseldorf ist Onkologisches Spitzen­zentrum im Zentrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Unikliniken Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf, gefördert durch die Deutsche Krebshilfe. Und zugleich auch Onkologisches Zentrum, zertifiziert durch die Deutsche Krebsgesellschaft. Der große Patiententag des UTZ findet jährlich im September im Haus der Universität statt und wird durch die Selbsthilfegruppen mitgestaltet.

Von: Dr. Thomas Baehring

Kontaktdaten der Selbsthilfegruppen am Universitätstumorzentrum Düsseldorf:
http://www.uniklinik-duesseldorf.de/tumorzentrum/selbsthilfegruppen

]]>
Pressemitteilung Selbsthilfe Düsseldorf
news-1111 Tue, 04 Feb 2020 11:19:07 +0100 Lungenkrebs bei Asiaten und Europäern unterschiedlich /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1111&cHash=af80aa53068877268ef1cdf36d4a3b94 Umfassende vergleichende Studie in „Nature Genetics“ publiziert Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Axel Hillmer, Leiter der Genomischen Pathologie an der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät, hat zusammen mit Wissenschaftlern und Klinikern in Singapur eine der ersten umfassenden genomischen Studien zum asiatischen Lungenadenokarzinom (LUAD) abgeschlossen. Im Rahmen der Studie wurde zum ersten Mal eine umfassende genomische Landschaft asiatischer LUADs dargestellt und die komplexen ethnischen Unterschiede zwischen Asiaten und Europäern charakterisiert. Die Studie hat dabei besondere molekulare Merkmale für die ostasiatische Bevölkerung identifiziert. Die Studie wurde jetzt im renommierten Wissenschaftsjournal „Nature Genetics" veröffentlicht.

Das Adenokarzinom der Lunge ist die häufigste Form von Lungenkrebs und für jährlich über eine Million Todesfälle weltweit verantwortlich. Es ist bekannt, dass es sich zwischen Asiaten und Europäern deutlich unterscheidet: 40 bis 60 Prozent der asiatischen LUADs weisen eine Mutation im EGF-Rezeptor auf, bei der kaukasischen Form trifft dies nur in sieben bis zehn Prozent zu. Kleinere Studien weisen darauf hin, dass es weitere genomische Unterschiede gibt. Unter den asiatischen LUAD-Patienten sind mehr weibliche Nichtraucherinnen verglichen mit kaukasischen Patienten, während sich bei ihnen mehr männliche Raucher finden.

Um ausreichend große Datenmengen für den Vergleich zu erhalten, wurden die gesamten Exome (n=210) und Transkriptome (n=181) von 213 chinesischen LUAD-Patienten aus Singapur sequenziert. Zusammen mit zuvor veröffentlichten vollständigen Exomdaten von 92 chinesischen Patienten stellten die Forscher so den größten Datensatz (n=305) von LUADs für Ostasiaten zusammen. Durch den Vergleich der genomischen Landschaften mit den gleichen Analysepipelines konnten große Unterschiede bei Treibermutationen, Kopienzahländerungen und transkriptomischen RNA-Untergruppen ermittelt werden.

Auch wenn die kaukasischen Patienten im Vergleich zur asiatischen Kohorte mehr Raucher und Zigarettenkonsum aufwiesen, ähnelten sich die beiden Kohorten im Stadium und Alter sowie in anderen klinischen Merkmalen. Die Studie ermöglichte daher auch den bislang größten direkten Vergleich zwischen Rauchern und Nichtrauchern aus zwei ethnischen Gruppen.

Die Studie bestätigte, dass sich die Mutationslandschaft der asiatischen Patienten von den kaukasischen unterscheidet, wobei die Prävalenz von Mutationen auch in vielen anderen Genen jenseits des EGF-Rezeptors unterschiedlich ist. Die Analyse lieferte zwei wichtige Erkenntnisse: Zum einen weist der asiatische rauchbedingte Lungenkrebs offenbar "stabilere" Genome auf. Daraus lässt sich eine bessere Vorhersagegenauigkeit für Prognosen ableiten als für kaukasische LUADs. Zum anderen konnten bei mehr als einem Drittel der Asiaten höhere Entzündungswerte sowie stärkere Anzeichen von Immunzellen festgestellt werden. „Diese Ergebnisse können zu neuen Ansätzen für personalisierte Therapien führen, die speziell auf diese asiatische Untergruppe abzielt“, sagt Prof. Hillmer. Er war zum Zeitpunkt der Studie am Genom Institut Singapur Arbeitsgruppenleiter im Fachbereich „Cancer Therapeutics & Stratified Oncology“ und hat die genomischen Untersuchungen geleitet. An der Interpretation und Diskussion der Daten hat er nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2016 intensiv weitergearbeitet.

Das Forscherteam in Singapur plant auf Basis dieser Ergebnisse den Aufbau einer Wissensdatenbank für Lungenkrebs, um komplexere Vorhersagemodelle zu entwickeln. „Die Schaffung von zentralen Datenbanken ist von entscheidender Bedeutung für unser Verständnis von Krebserkrankungen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Reinhard Büttner, Direktor der Pathologie an der Uniklinik Köln. „Mit dem Netzwerk Genomische Medizin Lungenkrebs, das wir von Köln aus über mehrere Jahre aufgebaut haben und das gerade auf nationale Ebene ausgedehnt wird, sammeln wir gezielte genomische Informationen von tausenden Lungenkrebspatienten. Diese Struktur ist sehr hilfreich, um Therapieoptionen für Patienten mit seltenen Mutationen einzuschätzen.

Originalarbeit:
Genomic landscape lung adenocarcinoma in East Asians by Jianbin Chen, Hechuan Yang, Audrey Su Min Teo, Lidyana Bte Amer, Faranak Ghazi Sherbaf, Chu Quan Tan, Jacob Josiah Santiago Alvarez, Bingxin Lu, Jia Qi Lim, Angela Takano, Rahul Nahar, Yin Yeng Lee, Cheryl Zi Jin Phua, Khi Pin Chua, Lisda Suteja, Pauline Jieqi Chen, Mei Mei Chang, Tina Puay Theng Koh, Boon-Hean Ong, Devanand Anantham, Anne Ann Ling Hsu, Apoorva Gogna, Chow Wei Too, Zaw Win Aung, Yi Fei Lee, Lanying Wang, Tony Kiat Hon Lim, Andreas Wilm, Dawn Poh Sum Choi, Poh Yong Ng, Chee Keong Toh, Wan-Teck Lim, Siming Ma, Bing Lim, Jin Liu, Wai Leong Tam, Anders Martin Jacobsen Skanderup, Joe Poh Sheng Yeong, Eng-Huat Tan, Caretha Creasy, Daniel Shao Weng Tan, Axel M. Hillmer, Weiwei Zhai; DOI: https://www.nature.com/articles/s41588-019-0569-6

Für Rückfragen:

Anja Schattschneider
Redakteurin/Pressereferentin
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse(at)uk-koeln.de

]]>
News Pressemitteilung Forschung Lungenkrebs Köln
news-1119 Tue, 04 Feb 2020 08:58:00 +0100 Weltkrebstag: WHO prognostiziert Verdoppelung von Neuerkrankungen bis 2040 /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1119&cHash=b3b9cbcfefb3382ce3bea15f14e9f00a Kommentar von Prof. Dr. Norbert Gattermann Krebsexperte Prof. Dr. Norbert Gattermann aus der Uniklinik Düsseldorf, sieht keine Panikmache. Die Zahl sei durch die demographische Entwicklung begründet.

