CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf Nachrichten https://krebszentrum-cio.de/ aktuelle Nachrichten vom Centrum für Integrierte Onkologie Aachen Bonn Köln Düsseldorf de-de CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf Sun, 20 Sep 2020 00:49:47 +0200 Sun, 20 Sep 2020 00:49:47 +0200 TYPO3 EXT:news news-1225 Fri, 11 Sep 2020 10:05:35 +0200 Krebsrisiko senken mit Messer und Gabel /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1225&cHash=ead7be5ae21bd936fb5bf9d087c64b31 Uniklinik Köln macht mit bei nationaler Krebspräventionswoche Bundesweit erkranken jedes Jahr über eine halbe Millionen Menschen neu an Krebs. In Nordrhein-Westfalen sind es 108.000 – Tendenz steigend. Mit einer gesunden Lebensweise könnte ein großer Teil dieser Erkrankungen vermieden werden. In der Zeit vom 14. - 18. September 2020 findet eine bundesweite Präventionswoche zu einem bewussteren Verhalten statt. Dieses Jahr geht es um gesundes Essen – speziell in Kantinen. Die Uniklinik Köln mit insgesamt rund 11.000 Beschäftigten beteiligt sich an der Aktion.

Pro Tag werden in der Cafeteria der Uniklinik Köln circa 1.500 Essen gekocht. Es gibt insgesamt sieben Gerichte. Pizza, Pasta, Wok- und Grill-Angebote werden täglich frisch direkt an der Ausgabe zubereitet. Zusätzlich wird ein Salat- und ein Antipasti-Büffet angeboten.

Während der Präventionswoche können die Beschäftigten in der Cafeteria jeden Tag eines von fünf gesunden Gerichten wählen, die vom Berliner Koch Thomas Kammeier speziell für die Krebspräventionswoche zusammengestellt wurden. Ben Alscher, Leiter der Cafeteria: „Als Kantine in einer Klinik mit einem großen onkologischen Schwerpunkt sind wir ja prädestiniert bei dieser Aktion mitzumachen. Seit einiger Zeit haben wir unser Angebot in Richtung gesunde Ernährung weiter vertieft, sodass wir unter anderem verschieden vegane Bowls und neue vegetarische Gerichte beispielsweise aus der Levante-Küche anbieten. Die Gäste nehmen das gerne an und für unsere Köche ist es eine willkommene Herausforderung, diese aufwendigeren Gerichte zu kochen und zu präsentieren.“

Um das Wissen rund um gesundes Essen zu vertiefen, und über den Präventionscharakter von gesunder Ernährung zu informierten, sind zusätzlich Ernährungsberaterinnen vor Ort. Auch das Patienteninformationszentrum im Erdgeschoss des Bettenhauses hat in der Woche sein Programm für Patienten und Angehörige auf Krebsprävention durch gesundes Essen eingestellt.

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Wolf, Ärztlicher Leiter des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) an der Uniklinik Köln, sagt zur Präventionswoche: „Der beste Krebs ist sicher der, der erst gar nicht entsteht. Am CIO Köln behandeln wir jedes Jahr über 34.000 Patienten mit einer Krebserkrankung – oft im fortgeschrittenen Stadium. 40 Prozent aller Krebserkrankungen könnten durch gesunde Lebensführung vermieden werden. Um dies zu erreichen, ist jeder Beitrag wichtig – und eine gesunde Ernährung gehört mit Sicherheit dazu.“

Nationale Krebspräventionswoche
Mitte September findet in jedem Jahr bundesweit die zweite nationale Krebspräventionswoche statt. Initiiert wurde diese Woche 2019 von den Dekaden-Partnern Deutsche Krebshilfe und Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit dem Ziel mehr Menschen für die Krebsprävention zu sensibilisieren und motivieren. Unter dem Motto „Prävention ist machbar, Herr Nachbar!“ erhalten Interessierte Anregungen und Informationsbausteine für eigene Präventionsaktionen.

Weitere Informationen auf der Webseite der Deutschen Krebshilfe

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse(at)uk-koeln.de

 

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Pressemitteilung Augentumoren Akute Leukämien und MDS Bauchspeicheldrüsenkrebs Brustkrebs Chronisch lymphatische Leukämie Darmkrebs Eierstockkrebs Gebärmutterkrebs Gebärmutterhalskrebs Harnblasenkarzinom Hautkrebs Hirntumoren Hodenkrebs Kinderonkologie Leberkrebs Lungenkrebs Lymphom Magenkrebs Multiples Myelom Mundhöhlenkrebs Mundrachenkrebs Myeloproliferative Neoplasien Neuroendokrine Neoplasien Nierenzellkarzinom Prostatakrebs Schilddrüsenkrebs Speicheldrüsenkrebs Speiseröhrenkrebs Sarkome Prävention Ernährungsberatung Köln
news-1224 Thu, 10 Sep 2020 09:00:00 +0200 Darmkrebsvorbeugung durch Tabletten /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1224&cHash=b4a9afbbc0460018f224944f8e7af4dc Universitätsklinikum Bonn nimmt an Studie zu familiärer adenomatöser Polyposis teil Bonn, den 10. September 2020 – Eine medikamentöse Behandlung zur Verhinderung oder einer Beeinflussung der Krebsentstehung (Chemoprävention) ist seit langem ein Ziel in der Medizin. Jetzt erfolgte die bisher größte internationale Studie zur Chemoprävention bei Patienten mit familiärer adenomatöser Polyposis (FAP) unter wesentlicher Mithilfe der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am Nationalen Zentrum für erbliche Tumorerkrankungen (NZeT) des Universitätsklinikums Bonn (UKB). Ziel der Studie war es, die Sicherheit und Wirksamkeit einer Medikamentenkombination aus Sulindac und Eflornithin bei Patienten mit einer FAP zu untersuchen. „Diese Studie ist ein Novum, da sie das erste Mal eine Medikamentenkombination zur Verhinderung von Operationen in Europa und den USA untersucht. Patienten mit einer FAP sind auch in Not, da in der Regel eine lebenseinschneidende Operation, nämlich eine prophylaktische Dickdarmentfernung (Kolektomie/Proktokolektomie), erforderlich ist. Alternativen zur chirurgischen Therapie sind daher bei dieser seltenen Erkrankung dringend notwendig“, sagt Prof. Christian Strassburg, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I und Mitglied des NZeT.