Nahezu eine Verdopplung bei den Krebsneuerkrankungen prognostiziert die Weltgesundheitsorganisation WHO im Weltkrebsreport, der alle fünf Jahre von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) herausgegeben wird. „Das ist keine Panikmache, denn die Hochrechnung berücksichtigt vor allem die demographische Entwicklung“, sagt Prof. Dr. med. Norbert Gattermann, Ärztlicher Leiter des CIO Düsseldorf und geschäftsführender Leiter des Universitätstumorzentrums (UTZ) am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Immer mehr Menschen werden älter, insofern steigen die Krebsneuerkrankungen automatisch.“

Die genannten Zahlen seien kein Grund, in eine Depression zu verfallen, so der Krebsspezialist. „Die Behandlungsmöglichkeiten werden immer besser. Eine Verdoppelung der Neuerkrankungen ist also keineswegs gleichzusetzen mit einer Verdoppelung der krebsbedingten Todesfälle.“

Große Erfolge hat die Krebsforschung in den vergangenen Jahren zum Beispiel auf dem Gebiet der Immunonkologie erzielt. Die Wissenschaftler haben Medikamente entwickelt, die die spezifischen Abwehrzellen der Patientinnen und Patienten deutlich stärken. „Dies hat neue Möglichkeiten beispielsweise bei der Behandlung des schwarzen Hautkrebses oder des Lungenkarzinoms eröffnet“, sagt Prof. Gattermann.

Positiv wirkt sich auch aus, dass immer weniger Menschen rauchen. „Bei den Risikofaktoren nimmt der Tabakkonsum nach wie vor eine Spitzenposition ein“, erklärt Prof. Gattermann.  Wenn weniger Menschen rauchen, werde sich das auch sichtbar auf die Zahl der Krebsneuerkrankungen auswirken.

Von: Jörn Grabert

]]>
Prävention Düsseldorf
news-1126 Thu, 30 Jan 2020 09:20:00 +0100 Kunsttherapie für Krebspatienten /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1126&cHash=40dd957ee510b021fd9654346d363f9c Das Universitätsklinikum Bonn erweitert onkologisches Therapieangebot. Das Centrum für Integrierte Onkologie Bonn (CIO) am Universitätsklinikum Bonn (UKB) erweitert das Behandlungsangebot für Krebspatienten um Kunsttherapie. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt mit der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft/Forschungsinstitut für Künstlerische Therapien (AH). Die für die Patienten kostenfreie Therapieform startet am 6. Februar 2020 und wird wissenschaftlich begleitet. Das Bonner Spendenparlament sowie die Leukämie-Initiative Bonn e. V. unterstützen das Vorhaben.

Schwierige Lebenssituationen sind oftmals überwältigend und machen sprachlos. Vor allem bei schweren Krankheiten fühlen sich viele Patienten überfordert, empfinden Angst, Wut oder auch Verzweiflung. Verschiedene aktuelle Studien zeigen, dass die Kunsttherapie den Patienten helfen kann, mit der Krankheit besser zurechtzukommen.

Mit dem neuen Angebot bietet das Centrum für Integrierte Onkologie Bonn (CIO) am UKB den Patienten eine Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und neue Verarbeitungs- und Ausdrucksmöglichkeiten zu finden. „Der kreative Zugang zu den eigenen Gedanken und Gefühlen hilft dabei, die Krankheit zu verarbeiten und wieder Kraft zu schöpfen“, erläutert Michael Neumann von der Abteilung für Integrierte Onkologie am UKB. Malen können muss man hierfür nicht. „Es geht nicht um das schöne Bild, sondern um den Menschen, der seinen Emotionen Raum geben möchte“, sagt die betreuende Kunsttherapeutin Maria Meixner, die an der Alanus Hochschule ihren Masterabschluss in Kunsttherapie gemacht hat. Um einen breiten Erfahrungsraum zu öffnen, werden vielfältige Materialien angeboten, die es den Patienten ermöglichen, persönlichen Vorlieben nachzugehen und gegebenenfalls diese auch zu Hause zu nutzen.

Prof. Dr. Ingo Schmidt-Wolf (CIO), Prof. Dr. Harald Gruber (AH) und Prof. Dr. Sabine Koch (AH) werden die Erfahrungen der Patienten wissenschaftlich überprüfen. Damit wollen sie erfahren, ob und in welchem Umfang die psychischen Belastungen der Patienten reduziert werden können.

Die Kunsttherapie am CIO Bonn kann zu jedem Zeitpunkt der Erkrankung begonnen werden und als begleitendes Verfahren die notwendigen Therapien unterstützen.

Eine Anmeldung ist jederzeit möglich.

Wann:
donnerstags 18:00 – 19:15 Uhr


Wo: 
Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Gebäude 80, 1.OG/Raum 088

Venusberg-Campus 1, 53127 Bonn

Kontakt & Anmeldung

Maria Meixner
Kunsttherapeutin M.A.

E-Mail: maria.meixner(at)ukbonn.de

Tel.: 0228 287-17048

> Flyer Kunsttherapie

]]>
News Leistungen Bonn
news-1093 Fri, 10 Jan 2020 10:26:00 +0100 Spitzenmedizin für Kinder /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1093&cHash=d5f7588072ac33916511ba6d6fb1637f Universitätsklinikum Bonn eröffnet Eltern-Kind-Zentrum

Bonn, 10. Januar 2020 – Am Universitätsklinikum Bonn (UKB) ist heute das neue Eltern-Kind-Zentrum (ELKI) eröffnet worden. Der Neubau bietet 164 Patienten Platz und vereint alle Disziplinen der Kinderheilkunde und der Geburtshilfe unter einem Dach. Das neue Gebäude kostet 112 Millionen Euro und ersetzt das in die Jahre gekommene Zentrum für Kinderheilkunde in der Adenauerallee. Dadurch entfallen etwa 20.000 Patiententransporte, auch schwerstkranker Kinder, die sich durch die Aufteilung der medizinischen Versorgungsstrukturen auf die Standorte Adenauerallee und Venusberg ergaben. Ein besonderer Schwerpunkt wurde im Neubau auf die kinderfreundliche Architektur und künstlerische Gestaltung gelegt.