Die aktuell publizierte Studie, die gemeinsam mit internationalen Kollegen in der aktuellen Ausgabe der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ erschienen ist, untersuchte die Medikamentenkombination aus Sulindac und Eflornithin an drei verschiedenen Gruppen von FAP-Patienten. Eine Teilnahme war möglich entweder bei einem noch intakten Dickdarm, aber relevanter Polyposis, oder bei einer Polyposis im verbliebenen Mastdarm nach Operation, oder bei einer Polyposis im Zwölffingerdarm. Während sich durch die Medikamente kein Effekt im Zwölffingerdarm zeigte, war die Kombination im intakten Dickdarm effektiv. So musste im Überwachungszeitraum von bis zu 48 Monaten keine prophylaktische Entfernung des Dickdarms erfolgen. „Wir haben nun das erste Mal eine zusätzliche Option zur endoskopischen Entfernung von Polypen, um eine Operation zu verhindern oder wenigstens zu verzögen“, erläutert Oberarzt an der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKB Dr. Robert Hüneburg, der auch an der Studie beteiligt war. „Da diese Patientengruppe in der Studie relativ klein war, halten wir weitere Folgestudien für sinnvoll“.

Am NZeT werden Patienten aus ganz Deutschland behandelt. Durch die integrative Versorgung, organisiert durch die Medizinische Klinik I, besteht ein nationales Alleinstellungsmerkmal. „Auch international zählt die Abteilung zu den führenden Zentren, was sich auch in der Rekrutierung zur aktuellen Studie wiederspiegelt. So hat das Zentrum aus Bonn die größte Patientengruppe aus Europa beigesteuert“, erläutert Prof. Strassburg.

Familiäre adenomatöse Polyposis

Darmkrebs entsteht aus Tumorvorstufen, den so genannten Adenomen oder Polypen. In seltenen Fällen treten in Familien gehäuft Polypen auf, was als Polyposis bezeichnet wird. Die autosomal-dominant erbliche familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) ist die häufigste Polyposis des Dickdarms und Mastdarms mit einer Häufigkeit von 1:8500. Ohne eine Behandlung liegt das Risiko, Darmkrebs zu bekommen, bei annähernd 100 Prozent. Im Gegensatz zum nicht-erblichen Darmkrebs ist bei der FAP eine Krebsentwicklung in jungem Alter und an mehreren Orten im Körper möglich. Bereits im Alter von 12-17 Jahren treten die ersten Krebs-Vorstufen auf. Bei fast allen Betroffenen ist nach abgeschlossener Pubertät eine prophylaktische Dickdarmentfernung (Kolektomie/Proktokolektomie) notwendig. Zusätzlich zu den Adenomen im Dickdarm entwickeln bis zu 90 Prozent aller FAP-Patienten Polypen im Zwölffingerdarm (Duodenum). Das Lebenszeitrisiko für die Entwicklung eines Duodenalkarzinoms beträgt bis zu 12 Prozent und ist nach prophylaktischer (Prokto-)Kolektomie die Haupttodesursache.

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Mehr Informationen:
Nationales Zentrum für erbliche Tumorerkrankungen des Universitätsklinikums Bonn: www.nzet.de

Pressekontakt:
Daria Siverina
stellv. Pressesprecherin am Universitätsklinikum Bonn
Tel: 0228/287-14416
E-Mail: daria.siverina(at)ukbonn.de

Bildnachweis:
Universitätsklinikum Bonn (UKB)/K. Wislsperger

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News Pressemitteilung Darmkrebs Bonn
news-1223 Fri, 04 Sep 2020 09:17:00 +0200 Publikationspreis für Nachwuchswissenschaftler /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1223&cHash=55d97f095967b7872dd781b162f34624 Dr. Borchmann von der Uniklinik Köln erhält Auszeichnung für Veröffentlichung Drei von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) geförderte Nachwuchswissenschaftler werden als besondere Anerkennung ihrer exzellenten wissenschaftlichen Leistungen mit dem Publikationspreis der Stiftung ausgezeichnet. Einer von ihnen ist Dr. Sven Borchmann, Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln. Der Preis ist mit einem persönlichen Preisgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro dotiert.

Erstmalig vergibt die Stiftung eine persönliche, nicht projektbezogene Auszeichnung an junge Nachwuchswissenschaftler als Würdigung ihrer erstklassigen wissenschaftlichen Leistung. Sie erkennt mit dem persönlichen Preisgeld die außergewöhnliche Einsatzbereitschaft für die medizinische und biomedizinische Forschung sowie die damit verbundenen Mühen der jungen Forscher besonders an. Der Preis soll gleichzeitig als Anreiz für zukünftige Clinician Scientists (forschende Ärzte) dienen, sich in der medizinischen Wissenschaft überdurchschnittlich zu engagieren. 

Dr. Sven Borchmann wurde 2018 in das von Univ.-Prof. Hans Christian Reinhardt geleitete Forschungskolleg „Clonal evolution in cancer“ aufgenommen. Aus dieser Förderung ist die ausgezeichnete Publikation hervorgegangen. „Besonders hervorzuheben ist, dass diese Arbeit ein hervorragendes Beispiel für ein translationales Forschungsprojekt ist, bei dem sich klinische Forschung und experimentelle Laborforschung gegenseitig ergänzen“, erläutert Dr. Borchmann. 

Die Forscher um den Mediziner machten zunächst eine Beobachtung in einer großen Patientenkohorte. Diese Ergebnisse verfolgten sie im Labor weiter, um zu verstehen, warum niedrigere Vitamin-D-Spiegel zu einer verminderten Effektivität der Behandlung führen könnten. Der nächste Schritt wäre nun zurück zum Patienten: eine klinische Studie, bei der die Gabe von Vitamin D zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse getestet wird.