Fünf Etagen mit 11.787 Quadratmetern Nutzfläche für Kinderspitzen-medizin, exzellente Spezialisten aller Fachrichtungen, 124 Betten in der Kinderheilkunde, darunter 31 Intensivbetten sowie 18 Intermediate-Care Betten und 40 Betten in der Geburtshilfe. Mit dem ELKI des UKB ist auf dem Bonner Venusberg eine der modernsten Kinderkliniken Europas entstanden. Heute, etwa eine Woche vor dem geplanten Umzug, hat das UKB zur offiziellen Eröffnungsfeier eingeladen. Zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Wissenschaft, Freunde und Förderer sowie Mitarbeiter/innen des UKB haben am Festakt mit symbolischer Schlüsselübergabe an die Klinikdirektoren/innen des ELKI teilgenommen.

Der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKB Prof. Wolfgang Holzgreve betonte bei der Eröffnung, dass der Bau eines neuen Eltern-Kind-Zentrums unerlässlich für eine zeitgemäße medizinische Versorgung auf höchstem Niveau gewesen sei. „Die Verlegung von der Adenauerallee auf den Venusberg für medizinische Untersuchungen und Eingriffe und die damit verbundenen Trennungen und anstrengenden Fahrten bleiben den kleinen Patienten und deren Angehörigen zukünftig erspart. Diagnosen und Behandlungen werden nun unter einem Dach und viel schneller als zuvor durchgeführt“, sagte Prof. Holzgreve und verweist auch auf eine weitere Besonderheit der Klinik: „Das ELKI ist durch eine Brücke mit der unmittelbar danebenliegenden jetzigen Frauenklinik verbunden. Dadurch ist die Gynäkologie mit der Geburtshilfe sowie den kinderchirurgischen Fächern eng verzahnt und es gibt endlich mehr Platz, z. B. für die in Bonn bundesweit führende vorgeburtliche Diagnostik und Intensivbetreuung der Frühgeborenen und Kinder mit angeborenen Erkrankungen, oder von Schwangeren mit individuellen Risiken. Die traditionell sehr gute Kinderherzmedizin ist nun durch die zusätzlich übernommenen Herzspezialisten aus St. Augustin die größte in Deutschland.“

Komplettiert wird das medizinische Angebot des ELKI durch Ambulanzen der Geburtshilfe und der Pädiatrie mit einer Kindernotaufnahme. Darüber hinaus sind eine kinderonkologische Tagesklinik und eine kinderonkologische Pflegestation mit Knochenmarktransplantationszimmern im Neubau vorhanden, was das Krebs-Spitzenzentrum, welches das UKB zusammen mit den Standorten Aachen, Köln und Düsseldorf betreibt, verstärkt. Zur Ausstattung gehören zudem vier OP-Säle, davon ein Hybrid-OP mit innovativer Vernetzung der Bildgebung, der von der Stiftung Kinderherzen Bonn und der Elterninitiative für herzkranke Kinder und Jugendliche Bonn finanziell unterstützt wurde, sowie fünf Geburtsräume. Eine intensive interdisziplinäre psychosoziale Betreuung, die auch die Aktivitäten der Förderkreise und Elterninitiativen miteinschließt, rundet das Leistungsspektrum ab. Dank dem Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn e. V. entsteht in unmittelbarer Nähe des Neubaus ein komplett spendenfinanziertes Familienhaus zur Unterbringung von Eltern und Geschwisterkindern mit Schulungs- und Kreativräumen, welches im weiteren Verlauf des Jahres fertig wird.

Der Geschäftsführende Direktor des Zentrums für Kinderheilkunde Prof. Johannes Breuer freut sich auf die Inbetriebnahme des ELKI: „Hier gibt es beste Bedingungen für die fachlich und menschlich herausragenden Experten der Kindermedizin. Neben der optimalen Patientenversorgung mit kurzen Wegen und ideal aufeinander abgestimmten Arbeitsabläufen können wir zeitgleich Innovationen in Forschung und Lehre vorantreiben.“

 

Kunst hilft heilen

Im neuen Eltern-Kind-Zentrum hat das UKB ein einzigartiges Kunstkonzept umgesetzt mit dem Ziel, den Genesungsprozess der kleinen und großen Kinder zu unterstützen. Dafür sind im Gebäude diverse Kunstkonzepte und interaktive Spielflächen vorgesehen. Gemeinsam mit den Nutzern des ELKI wurde von einem Team unter Führung der Bonner Galeristin Gisela Clement ein Kunstprogramm entwickelt, das hochfrequentierte Bereiche wie Ambulanzen, Flure und Wartezonen, Stationen und Funktionsräume individuell und verbindend zugleich mit Kunstwerken ausgestattet hat. Dabei spielen Alter und Bedürfnisse der Patienten genauso eine Rolle wie der Bezug zum umgebenden Kottenforst, der Stadt Bonn und der Region. Die zentralen „Marktplätze“ und Treppenhäuser des ELKI hat die deutsch-britische Künstlerin Katja Davar mit großflächigen Wandarbeiten gestaltet. Einige Ideen stammen vom bekannten Comedian und Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen, dessen langjährige philanthrope Aktivität unter dem Motto „Humor hilft heilen“ beim ELKI in ein Gesamtkonzept „Kunst hilft heilen“ eingegangen ist. Anlässlich des diesjährigen 250. Geburtstages von Ludwig van Beethoven gibt es im neuen ELKI auch einen Beethoven-Geburtsraum, in dem an Wänden und Decke das Sternbild von Beethovens Tauftag künstlerisch nachvollzogen wird.

Dem Verein der Freunde und Förderer der Kinderklinik hat das ELKI ein digitales Aquarium in der Eingangshalle zu verdanken. Es soll dazu beitragen, dass sich die Kinder trotz ihrer Erkrankungen im ELKI wohlfühlen. Die kleinen Patienten können so einen Fisch malen, einscannen und auf virtuelle Schwimmreise ins Aquarium entlassen. Andere Spiel- und Kunstkonzepte sollen ebenfalls die Kinder dazu animieren, das Haus mit allen Sinnen zu erkunden und Freude trotz ihrer Erkrankung zu empfinden.

Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) hat rund 37 Kliniken und 31 Institute und ist mit über 8.000 Mitarbeitern der nach Telekom und Post DHL der drittgrößte Arbeitgeber in Bonn. Jährlich werden am UKB rund 50.000 Patienten stationär und rund 35.000 Notfälle versorgt sowie über 350.000 ambulante Behandlungen durchgeführt. Die medizinische Fakultät der Universität Bonn steht in der wissenschaftlichen Leistung auf Platz 1 in NRW (Auswertung des Landes). Das UKB hat den zweithöchsten Case-Mix-Index (Schweregrad der behandelten Fälle) unter den 35 Universitätskliniken in Deutschland.