Vitamin-D-Mangel wurde als veränderbarer Risikofaktor für das Auftreten und den Behandlungserfolg bereits bei vielen häufigen Krebserkrankungen beschrieben. Ob dieser Risikofaktor auch beim Hodgkin-Lymphom eine Rolle spielt, war bislang unklar. „Wir haben zunächst eine Studie durchgeführt, in der die Vitamin-D-Spiegel vor der Behandlung bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom gemessen und mit den Behandlungsergebnissen in Zusammenhang gebracht wurden“, erläutert Dr. Borchmann. 

50 Prozent der Patienten hatten vor der geplanten Chemotherapie einen Vitamin-D-Mangel. Patienten mit Vitamin-D-Mangel hatten eine kürzere krankheitsfreie Zeit nach Therapie und eine niedrigere Gesamtüberlebensrate. „Wir konnten damit aufzeigen, dass der Vitamin-D-Status ein unabhängiger Prädiktor für das Behandlungsergebnis ist. In verschiedenen Krankheitsmodellen im Labor legten wir außerdem dar, dass Vitamin D die wachstumshemmende Wirkung von Chemotherapie beim Hodgkin-Lymphom deutlich verstärkt und entdeckten einen möglichen Mechanismus, der unsere Ergebnisse erklärt“, so Dr. Borchmann abschließend.

Hintergrund Publikationspreis: 

Der Publikationspreis wurde 2019 zum ersten Mal ausgelobt und richtet sich an alle von der EKFS geförderten Nachwuchswissenschaftler der medizinisch-wissenschaftlichen Förderlinien Erst- und Zweitantragstellung, Else Kröner-Memorial-Stipendien und des Else Kröner-Forschungskollegs. Voraussetzung war, dass die Publikation aus einer Förderung der Stiftung hervorgegangen und im Jahr 2019 erschienen ist. Berücksichtigt wurden Originalarbeiten in Form einer Erst- oder Letztautorschaft des Bewerbers. Die herausragende wissenschaftliche Arbeit in Zusammenhang mit dem bisherigen Karriereweg war neben dem Journal-Impact-Faktor ausschlaggebend für die Bewertung durch die Wissenschaftskommission. 

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
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News Pressemitteilung Auszeichnung Lymphom Köln
news-1222 Thu, 03 Sep 2020 08:45:00 +0200 Neue personalisierte Therapie bei metastasiertem Lungenkrebs /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1222&cHash=cbac09c5884728480282c223d75f1b07 Zulassungsstudie identifiziert prädiktiven Biomarker METex14 Das metastasierte nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) ist eine besonders aggressive Form des Lungenkarzinoms. Die Ergebnisse der GEOMETRY mono-1 Phase II Studie unter der Leitung von Univ.-Prof. Jürgen Wolf, Ärztlicher Leiter des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) an der Uniklinik Köln, zeigen, dass Patienten mit NSCLC, die in ihren Tumoren eine MET Exon 14 skipping Mutation (METex14) tragen, erfolgreich mit dem spezifischen MET-Inhibitor Capmatinib (TabrectaTM) behandelt werden können. Die Ergebnisse der Studie wurden heute Nacht (03.09.2020) im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Eine Aktivierung der MET-Rezeptor-Tyrosinkinase, die durch das MET-Gen kodiert wird, spielt eine wichtige Rolle bei der Proliferation und beim Überleben von Tumorzellen. Sie wird bei vielen Krebsarten gefunden und kann durch verschiedene genetische Mechanismen verursacht werden. Diese Mechanismen beinhalten auch die MET exon 14 skipping Mutationen, die in den Tumoren von circa drei bis vier Prozent der Patienten mit NSCLC gefunden werden, sowie die Amplifikation (Vervielfältigung) des MET-Gens, die hier mit einer Häufigkeit von einem bis sechs Prozent auftritt. Im Rahmen der globalen GEOMETRY mono-1 Studie konnte METex14 jetzt als prädiktiver Biomarker für MET-gerichtete Therapien identifiziert werden.

Prof. Wolf, Erstautor und klinischer Leiter der Studie, freut sich doppelt: „Erstmals steht hier für eine weitere Subgruppe von NSCLC-Patienten eine personalisierte, wirksame und gut verträgliche Therapie zur Verfügung. Der oft aggressive Krankheitsverlauf war mit bisherigen Therapien schlechter zu kontrollieren.

Zum anderen ist diese Studie ein schöner Erfolg für unser nationales Netzwerk Genomische Medizin (nNGM). Ohne die intensive Zusammenarbeit mit den vielen Partnern im Netzwerk hätten wir nie so effizient in diese Studie rekrutieren können“.

Die GEOMETRY mono-1 Phase II Studie ist eine Multikohortenstudie, die von Novartis gesponsert wurde und welche die Wirksamkeit des MET-Inhibitors Capmatinib sowohl in Patienten mit METex14 als auch mit MET Amplifikation in Abhängigkeit von der Therapielinie untersuchte. Der primäre Endpunkt war die Ansprechrate (overall response rate; ORR). Diese war mit 68 Prozent am höchsten in nicht vorbehandelten Patienten mit METex14.

„Auch diese Ergebnisse bestätigen unsere Philosophie im nNGM, möglichst allen Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC eine breite molekulare Diagnostik bereits vor der Erstlinienbehandlung zukommen zu lassen“, so Prof. Wolf weiter. 

Capmatinib wurde aufgrund der Ergebnisse der GEOMETRY mono-1 Studie bereits im Mai 2020 in den USA zugelassen, die Zulassung in Europa steht noch aus. 

Originalpublikation:
Wolf et al, Capmatinib in MET Exon 14-Mutated or MET-Amplified Non-Small-Cell Lung Cancer. New England Journal of Medicine. DOI: 10.1056/NEJMoa2002787

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News Pressemitteilung Forschung Lungenkrebs Köln
news-1216 Wed, 12 Aug 2020 07:00:00 +0200 Rotary Club Bonn spendet für Kunst im Eltern-Kind-Zentrum (ELKI) /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1216&cHash=62927ec83ac357bff0623d3d601c87ec Künstlerin zeichnet für krebskranke Kinder am Universitätsklinikum Bonn (UKB) Bonn, 12. August 2020 – Der Rotary Club Bonn hat durch seine Spende eine künstlerische Ausgestaltung der Kinderkrebsstation am Universitätsklinikum Bonn (UKB) ermöglicht. Die Berliner Künstlerin Birte Bosse wurde damit beauftragt, den Ess- und Spielraum der Kinderonkologie am UKB mit individuellen, verspielten Wandzeichnungen zur Aufheiterung der kleinen Patientinnen und Patienten zu versehen. Die Zeichnungen wurden heute unter Anwesenheit der Künstlerin sowie des Rotary Clubs Bonn offiziell am UKB präsentiert.