 

Pressekontakt:

Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve
Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am
Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Telefon: 0228 287-10900 | E-Mail: wolfgang.holzgreve(at)ukbonn.de

]]>
Kinderonkologie Onkologisches Zentrum Pressemitteilung Bonn News
news-1088 Fri, 03 Jan 2020 14:45:00 +0100 Dr. Ackermann und Prof. Fischer ausgezeichnet /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1088&cHash=086e988b845edba4cbf06abca2314e14 Experimentelle Kinderonkologie: Beste Publikation im deutsch- und russischsprachigen Raum

Dr. Sandra Ackermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Experimentellen Kinderonkologie, sowie Univ.-Prof. Dr. Matthias Fischer, Leiter der Experimentellen Kinderonkologie in der Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik Köln, haben den diesjährigen Fritz-Lampert-Preis erhalten.

Der Preis wird von der TRANSAID Stiftung für die beste Publikation im deutsch- und russischsprachigen Raum vergeben. Dieses Jahr wurde er im Rahmen der Halbjahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) verliehen. Ausgezeichnet wurde die Arbeit „A mechanistic classification of clinical neuroblastoma phenotypes“, die im Dezember 2018 erstmals in Science erschienen ist.

]]>
Auszeichnung Forschung Kinderonkologie Köln
news-1092 Fri, 20 Dec 2019 00:05:00 +0100 Künstliche Intelligenz erkennt Blutkrebs /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1092&cHash=b73d5391aaf75a3d6a82b94b7af5c78f Bislang größte Metastudie über die Akute Myeloische Leukämie

Künstliche Intelligenz kann eine der häufigsten Formen von Blutkrebs – die Akute Myeloische Leukämie (AML) – mit hoher Zuverlässigkeit erkennen. Das haben Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankung (DZNE) und der Universität Bonn im Rahmen einer Machbarkeitsstudie nun nachgewiesen. Ihr Ansatz beruht auf der Analyse der Genaktivität von Zellen, die im Blut vorkommen. In der Praxis eingesetzt, könnte dieses Verfahren herkömmliche Diagnosemethoden unterstützen und den Therapiebeginn möglicherweise beschleunigen. Die Forschungsergebnisse sind im Fachjournal „iScience“ veröffentlicht.


Künstliche Intelligenz ist in der Medizin ein vieldiskutiertes Thema, insbesondere im Bereich der Diagnostik. „Wir wollten die Potentiale an einem konkreten Beispiel untersuchen“, erläutert Prof. Joachim Schultze, Forschungsgruppenleiter am DZNE und Leiter der Abteilung Genomik und Immunoregulation am LIMES-Institut der Universität Bonn. „Weil dafür große Datenmengen erforderlich sind, haben wir Daten der Genaktivität von Zellen aus dem Blut ausgewertet. Dazu gibt es zahlreiche Studien und die zugehörigen Ergebnisse sind über Datenbanken zugänglich. Es gibt also einen enormen Datenpool. Wir haben quasi a
lles gesammelt, was derzeit verfügbar ist.“



Fingerabdruck der Genaktivität



Schultze und Kollegen ging es dabei um das „Transkriptom“: einer Art Fingerabdruck der Genaktivität. Denn in jeder Körperzelle sind je nach deren Zustand immer nur bestimmte Gene „eingeschaltet“, was sich im Profil der Genaktivität widerspiegelt. Genau solche Daten – sie stammten von Zellen aus Blutproben und umfassten tausende von Genen – wurden im Rahmen der aktuellen Studie untersucht. „Das Transkriptom enthält wichtige Informationen über den Zustand von Zellen. Die klassische Diagnostik beruht jedoch auf anderen Daten. Wir wollten deshalb herausfinden, was eine Analyse des Transkriptoms mit Hilfe künstlicher Intelligenz, also mittels lernfähiger Algorithmen, leisten kann“, sagt Schultze, der Mitglied im Excellenzcluster „ImmunoSensation“ der Universität Bonn ist. „Langfristig möchten wir diesen Ansatz auf weitere Fragestellungen anwenden, insbesondere im Bereich der Demenzerkrankungen.“



In der aktuellen Studie stand die AML im Fokus. Ohne adäquate Behandlung führt diese Form der Leukämie innerhalb von Wochen zum Tode. Die AML geht einher mit der Vermehrung krankhaft veränderter Knochenmarkszellen, die letztlich ins Blut gelangen können. Dort treiben dann gesunde Zellen und Tumorzellen, deren Gene jeweils typische Aktivitätsmuster aufweisen. Alle diese Aktivitätsprofile gingen in die Analyse ein. Messdaten von mehr als 12.000 Blutproben – diese stammten aus 105 verschiedenen Studien – wurden dabei berücksichtigt: der bislang größte Datensatz für eine Metastudie über AML. Rund 4.100 dieser Blutproben kamen von Personen mit AML-Diagnose, die übrigen von Personen mit anderen Erkrankungen oder von Personen, die als gesund eingestuft worden waren.



Hohe Trefferquote



Die Wissenschaftler fütterten ihre Algorithmen mit Teilen dieses Datensatzes. Zum Input gehörte, welche Proben von AML-Patienten stammten und welche nicht. „Die Algorithmen suchten dann im Transkriptom nach krankheitstypischen Mustern. Das ist ein Prozess der weitgehend automatisiert ablief. Man spricht von maschinellem Lernen“, sagt Schultze. Mit der so erworbenen Mustererkennung wurden dann weitere Daten von den Algorithmen analysiert und klassifiziert, also eingeteilt in Proben mit AML und ohne AML. „Uns war die Zuordnung, so wie sie in den Originaldaten verzeichnet war, natürlich bekannt, der Software jedoch nicht. Insofern konnten wir die Trefferquote überprüfen. Diese lag bei einigen Verfahren oberhalb von 99 Prozent. Wir haben diverse Verfahren aus dem Repertoire der künstlichen Intelligenz getestet. Es gab tatsächlich einen Algorithmus der besonders gut war, aber die anderen lagen nur knapp dahinter.“



Anwendung in der Praxis?