Für Kinder mit schwerer Krankheit ist ein längerer Klinikaufenthalt besonders unangenehm. Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) will den kleinen Patientinnen und Patienten ihre Zeit in der Klinik durch ein positives und kindgerechtes Umfeld, so gut wie möglich erleichtern. Im neuen Eltern-Kind-Zentrum (ELKI), einem der modernsten Zentren der Geburtshilfe und Kinderheilkunde in Deutschland, spielt Kunst deswegen eine große Rolle. Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am UKB über das Kunstkonzept des ELKI: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine schöne und kindgerechte Atmosphäre erheblich zur Genesung schwerkranker Kinder beiträgt. Bereits zu Beginn der Planungen des neuen Zentrums stand deswegen fest, dass wir ein einzigartiges Kunstkonzept im ELKI entwickeln werden.“

Einen neuen Beitrag zu diesem Kunstkonzept hat nun der Rotary Club Bonn mit seiner großzügigen Spende ermöglicht. Präsident Norbert Kleinheyer und den Mitgliedern des Bonner Clubs, ist es ein besonderes Anliegen, das UKB durch Spendenaktionen wie diese zu unterstützen: „Wir freuen uns sehr über die heutige offizielle Präsentation des Kunstwerks von Frau Bosse ans UKB. Wenn durch unsere Spende krebskranken Kindern in Bonn der schwere Alltag erleichtert wird, ist sie an genau der richtigen Stelle angekommen.“

Birte Bosse wurde beauftragt, kreative Wandzeichnungen im Ess- und Spielbereich der Patientinnen und Patienten der Kinderonkologie zu zeichnen. Die daraus entstandenen Motive sind „Bananendoc“, „Kaktusgruppe“ und „Pommesmann + Spaghetti“. Die in Berlin lebende Künstlerin hat ihre Arbeiten bereits in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen präsentieren können. Die Zeichnungen auf der Kinderkrebsstation am UKB waren ihr aber eine besondere Herzensangelegenheit: „Mir war es bei diesem Projekt besonders wichtig, dass sich alle Altersgruppen durch die Motive angesprochen fühlen. Zudem wollte ich mit lustigen und positiven Symbolen im Speiseraum erreichen, dass die kleinen Patientinnen und Patienten trotz ihrer schweren Krankheit, wieder etwas mehr Lust aufs Essen bekommen“, so Birte Bosse.

Bei den Mitarbeitenden der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am UKB kommen die Wandzeichnungen bereits gut an. Direktorin Prof. Dagmar Dilloo hat mit ihrem Team die Künstlerin bei der richtigen Platzierung unterstützt und empfindet die neuen Kunstelemente als große Bereicherung: „Den onkologischen Patientinnen und Patienten geht es während ihres Aufenthalts bei uns, der häufig mit einer Chemo-Therapie verbunden ist, phasenweise sehr schlecht. Wir bemerken immer wieder, wie wirksam da jede kleine Aufheiterung, vor allem in Bezug auf das heikle Thema Essen, ist. Die Kinder werden sich sehr darüber freuen!“
 



Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Holzgreve, MBA 
Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender

Sekretariat: 
Tel.: +49 (0)228-287 10901/10902 
Fax: +49 (0)228-287 90 10901 
E-Mail: petra.hinz(at)ukb.uni-bonn.de 
Universitätsklinikum Bonn (AöR) 
Venusberg-Campus 1 (ehemals Sigmund-Freud-Str. 25) 
53127 Bonn

Pressekontakt:
Viola Röser
Pressereferentin am Universitätsklinikum Bonn (UKB)
Tel.: 0228 287-19891; 
E-Mail: Viola.Roeser(at)ukbonn.de

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News Pressemitteilung Kinderonkologie Bonn
news-1215 Thu, 06 Aug 2020 07:00:00 +0200 Neuberufung der Direktorin der Klinik für Radiologie am Universitätsklinikum Bonn (UKB) /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1215&cHash=c3288edd47dadca993e76fe470d6fcfd Prof. Ulrike Attenberger, wurde in den Wissenschaftlichen Beirat berufen.  Bonn, 6. August 2020 – Die Direktorin der Klinik für Radiologie am Universitätsklinikum Bonn (UKB), Prof. Ulrike Attenberger, wurde für das Fachgebiet Radiologie in den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer berufen. Aufgabe des Wissenschaftlichen Beirats ist es, den Vorstand der Bundesärztekammer in seiner Meinungsbildung zu medizinisch-wissenschaftlichen Grundsatz- und Einzelfragen zu beraten.

Ulrike Attenberger, Direktorin der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Bonn (UKB), wurde in den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer berufen. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer ist interdisziplinär aus Wissenschaftlern verschiedener Fachgebiete der Medizin zusammengesetzt. Seine Aufgabe ist die Beratung des Vorstands der Bundesärztekammer zu medizinisch-wissenschaftlichen Fragen, die insbesondere bei der Vorbereitung und Durchführung von Gesetzen und der ärztlichen Berufsausübung auftreten. Das Plenum des Wissenschaftlichen Beirats tritt zweimal jährlich zusammen.

Die 40-Jährige, die Forschungsaufenthalte in Harvard, Zürich und Wien absolviert hat, wird den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer ab sofort mit ihrer Expertise im Fachgebiet Radiologie mit dem Schwerpunkt der Tumordiagnostik bereichern. „Derzeit arbeiten wir daran, u.a. mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) anhand von Bilddaten besser voraussagen zu können, wie ein Patient auf die geplante Behandlung anspricht und zukünftig auch genauere Überlebensprognosen stellen zu können. Durch die Berufung in den Wissenschaftlichen Beirat erhoffe ich mir, die aktuellen Entwicklungen im Bereich der bildgebenden Diagnostik gewinnbringend für alle Fachdisziplinen für eine optimierte Patientenversorgung voranbringen zu können“, sagt Prof. Attenberger. Für die nächsten drei Jahre wird sie nun im Wissenschaftlichen Beirat beratend tätig sein.
 



Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. Ulrike Attenberger
Direktorin der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15871
E-Mail: ulrike.attenberger(at)ukbonn.de

Pressekontakt:
Viola Röser
Pressereferentin am Universitätsklinikum Bonn 
Tel.: 0228/287-19891
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News Pressemitteilung Bonn
news-1206 Wed, 05 Aug 2020 14:00:00 +0200 Wie Tumorzellen der Immunabwehr entgehen /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1206&cHash=2782c77f25a7fdd8e3c83d6a22e872bb Studie unter Federführung der Universität Bonn könnte helfen, moderne Therapieansätze zu verbessern Wissenschaftler versuchen verstärkt, das körpereigene Immunsystem zum Kampf gegen Krebs zu nutzen. Eine neue Studie der Universität Bonn sowie von Forschungseinrichtungen in Australien und der Schweiz zeigt nun, mit welchen Strategien Tumorzellen dieser Attacke entgehen. Die für die Arbeit entwickelte Methode trägt zu einem besseren Verständnis des „Wettrüstens“ zwischen Immunabwehr und Krankheit bei. Die Ergebnisse könnten helfen, moderne Therapieansätze zu verbessern. Sie sind in der Zeitschrift „Immunity“ erschienen.

Krebszellen unterscheiden sich von gesunden Körperzellen – durch ihr Aussehen, durch ihr Verhalten, durch die Gene, die in ihnen aktiv sind. Oft bleibt das nicht unbemerkt: Das Immunsystem registriert, dass etwas nicht in Ordnung ist, und schickt seine Truppen los, den Tumor zu bekämpfen. Oft fällt diese Antwort aber zu schwach aus, um den Krebs langfristig in Schach zu halten oder gar zu vernichten.

Wissenschaftler versuchen daher seit vielen Jahren, die Abwehrreaktion des Immunsystems zu verstärken. Dazu verfahren sie ähnlich wie ein Polizist, der seinen Hund auf die Spur eines entkommenen Verbrechers setzt. Die Rolle des Spürhundes übernehmen in diesem Fall die zytotoxischen T-Zellen: Sie können kranke oder defekte Zellen erkennen und töten. Jede T-Zelle ist dabei gegen ein ganz bestimmtes Merkmal gerichtet, auch Antigen genannt. Für die Krebstherapie suchen die Forscher daher in Patienten nach T-Zellen, die Antigene des Tumors detektieren. Diese können sie dann zum Beispiel vermehren und dem Kranken wieder injizieren. So verstärken sie seine Immunantwort gegen den Krebs.

Doch leider haben viele Tumoren Strategien entwickelt, mit denen sie dem Immunsystem entgehen können. „In unserer Studie haben wir untersucht, wie diese Strategien aussehen und wovon das abhängt“, erklärt Dr. Maike Effern vom Institut für Experimentelle Onkologie am Universitätsklinikum Bonn. „Dabei haben wir uns auf Melanomzellen konzentriert, also den schwarzen Hautkrebs.“

Es gibt verschiedene Merkmale, in denen sich Melanome von gesunden Zellen unterscheiden. So ist in ihnen eine ganze Reihe anderer Gene aktiv. Jedes von ihnen ist ein potenzielles Antigen für T-Zellen. Doch welches ist besonders geeignet, um eine starke und dauerhafte Immunantwort auszulösen? Um diese Frage zu beantworten, erfanden die Wissenschaftler eine trickreiche Methode in ihrem experimentellen Modell: Sie klebten verschiedenen Genen, die bei der Entwicklung von Melanomzellen aktiv sind, eine Art Etikett an und erzeugten damit Antigene. Dann ließen sie eine Gruppe von T-Zellen gegen die Tumorzellen los, die genau dieses molekulare Etikett als Krankheitsmerkmal erkannten. Mit dieser Strategie untersuchten die Wissenschaftler nun, wie die Krebszellen auf die Verfolgung durch das Immunsystem reagierten. Dabei fanden sie je nach Gen, das mit einem solchen Etikett versehen war, deutliche Unterschiede.

Krebszellen verstecken sich vor dem Immunsystem

„Wenn die T-Zellen gegen Gene gerichtet waren, die für Melanom-typische Merkmale verantwortlich sind, beobachteten wir, dass die Krebszellen ihr Aussehen veränderten und diese Gene mit der Zeit unterdrückten“, erklärt Efferns Kollegin Dr. Nicole Glodde. „Sie versteckten sich auf diese Weise also vor dem Immunsystem.“

Ein weiteres in der Studie untersuchtes Gen ist für den Tumor dagegen überlebenswichtig. Es lässt sich daher nicht so einfach herunterregulieren und dadurch verstecken. „Aus unserer Sicht hätte dieses Gen daher das Potenzial, eine sehr wirksame T-Zell-Antwort hervorzurufen“, betont Effern. „Unsere Arbeit eröffnet möglicherweise den Weg zu wirksameren Immuntherapien“, hofft Prof. Dr. Michael Hölzel, Leiter des Instituts für Experimentelle Onkologie am Universitätsklinikum Bonn und Mitglied des Exzellenzclusters ImmunoSensation der Universität Bonn. „Die von uns entwickelte Methode erlaubt es zudem, die Prozesse, mit denen Krebszellen unter dem Radar der Immunabwehr hindurchschlüpfen, besser zu verstehen.“

Die Studie wurde unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen einer internationalen Graduiertenschule finanziert. Deshalb arbeitete Dr. Maike Effern für dieses Projekt auch ein Jahr am Peter Doherty Institut in Melbourne (Australien) bei Prof. Thomas Gebhardt, einem international ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der Immunerkennung. „Die Graduiertenschule zwischen den Universitäten Bonn und Melbourne ist ein herausragendes Beispiel für internationale Zusammenarbeit in der Forschung und für mich persönlich eine Erfahrung, die meine weitere Laufbahn nachhaltig prägen wird“, betont Effern.