In der Praxis eingesetzt, könnte dieses Verfahren herkömmliche Diagnosemethoden unterstützen und helfen, Kosten zu sparen, meint der Bonner Wissenschaftler. „Prinzipiell könnte eine Blutprobe ausreichen, die der Hausarzt entnimmt und zur Analyse an ein Labor weiterleitet. Ich würde schätzen, dass die Kosten unterhalb von 50 Euro liegen.“ Die klassische AML-Diagnostik sei sehr umfangreich. Einzelne Verfahren daraus würden pro Durchlauf mit einigen hundert Euro zu Buche schlagen. „Allerdings haben wir noch keinen praxistauglichen Test entwickelt. Wir haben nur gezeigt, dass das Verfahren prinzipiell funktioniert. Also Grundlagen dafür gelegt, dass man einen Test entwickeln kann.“



Auch in Zukunft erfordere die Diagnose der AML spezialisierte Fachärzte, betont Schultze. „Es geht darum, den Experten ein Werkzeug an die Hand zu geben, das sie bei der Diagnose unterstützt. Hinzukommt, dass viele Patienten eine wahre Odyssee hinter sich haben, bis sie endlich beim Facharzt landen und dort eine endgültige Diagnose erhalten.“ Denn im Anfangsstadium können die Symptome einer AML ähnlich sein wie bei einer schweren Erkältung. Dabei ist die AML eine lebensgefährliche Erkrankung, die schnellstmöglich behandelt werden sollte. „Mit einem Bluttest, so wie er auf der Grundlage unserer Studie möglich scheint, wäre es denkbar, dass bereits der Hausarzt einen Verdacht auf AML abklärt. Und wenn sich dieser erhärtet, an einen Spezialisten überweist. Die Diagnose würde dann möglicherweise früher erfolgen als bisher und die Therapie könnte früher beginnen.“





Kontakt für die Medien:


Dr. Marcus Neitzert

DZNE, Stabsstelle Kommunikation
Tel.: 0228/43302-267

E-Mail: marcus.neitzert@dzne.de

]]>
Onkologisches Zentrum Pressemitteilung Forschung Bonn Akute Leukämien und MDS
news-1079 Thu, 12 Dec 2019 13:28:20 +0100 Humane Papillomviren begünstigen Hautkrebsentstehung /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1079&cHash=7b69ffc225c91773045123836d62daa5 Viren programmieren ihre Wirtszellen um Humane Papillomviren sind nicht nur ursächlich für genitale Krebsarten und Kopf-Hals-Tumoren, sondern verursachen auch den weißen Hautkrebs. Immungeschwächte Menschen, beispielsweise Organtransplantat-Empfänger, sind hierbei besonders anfällig für die Entstehung solcher Tumoren. Die zellulären Vorgänge, die zur Tumorentwicklung führen, sind bis heute nur unvollständig verstanden. Die Arbeitsgruppe um Univ.-Prof. Baki Akgül vom Institut für Virologie der Uniklinik Köln konnte nun im Rahmen eines von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojektes bislang unbekannte Mechanismen aufdecken, über die das Virus Einfluss auf infizierte Zellen nimmt.

Humane Papillomviren (HPV) sind kleine Erreger, die sowohl die menschliche Schleimhaut, als auch verhornende Haut infizieren können. Dies kann sowohl zu gutartigen als auch bösartigen Veränderungen im infizierten Gewebe führen. Des Weiteren werden die Viren in verschiedene Untergruppen eingeteilt. Für bestimmte Krebsarten, wie zum Beispiel Gebärmutterhals- und Tonsillenkrebs (Mandelkrebs), ist der Zusammenhang zwischen einer Infektion mit HPV der sogenannten alpha-Gruppe bewiesen. Viren der sogenannten beta-HPV-Gruppe sind sehr weit verbreitet und besiedeln die menschliche Haut schon in den ersten Wochen nach der Geburt. Beta-HPV werden durch das Immunsystem effizient in Schach gehalten, sodass die Virusvermehrung auf sehr niedrigem Niveau stattfindet und zu keinen klinischen Auswirkungen führt.

In der Bevölkerung ist daher das Bewusstsein dafür, dass auch diese Untergruppe für die Entstehung von Hautkrebs verantwortlich sein kann, nicht sehr stark ausgeprägt. Insbesondere bei Menschen, die ein Organtransplantat erhalten haben, und bei denen daher das Immunsystem dauerhaft unterdrückt werden muss, um eine Abstoßung des Spenderorgans zu verhindern, kommt es zu einer abnormalen Vermehrung von beta-HPV in der Haut. Dies begünstigt die Bildung von Hautkrebsvorstufen und somit letztlich auch die Entstehung von weißem Hautkrebs. Dies betrifft auch Personen, die an einer chronischen Immunschwäche leiden. Auf welche Weise die Viren die Krebsentstehung begünstigen, ist bis heute noch nicht im Detail verstanden. Im Rahmen eines von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojektes konnte die Arbeitsgruppe von Prof. Akgül vom Institut für Virologie der Uniklinik Köln zeigen, dass HPV mittels eines bislang unbekannten Mechanismus Einfluss auf infizierte Zellen nimmt und sowohl die Herstellung zellulärer Proteine als auch deren Stabilität beeinflusst.

Das Team um den Forscher nutzte für seine Untersuchungen 2D-Zell-Kultursysteme, 3D-Hautkulturmodelle und transgene Mäuse und konnte so zeigen, dass allein das Vorhandensein des viralen Proteins E7 ausreicht, um infizierte Hautstammzellen vermehrt in Krebsstammzellen umzuprogrammieren. So konnten die Wissenschaftler molekularen Mechanismen aufdecken, durch die Virus- positive Zellen ihren Gewebeverband verlassen, in andere Gewebeschichten einwandern und krebszellartiges Verhalten entwickeln. Diesem Vorgang der Zellinvasion liegt einerseits die Fähigkeit des Proteins E7 zu Grunde, Zell-Zell-Kontakte von infizierten Hautzellen zu schwächen, was die Grundvoraussetzung für eine Ablösung aus dem Gewebeverband ist. Andererseits zeigte die Arbeitsgruppe eine Interaktion zwischen einer Familie von Zelloberflächenproteinen, den sogenannten Integrinen, und dem Bindegewebsprotein Fibronektin. Es gelang den Forschern nachzuweisen, dass diese gegenseitige Einflussnahme ebenfalls begünstigend für die Entstehung von Krebs ist.

Des Weiteren konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das Virus Einfluss auf die Genexpression infizierter Zellen nimmt. Es gelang ihnen zudem, einen völlig neuen Mechanismus aufzudecken, über den das Virus die Stabilität von wichtigen zellulären Proteinen beeinträchtigt, die bei der Zellteilung und der DNA-Reparatur eine tragende Rolle spielen. So konnten sie erstmalig eine Kooperation der viralen Proteine E6 und E7 belegen, welche offenbar gemeinsam Einfluss auf die Stabilität wichtiger zellulärer Regulatoren über den Protein-Abbauprozess der sogenannten Autophagie nehmen. Die Klärung weiterer tumorigener Mechanismen sind Gegenstand fortlaufender Forschung, ebenfalls gefördert durch die Wilhelm Sander-Stiftung. Diese Arbeiten sind eine zwingende Voraussetzung, Therapien und Impfansätze für HPV-verursachten weißen Hautkrebs zu entwickeln.