 


 

Publikation:

Maike Effern, Nicole Glodde, Matthias Braun, Jana Liebing, Helena N. Boll, Michelle Yong, Emma Bawden, Daniel Hinze, Debby van den Boorn-Konijnenberg, Mila Daoud, Pia Aymans, Jennifer Landsberg, Mark J. Smyth, Lukas Flatz, Thomas Tüting, Tobias Bald, Thomas Gebhardt, Michael Hölzel: Adoptive T cell therapy targeting different gene products reveals diverse and context-dependent immune evasion in melanoma. Immunity, DOI: https://doi.org/10.1016/j.immuni.2020.07.007

 

Kontakt:

Prof. Dr. Michael Hölzel
Institut für Experimentelle Onkologie am Universitätsklinikum Bonn
Tel. 0228/287-12170
E-Mail: michael.hoelzel(at)ukbonn.de

 

Bilder:

Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Auf den Spuren des „Wettrüstens“ zwischen Immunabwehr und Krebs:
(von links) Dr. Maike Effern, Dr. Nicole Glodde und Prof. Dr. Michael Hölzel.
© Barbara Frommann/Uni Bonn
https://cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-167-2020/images/Effern-Hoelzel-Frommann9268.jpg
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Dezernat 8
Hochschulkommunikation

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Pressemitteilung Bonn
news-1205 Tue, 04 Aug 2020 11:35:27 +0200 Rolle von viersträngigen DNA-Strukturen bei Brustkrebs /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1205&cHash=c8b710d07fd2d61148094b1eee091e2b Neues potenzielles Ziel für personalisierte Medizin entdeckt Vier strangförmige DNA-Strukturen – bekannt als G-Quadruplexe – haben sich zum ersten Mal bei bestimmten Arten von Brustkrebs als wichtig erwiesen und stellen ein potenzielles neues Ziel für die personalisierte Medizin dar, sagen Wissenschaftler der Universität Cambridge und des Zentrums für Molekulare Medizin Köln (ZMMK) an der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät. Die vielversprechenden Einzelheiten ihrer Studie wurden gestern (03.08.2020) im renommierten Wissenschaftsjournal Nature Genetics veröffentlicht.

Im Jahr 1953 verfassten die Cambridge-Forscher Francis Crick und James Watson gemeinsam eine in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie, die zeigte, dass die DNA unserer Zellen eine ineinander verschlungene "Doppelhelix"-Struktur aufweist. Sechzig Jahre später fand ein Team unter der Leitung von Prof. Sir Shankar Balasubramanian und Prof. Steve Jackson, ebenfalls in Cambridge, heraus, dass eine ungewöhnliche viersträngige Konfiguration der DNA im gesamten menschlichen Genom in lebenden Zellen auftreten kann. Diese Strukturen bilden sich in DNA-Regionen, die reich an einem ihrer Bausteine, dem Guanin (G), sind. Wenn ein einzelner Strang der doppelsträngigen DNA herausschleift und sich auf sich selbst zurückfaltet entsteht so einen viersträngigen "Knoten" im Genom. Infolgedessen werden diese Strukturen G-Quadruplexe genannt.

Prof. Balasubramanian und seine Kollegen haben zuvor Sequenziertechnologien entwickelt, mit denen G-Quadruplexe sowohl direkt in der DNA als auch in ihrer natürlichen Form, dem Chromatin, nachgewiesen werden können. Sie haben bereits gezeigt, dass G-Quadruplexe eine Rolle bei der Transkription spielen, einem Schlüsselschritt beim Ablesen des genetischen Codes und bei der Bildung von Proteinen aus der DNA. Von entscheidender Bedeutung ist auch, dass ihre Arbeit zeigte, dass G-Quadruplexe mit höherer Wahrscheinlichkeit in Genen von Zellen vorkommen, die sich schnell teilen, wie zum Beispiel Krebszellen.

Jetzt hat das Team, zu dem auch Erstautor Dr. Robert Hänsel-Hertsch vom ZMMK an der Uniklinik Köln gehört, zum ersten Mal entdeckt, wo sich G-Quadruplexe in konserviertem Tumorgewebe/Biopsien von Brustkrebs bilden.

Das Cambridge-Team unter der Leitung von Prof. Balasubramanian und Prof. Carlos Caldas setzte seine quantitative Sequenzierungstechnologie ein, um G-Quadruplex-DNA-Strukturen in 22 Modelltumoren zu untersuchen. Diese Modelle waren durch die Entnahme von Brustkrebsbiopsien von Patienten aus dem Addenbrooke's Hospital, Cambridge University Hospital NHS Foundation Trust, und die anschließende Transplantation und Züchtung der Tumore in Tiermodellen entstanden.

Während des Prozesses der DNA-Replikation und Zellteilung, der bei Krebs auftritt, können große Regionen des Genoms fälschlicherweise mehrmals vervielfältigt werden, was zu so genannten Kopienzahlaberrationen (CNAs) führt. Die Forscher fanden heraus, dass G-Quadruplexe innerhalb dieser CNAs weit verbreitet sind, insbesondere innerhalb von Genen und genetischen Regionen, die eine aktive Rolle bei der Transkription und damit beim Wachstum des Tumors spielen. 

Prof. Balasubramanian sagte: "Wir alle kennen die Idee der doppelsträngigen Doppelhelixstruktur der DNA, aber im letzten Jahrzehnt wurde immer deutlicher, dass DNA auch in viersträngigen Strukturen existieren kann und, dass diese in der Humanbiologie eine wichtige Rolle spielen. Man findet sie in besonders hoher Konzentration in Zellen, die sich schnell teilen, wie zum Beispiel Krebszellen. Diese Studie ist das erste Mal, dass wir sie in Brustkrebszellen gefunden haben".

"Die Häufigkeit und der Fundort von G-Quadruplexen in diesen Biopsien geben uns einen Hinweis auf ihre Bedeutung in der Krebsbiologie und auf die Heterogenität dieser Brustkrebsarten", fügte Dr. Robert Hänsel-Hertsch, der Erstautor der neuen Publikation hinzu. "Wichtig ist, dass die Krebsbiologie eine weitere potenzielle Schwachstelle aufzeigt, die wir gegen den Brusttumor nutzen könnten, um bessere Behandlungen für unsere Patientinnen zu entwickeln".