Die Wilhelm Sander-Stiftung hat dieses Forschungsprojekt in drei Förderphasen mit insgesamt rund 280.000 Euro unterstützt und fördert aktuell ein weiteres Fortsetzungsprojekt. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 236 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz ausbezahlt. Damit ist die Wilhelm Sander- Stiftung eine der bedeutendsten privaten Forschungsstiftungen im deutschen Raum. Sie ging aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Originalpublikationen:

Heuser S, Hufbauer M, Marx B, Tok A, Majewski S, Pfister H, Akgül B. The levels of epithelial anchor proteins β-catenin and zona occludens-1 are altered by E7 of human papillomaviruses 5 and 8. J Gen Virol. 2016 Feb;97(2):463-72. doi: 10.1099/jgv.0.000363. Epub 2015 Dec 8.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26645068

Heuser S, Hufbauer M, Steiger J, Marshall J, Sterner-Kock A, Mauch C, Zigrino P, Akgül B. The fibronectin/α3β1 integrin axis serves as molecular basis for keratinocyte invasion induced by βHPV. Oncogene. 2016 Aug 25;35(34):4529-39. doi: 10.1038/onc.2015.512. Epub 2016 Jan 25.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26804167

Kirschberg M, Heuser S, Syed AS, Steger G, Majewski S, Hufbauer M, Akgül B. HPV8 activates cellular gene expression mainly through Sp1/3 binding sites. Virology. 2019 Jul 1;535:136-143. doi: 10.1016/j.virol.2019.06.019. [Epub ahead of print]

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31299490

Akgül B, Kirschberg M, Storey A, Hufbauer M. Human papillomavirus type 8 oncoproteins E6 and E7 cooperate in downregulation of the cellular checkpoint kinase-1. Int J Cancer. 2019 Aug 1;145(3):797-806. doi: 10.1002/ijc.32223. Epub 2019 Mar 12.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30786016

Oswald E, Kirschberg M, Aubin F, Alonso A, Hufbauer M, Akgül B, Auvinen E. BetaHPV E6 and E7 colocalize with NuMa in dividing keratinocytes. Virus Genes. 2019 Oct;55(5):600-609. doi: 10.1007/s11262-019-01685-9. Epub 2019 Jul 9.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31290065

]]>
News Hauttumorzentrum Forschung Hautkrebs Köln
news-1078 Wed, 11 Dec 2019 13:13:00 +0100 Neue Therapieoptionen bei Lymphom-Erkrankungen /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1078&cHash=65403b925663a3d6a384967c26e68af1 Experten für Bluterkrankungen berichten auf weltweit wichtigstem Kongress  

Das 61. Meeting der American Society of Hematology (ASH) hat vom 7.-10. Dezember 2019 mehr als 30.000 Ärzte und Wissenschaftler aus der ganzen Welt in Orlando/Florida zusammengebracht. In zahlreichen Vorträgen wurden auf dem weltweit größten und wichtigsten Kongress zu verschiedenen Erkrankungen des Blutes neue Studienergebnisse sowie relevante Entwicklungen vorgestellt.

Das Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. mit Sitz an der Uniklinik Köln war mit einem kleinen Produktions-Team in Orlando, um kurze und prägnante Zusammenfassungen zu verschiedenen Lymphom-Erkrankungen aufzuzeichnen. Unter den Experten sind auch vier Wissenschaftler der Klinik I für Innere Medizin und des Centrums für Integrierte Onkologie an der Uniklinik Köln.

Videos inkl. Vortragsfolien finden Sie hier:

www.lymphome.de/ash2019

Grußwort

Prof. Dr. Michael Hallek, Uniklinik Köln

Multiples Myelom

Prof. Dr. Katja Weisel, Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf

Hodgkin Lymphom

Prof. Dr. Andreas Engert, Uniklinik Köln

Chronische lymphatische Leukämie

Prof. Dr. Barbara Eichhorst, Uniklinik Köln

Indolente Lymphome

Prof. Dr. Christian Buske, Universitätsklinikum Ulm

Aggressive Lymphome 

Prof. Dr. Georg Lenz, Universitätsklinikum Münster

CAR-T-Zell-Therapien

Prof. Dr. Peter Borchmann, Uniklinik Köln

Das Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. ist ein gemeinnütziger Forschungsverbund, der deutschlandweit die optimale Behandlung, Betreuung und Information für alle Lymphom‐Patienten sicherstellen und verbessern möchte. Es ist eines von 23 Kompetenznetzen in der Medizin, die auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gegründet wurden.

]]>
News Akute Leukämien und MDS Chronisch lymphatische Leukämie Lymphom Multiples Myelom Köln
news-1076 Tue, 10 Dec 2019 10:18:24 +0100 Wandkalender mit Bildern aus der Kunsttherapie erhältlich /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1076&cHash=81b2dfe61596788e6c5e92c8adf749ed Schenken und gleichzeitig Gutes tun Viele Menschen erleiden bereits bei der Diagnose einen Schock, andere fallen während oder nach der Behandlung in ein seelisches Tief. Neben einer bestmöglichen medizinischen Versorgung hilft oft eine professionelle Unterstützung zur seelischen Stärkung und nachhaltigen Stabilisierung – durch psychologische Gespräche, Kunst-, Musik- und Bewegungstherapie sowie durch psychosoziale Krebsberatung

Die Kunsttherapie, die der Förderverein LebensWert e. V. finanziert, dient dazu, die kreativen Ressourcen eines an Krebs erkrankten Menschen wiederzuentdecken. Durch das aktive Gestalten (Malen, Plastik-Arbeiten, etc.) mobilisieren die Patienten Kräfte, die sie zur psychischen Stabilisierung im Verlauf einer Krebstherapie dringend benötigen. In Gruppen oder Einzelstunden kann jeder Patient seinen Emotionen Ausdruck verleihen und in einem geschützten Rahmen sowohl seine Sorgen als auch Ängste ausdrücken. Auch können die Teilnehmer der Kunsttherapie, therapeutisch angeleitet oder im motivierten spielerischen Umgang, Freude am Schaffensprozess entdecken und dadurch neue Energie finden.

Besonders hilfreich ist die Kunsttherapie für Patienten, die sich weniger verbal (über Gesprächsangebote) ausdrücken und somit über die Kreativität einen angemessenen Ausdruck finden können.

Die Auseinandersetzung mit Kunst, das Erlernen von technischen Fertigkeiten und das Ausleben kreativer Impulse fördern die Phantasie und schaffen Stabilität. Kunstwissen und handwerkliches Können sind keine Voraussetzung für die Kunsttherapie. Sie folgt keinem Leistungsanspruch, sondern dient der Entlastung und fördert Mobilität und Energie.

Damit stellt die Kunsttherapie einen wichtigen Baustein im Genesungs- und Verarbeitungsprozess einer Krebserkrankung zur Verfügung. Gute Erfolge erzielt sie unter anderem auch bei der Vorbereitung auf den Wiedereinstieg in das Berufs- und Alltagsleben.

LebensWert-Wandkalender 2020 DIN A3:

10 Euro (ggf. zzgl. 4,90 Euro für Versand)

zu beziehen über LebensWert e.V. unter: 0221 / 478-97190 oder info@vereinlebenswert.de

Die Herstellungskosten des Kalenders hat der Lions Club Albertus Magnus Köln über eine Spende finanziert. Der Erlös von 10 Euro pro Kalender kommt der Arbeit des Vereins Lebenswert zugute.

Bilder:

Deckblatt: Henriett Hudak o. T. (nach Gabriele Münter), Acryl auf Karton, 19 x 26 cm, 2017
März: Boris Heinrich o. T. (Durchgangssyndrom), Aquarell und Gouache auf Papier, 50 x 70 cm, 2015
Juni: Kirsten Friedemann „Kirschblüte am Beethovenpark“, Aquarell auf Papier, 24 x 32 cm, 2019
August: Emilie Ditscheid o. T., Acryl auf Karton, 25,5 x 20,5 cm, 2017

LebensWert e.V.: Eine Initiative zur Förderung der Psychoonkologie - www.vereinlebenswert.de

]]>
News Psychoonkologie Köln
news-1074 Wed, 04 Dec 2019 16:38:37 +0100 Hilfe bei Erkrankungen der Augenhöhle /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1074&cHash=cd8eab5162a6697d2d75b05335399c36 Neues Orbita-Zentrum am Universitätsklinikum Bonn gegründet Hervortretende Augen oder Sehstörungen können ein Hinweis auf eine Erkrankung der Augenhöhle, fachsprachlich Orbita, sein. Die Ursachen sind vielfältig. Somit sind auch Diagnose und Therapie schwierig. Häufig ist die Expertise unterschiedlicher Fachärzte gefragt. Deshalb hat das Universitätsklinikum Bonn jetzt das fächerübergreifende Orbita-Zentrum Bonn gegründet, das die Kompetenzen auf dem Venusberg-Campus bündelt. Die Patienten profitieren von einer optimalen Versorgung auf höchstem Niveau, ohne dabei lange Abklärungs- und Behandlungswege in Kauf nehmen zu müssen.

In der Augenhöhle, der sogenannten Orbita, liegt der Augapfel geschützt. Muskeln und ein komplexes bindegewebliches und knöchernes System bewegen und halten Augen, Lider und Tränenwege in Position. Die Orbita kann von verschiedenen Erkrankungen wie angeborene Fehlbildungen, Verletzungen, Entzündungen, Gefäßerkrankungen und gegebenenfalls lebensbedrohlichen Tumoren betroffen sein. Steht beispielsweise der Augapfel weit aus der Augenhöhle hervor, kann unter anderem eine endokrine Orbitopathie, die auf einer Fehlfunktion der Schilddrüse beruht, dahinter stecken, aber auch ein Tumor der Augenhöhle. „Daher sind an der Behandlung orbitaler Erkrankungen viele Fachdisziplinen beteiligt“, sagt Prof. Dr. Bettina Wabbels, Leiterin Orthoptik, Neuro- und pädiatrische Ophthalmologie an der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn. „Auch Kinder und Jugendliche müssen schon früh interdisziplinär behandelt werden, da Erkrankungen der Orbita oft bereits angeboren sind.“

Qualität der Versorgung des Patienten verbessern


Die enge Nachbarschaft zu Tränenwegen, Nebenhöhlen und knöchernen Strukturen des Schädels, macht die Orbita und die Behandlung von Erkrankungen, welche die Augenhöhle betreffen, sehr vielschichtig. Das neu gegründete Orbita-Zentrum Bonn am Universitätsklinikum Bonn bündelt bereits vorhandene Behandlungsexpertisen und fördert den fachlichen Austausch auf kurzen Kommunikationswegen und unterstützt die Forschung aller beteiligten Fachgebiete. So soll die Qualität der Versorgung der Patienten verbessert und ihnen eine zeit- und ablaufoptimierte interdisziplinäre Behandlung ermöglicht werden. „Grundgedanke ist, unseren Patienten den Weg zum Experten zu erleichtern und ihnen die medizinische Behandlung schnellstmöglich, fächerübergreifend und auf höchstem Niveau zur Verfügung zu stellen“, sagt Prof. Dr. Friedrich Bootz, Direktor der Klinik für HNO-Heilkunde des Universitätsklinikums Bonn. Dazu ergänzt Prof. Dr. Frank Holz, Direktor der Bonner Universitäts-Augenklinik: „Insbesondere Kindern und Jugendlichen möchten wir eine optimierte Behandlung über die Fächergrenzen hinaus anbieten.“

„Wir sind stolz darauf, dass es uns mit der Gründung des Orbita-Zentrums Bonn gelungen ist, unsere Expertisen zum Wohl unserer Patienten nachhaltig zu bündeln. Mit verschiedenen Aktivitäten wie Fortbildungen für niedergelassene Kollegen wollen wir über Erkrankungen der Orbita aufklären und über das neu gegründete Zentrum informieren“, sagt Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Kramer, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Bonn. Er koordiniert den Internetauftritt des Orbita-Zentrums Bonn. Dort haben niedergelassene Ärzte über eine online-Terminvergabe die Möglichkeit, ihre Patienten direkt am Orbita-Zentrum Bonn anzumelden.

Hier geht es zum Internetauftritt des neuen Orbita-Zentrums Bonn am Universitätsklinikum Bonn.

Kontakt für die Medien:

Dr. Christiane Stieber
Klinikmanagerin
Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn
Tel.: 0228/287 -5583
Mobil: 0151 17104411
E-Mail: christiane.stieber(at)ukbonn.de

]]>
News Onkologisches Zentrum Augentumoren Bonn
news-1070 Thu, 28 Nov 2019 11:54:02 +0100 Dr. Skoetz mit Bill Silverman-Preis geehrt /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1070&cHash=c109eed7ec7a215bddff0447f2c8a36f Medizinerin beim Cochrane Colloquium ausgezeichnet Priv.-Doz. Dr. Nicole Skoetz, Senior Editor Cochrane Cancer in der Klinik I für Innere Medizin und im Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) an der Uniklinik Köln, ist auf dem Cochrane Colloquium, dem jährlichen internationalen Meeting zur Diskussion globaler Gesundheitsfragen und zur Förderung einer evidenzbasierten Gesundheitsversorgung, mit dem Bill-Silverman-Preis ausgezeichnet worden.

Sie erhält den mit 1.000 Dollar dotierten Preis für ihre Arbeit zum Thema „Methodological review showed correct absolute effect size estimates for time-to-event outcomes in less than one-third of cancer-related systematic reviews“. Die Arbeit zeigt einige Herausforderungen bei der Interpretation von Hazard Ratios, also Maßen die den Unterschied von Überlebenszeiten beschreiben, als absolute Effekte auf. Gemeinsam mit den Mitautoren und der GRADE-Arbeitsgruppe möchten Dr. Skoetz sicherstellen, dass Autoren von systematischen Übersichtsarbeiten und Entwickler von Leitlinien sich dieser Herausforderungen bewusst sind und Fehler zukünftig vermeiden.