Man geht davon aus, dass es mindestens elf Subtypen von Brustkrebs gibt. Das Team fand heraus, dass jeder von ihnen ein anderes Muster - oder eine andere "Landschaft" - von G-Quadruplexen aufweist, das für die Transkriptions-programme, die diesen bestimmten Subtyp steuern, einzigartig ist.

Prof. Caldas vom Cancer Research UK Cambridge Institute sagte: "Obwohl wir Brustkrebs oft als eine Krankheit betrachten, gibt es in Wirklichkeit mindestens elf bekannte Subtypen, von denen jeder unterschiedlich auf verschiedene Medikamente reagieren kann. Die Identifizierung des besonderen Musters der G-Quadruplexe eines Tumors könnte uns helfen, den Subtyp des Brustkrebses einer Frau zu bestimmen, sodass wir ihr eine individuellere, gezieltere Behandlung anbieten können.“

Indem man die G-Quadruplexe mit synthetischen Molekülen ins Visier nimmt, kann man möglicherweise verhindern, dass die Zellen ihre DNA replizieren und so die Zellteilung blockieren sowie die Ausbreitung der entlaufenen Zellen an der Wurzel des Krebses aufhalten. Das Team identifizierte zwei solcher Moleküle - eines bekannt als Pyridostatin und eine zweite Verbindung, CX-5461, die zuvor in einer Phase-I-Studie gegen Brustkrebs mit BRCA2-Defizienz getestet wurde.

Die Forschung wurde von Cancer Research UK finanziert.

Originalpublikation:
Hänsel-Hertsch, R. et al. Landscape of G-quadruplex DNA structural regions in breast cancer. Nat Gen; 3. August 2020; DOI: 10.1038/s41588-020-0672-8

Für Rückfragen:
Anja Schattschneider
Redakteurin und Pressereferentin
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News Pressemitteilung Forschung Brustkrebs Köln
news-1204 Thu, 30 Jul 2020 11:26:00 +0200 UV-Schutz-Projekt für Grundschulkinder /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1204&cHash=a1f5cac116f89335199f1ac088fd7ac2 Unterrichtspaket zur Hautkrebsprävention kostenfrei bei der Deutschen Krebshilfe Das Projekt „CLEVER IN SONNE UND SCHATTEN – Für Grundschulen“ sensibilisiert Kinder der 3. und 4. Klassen altersgerecht für einen achtsamen Umgang mit der Sonne. „Erst wenn UV-Schutz bereits für Kinder selbstverständlich ist, werden langfristig weniger Erwachsene an Hautkrebs erkranken“, betont Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Ab sofort können bundesweit Grundschulen und Übermittagsbetreuungen das UV-Schutz-Schulungspaket bei der Deutschen Krebshilfe anfordern. Entwickelt wurden die Materialien vom Projektteam „Die Sonne und Wir“ der Universität zu Köln/Uniklinik Köln im Rahmen der Kampagne „CLEVER IN SONNE UND SCHATTEN“ der Deutschen Krebshilfe sowie weiterer Kooperationspartner.

„Wie entsteht ein Sonnenbrand?“ „Weshalb ist es schlau, in der Sonne aufzupassen?“ „Warum ist Schatten manchmal richtig gut?“ Auf diese und viele weitere Fragen suchen Anna und Max, die beiden Hauptfiguren der UV-Schutz-Schulung, Antworten. „Lernen mit Anna und Max macht Spaß. Kindgerecht führen die beiden durch ein breitgefächertes Spektrum an Lernangeboten“, sagt Susanne Klehn, Moderatorin und Botschafterin der Deutschen Krebshilfe für Hautkrebsprävention. Dazu gehören: Experimente, Sachgeschichten zum Hören und Lesen, Bastelarbeiten, Arbeitsblätter, Diskussionsrunden, Spiele sowie Lieder zum Mitsingen und Bewegen. „So spannende Lernangebote rund um den UV-Schutz hätte ich mir in meiner Grundschulzeit auch gewünscht“, so Klehn, die im Alter von 27 Jahren selbst an Hautkrebs, einem malignen Melanom, erkrankte. Dieses gilt als besonders gefährlich, da es schnell Tochtergeschwulste bildet. Rund 3.800 Menschen sterben jährlich an den Folgen dieser Hautkrebserkrankung.

„Kinderhaut ist um ein Vielfaches empfindlicher als die Haut Erwachsener und braucht daher besonderen Schutz vor den UV-Strahlen der Sonne“, erläutert Professor Dr. Dr. Cornelia Mauch, stellvertretende Direktorin der Klinik für Dermatologie der Uniklinik Köln. „Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen deutlich das Risiko, im Erwachsenenalter an Hautkrebs, insbesondere dem malignen Melanom, zu erkranken. Daher muss UV-Schutz bereits bei den Kleinen beginnen.“

Lehrer*innen und Erzieher*innen, die das Thema im Unterricht oder in der Ganztagsbetreuung durchführen möchten, bietet das Handbuch des Projektpaketes eine strukturierte Anleitung. Es umfasst sechs didaktisch aufbereitete UV-Schutz-Themenschwerpunkte. „Die Materialien bieten naturwissenschaftliche, gesundheitsbezogene sowie künstlerisch-kreative Zugänge zum Thema“, betont Dr. Debora Grosskopf-Kroiher, die das Projekt „Die Sonne und Wir“ am Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK) der Universität zu Köln leitet. Durch den modularen Aufbau der UV-Schutz-Schulung können die Inhalte flexibel an die Bedürfnisse der Lerngruppen angepasst und im Unterricht, der Ganztagesbetreuung oder bei Projekttagen umgesetzt werden.

Zur kompletten Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe

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News Pressemitteilung Hautkrebs Prävention Köln Deutsche Krebshilfe
news-1203 Tue, 28 Jul 2020 14:51:15 +0200 Förderung für forschende Nachwuchsärzte /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1203&cHash=a9b47cf82d3c933a4d19223bc95bb1ad Zweite Förderperiode Else Kröner Forschungskolleg bewilligt Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung hat die zweite Förderperiode des Else Kröner Forschungskollegs Cologne an der Uniklinik Köln bewilligt. Die Förderung gilt dem Forschungsthema „Behandlung therapieinduzierter dynamischer Veränderungen des Krebsgenoms” und ist auf weitere drei Jahre angelegt. Die Uniklinik Köln erhält in dieser Zeit eine Gesamtförderung von rund einer Million Euro.