]]>
News Auszeichnung Köln
news-1069 Wed, 27 Nov 2019 11:25:00 +0100 Fehlende Zellprogrammierung führt zu Hodentumoren /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1069&cHash=5648f50bb436d8f47d0afee575642b22 Studie unter Beteiligung der Universität Bonn liefert neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Keimzellen Ob sich eine Embryonalzelle zur Fortpflanzungszelle entwickelt, entscheidet sich deutlich später als bislang gedacht. Das zeigt eine Studie unter Federführung des renommierten Whitehead-Instituts in den USA, an der die Universität Bonn maßgeblich beteiligt war. Bei manchen Zellen bleibt diese Festlegung augenscheinlich ganz aus. Aus ihnen können in der Pubertät mit hoher Wahrscheinlichkeit Hoden-Tumoren entstehen. Das Paper ist in der Zeitschrift PNAS erschienen.

Jeder Mensch besteht aus 100 Billionen Zellen. Die meisten von ihnen sind streng spezialisiert: In der Magenschleimhaut scheiden sie Salzsäure und Enzyme aus, im Gehirn übernehmen sie die Verarbeitung elektrischer Impulse. Sie sind wie ein Heer von Arbeitern, die in völlig unterschiedlichen Berufen tätig sind. Welchen davon sie ergreifen, entscheidet sich sehr früh: Das Schicksal der Zellen wird schon während der Embryonalentwicklung festgelegt. Und zwar unwiderruflich – aus einer Magenzelle kann natürlicherweise niemals eine Hirnzelle werden.

In der dritten Schwangerschaftswoche wird am hinteren Ende des Embryos ein Teil der Zellen für eine Spezialaufgabe abgezweigt: Sie werden zu „primordialen Keimzellen“ (abgekürzt: PGCs) und wandern in der Folgezeit in die Gonadenanlagen ein. Aus ihnen gehen später Spermien und Eizellen hervor. Ursprünglich dachte man, dass auch diese Entscheidung mit der Bildung der PGCs besiegelt ist. „Es gab jedoch immer mehr Anzeichen, die dagegen sprachen“, erklärt Prof. Dr. Hubert Schorle von der Abteilung Entwicklungspathologie der Universität Bonn.

Bei einem Aufenthalt am Whitehead-Institut in den USA, einer mit dem MIT assoziierten Einrichtung, konnte Schorle zusammen mit seinen dortigen Kollegen nun zeigen, dass die PGCs nicht zwangsläufig auf eine Karriere als Fortpflanzungszell-Produzenten festgelegt sind. „Stattdessen erfolgt die endgültige Determinierung augenscheinlich erst, nachdem sie die Gonaden – aus denen sich Hoden oder Eierstock entwickeln – erreicht haben“, erläutert der Biologe.

Dazl programmiert Zellen auf ihr Schicksal

„Wir haben gezeigt, dass ein Protein namens Dazl, welches in den PGCs nach Erreichen der Gonadenanlagen produziert wird, für diese Festlegung verantwortlich ist“, betont Prof. Schorle. „In Mäusen, die kein Dazl bilden können, unterbleibt die Determinierung. Es reicht aber, PGCs kurzzeitig dem Protein auszusetzen, um sie zu programmieren.“ Dazl sorgt dafür, dass in den PGCs die so genannten „Pluripotenz-Gene“ abgeschaltet werden.

Allerdings entgehen immer wieder einige primordiale Keimzellen dieser Programmierung. Sie reifen nicht endgültig aus, sondern verbleiben in einem pluripotenten Stadium. In der Pubertät können sich aus ihnen – vermutlich unter dem Einfluss der Geschlechtshormone – Keimzelltumoren des Hodens oder (seltener) des Eierstocks entwickeln. Manche dieser bösartigen Wucherungen enthalten völlig unterschiedliche Gewebetypen – ein Resultat ihrer Pluripotenz und Hinweis darauf, dass die Ursprungszelle noch nicht zur Keimzelle programmiert war. Andere Tumoren erscheinen wie die PGCs selbst weitgehend undifferenziert.

Keimzelltumoren gehören zu den häufigsten Krebsarten bei Männern zwischen 15 und 35 Jahren. „Unsere Ergebnisse zeigen aber, dass man sie wohl eher als Embryonalzell-Tumoren bezeichnen müsste“, erklärt Schorle. Auf die Behandlung der Erkrankung hat das zunächst einmal keinen Einfluss. „Die Studie zeigt aber, dass die Weichenstellung zur Erkrankung bereits in der frühen Embryonalentwicklung erfolgt“, betont der Biologe. „Mittelfristig könnten aus diesen Erkenntnissen neue Therapieansätze erwachsen.“

Publikation: Peter K. Nicholls, Hubert Schorle, Sahin Naqvi, Yueh-Chiang Hu, Fan Yuting, Michelle A. Carmell, Ina Dobrinski, Adrienne L. Watson, Daniel F. Carlson, Scott C. Fahrenkrug and David C. Page: Mammalian germ cells are determined after PGC colonization of the nascent gonad. PNAS, DOI: www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1910733116
 
Kontakt:
Prof. Dr. Hubert Schorle
Institut für Pathologie der Universität Bonn
Tel. 0228/28716342
E-Mail: schorle@uni-bonn.de

]]>
News Onkologisches Zentrum Prostatakrebszentrum Pressemitteilung Forschung Hodenkrebs Nierenzellkarzinom Prostatakrebs Harnblasenkarzinom Bonn
news-1068 Wed, 27 Nov 2019 08:00:00 +0100 Praktisches Jahr in der Onkologie: Neuer Erfahrungsbericht online /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1068&cHash=c2ad5f31afc0942b726b7d5ca3b927f6 Fabian Ullrich berichtet von seinen interessanten Eindrücken aus dem amerikanischen Pittsburgh Die CIO-Standorte Köln und Bonn kooperieren seit vielen Jahren mit dem Krebszentrum der Universität Pittsburgh in Pennsylvania – einem der größten und renommiertesten Krebszentren der Welt. Regelmäßig verbringen forschungsinteressierte Medizinstudenten aus Köln oder Bonn im Rahmen ihres „Praktischen Jahrs“ (PJ) zwei bis drei Monate in der amerikanischen Klinik.

Fabian Ullrich, ein Medizinstudent aus Bonn, lässt uns mit einem Bericht an seinen interessanten Eindrücken teilhaben.

Erfahrungsbericht 

Studentinnen und Studenten, die sich für die Austauschprogramme des CIO mit Pittsburgh interessieren, erfahren hier mehr.

]]>
News CIO