„Wir blicken auf eine sehr erfolgreiche erste Förderperiode zurück und ich freue mich, dass daraus die Möglichkeit entstanden ist, weitere talentierte und motivierte Physician Scientists zu fördern“, erklärt Prof. Dr. Christian Reinhardt, Direktor der Klinik für Hämatologie am Uniklinikum Essen und ehemaliger Sprecher des Forschungskollegs in der ersten Förderperiode.

Die Leitung des Kollegs übernimmt in der zweiten Förderperiode Univ.-Prof. Dr. Christiane Bruns, Direktorin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, zusammen mit Univ.-Prof. Dr. Matthias Fischer, Leiter Experimentelle Pädiatrische Onkologie, und Dr. Ron Jachimowicz, Klinik I für Innere Medizin und Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns.

„Für die Weiterentwicklung gezielter Krebstherapien ist die wissenschaftliche Förderung des klinischen Nachwuchses von entscheidender Bedeutung. Durch Förderprogramme wie die Else Kröner-Fresenius-Stiftung ist es wissenschaftlich ambitionierten, klinisch tätigen Ärztinnen und Ärzten möglich, translationale Forschungsprojekte umzusetzen, mit dem klaren Ziel, Krebstherapien für Patienten zu verbessern. Wir freuen uns sehr über die Zusage der zweiten Antragsperiode“, so Prof. Bruns.

„Eine profunde wissenschaftliche Ausbildung onkologisch tätiger Ärzte ist in der universitären Medizin heutzutage ungeheuer wichtig. Ich freue mich daher sehr, dass dieses erfolgreiche Ausbildungsprogramm durch die Unterstützung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung fortgesetzt werden kann“, so Prof. Fischer.

Acht Stipendiatinnen und Stipendiaten können zukünftig von einer strukturierten und vertraglich abgesicherten Ausbildung zum Facharzt profitieren, die eine zwei- bis dreijährige experimentelle Forschungsphase einschließt und von einem Ausbildungsprogramm mit Mentoring begleitet wird. Die Stipendiaten sollen so das nötige Rüstzeug erhalten, um zukünftig ihre eigenen Forschungslabore zu leiten.

Das neue Forschungskolleg ist eine gemeinschaftliche Aktivität des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) an der Uniklinik Köln, der Medizinischen Fakultät, der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, des Max-Planck-Instituts für Altersforschung, des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung, des Zentrums für Molekulare Medizin (ZMMK) und des Exzellenzclusters Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases (CECAD).

Weitere Informationen finden Sie unter www.ekf-cologne.de (Forschungskolleg) und www.ekfs.de (Stiftung).

Für Rückfragen:
Mirko Ristau
Stellv. Pressesprecher und Referent für Unternehmenskommunikation
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse(at)uk-koeln.de

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Pressemitteilung Köln
news-1196 Tue, 21 Jul 2020 12:06:02 +0200 Die mitochondriale Verbindung: Warum Blutgefäße in Wunden und Tumoren zu sprießen beginnen /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1196&cHash=0662237acc66c7b2830f07312ead902e Neue Kashkar-Studie Ein Wissenschaftlerteam des CECAD-Exzellenzclusters der Universität zu Köln (CECAD - Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases) unter der Leitung von Hamid Kashkar hat herausgefunden, dass neue Aussprossungen von Blutgefäßen während der Entwicklung, der Wundheilung oder des Tumorwachstums durch zellulären Energiestoffwechsel mit Beteiligung von mitochondrialen Atmung, gesteuert werden. Die Mitochondrien, auch Kraftwerke der Zelle genannt, versorgen den Organismus mit Lebensenergie. Die Endothelzellen, die eine dünne Schicht innerhalb der Gefäße aufbauen, nutzen die mitochondriale Energieproduktion, wie in dieser Studie gezeigt wurde. Der Immunologe Kashkar und sein Team liefern hier den genetischen Beweis für die Notwendigkeit der mitochondrialen Atmung während der Angiogenese - der Bildung neuer Sprossen von Gefäßen - und werfen ein neues Licht auf die metabolische Kontrolle der Gefäßbildung während der Entwicklung, der Gewebereparatur und der Krebsentstehung.

Das Kölner Forscherteam untersuchte die physiologische Rolle der mitochondrialen Atmung in Blutgefäßen in Zellkulturen und Mäusen. Kashkars Gruppe zeigte, dass die mitochondriale Atmung für die Neoangiogenese erforderlich ist.

....

Die aktuelle Studie stellt die Hypothese auf, dass die fortschreitende Abnahme der mitochondrialen Aktivität bei Alterung und alterungsassoziierten Krankheiten die Angiogenese und damit die Regenerationsfähigkeit der alternden Gewebe reduziert. Unabhängig davon könnte die gezielte Beeinflussung der Blutgefäße von Tumoren durch mitochondriale Wirkstoffe eine wertvolle Krebstherapie darstellen und sollte in Zukunft erforscht werden.

zur kompletten Pressemitteilung der Universität Köln

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Pressemitteilung Forschung Köln
news-1195 Fri, 17 Jul 2020 08:00:00 +0200 Fördererfolg für internationales Graduiertenkolleg /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1195&cHash=2ed0b70b5a4bf16359fd230a88cf72a2 Projekt der Universitäten Bonn und Melbourne bis 2025 verlängert Das seit 2016 bestehende Internationale Graduiertenkolleg der Universitäten Bonn und Melbourne wird bis 2025 weitergefördert. Das hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mitgeteilt. Das Verbundprojekt ermöglicht die Ausbildung junger Forschender in einem exzellenten wissenschaftlichen Umfeld an zwei weltweit herausragenden Forschungsstandorten.

Das Graduiertenkolleg untersucht die Rolle bestimmter Immunzellen bei Infektionen, Tumorerkrankungen, Autoimmunität und Impfungen. Das internationale Graduiertenkolleg bietet Promovierenden die Möglichkeit, sich frühzeitig ein internationales Netzwerk aufzubauen. Dabei sind sie in ein strukturiertes Programm eingebunden und werden jeweils von Tandems aus zwei erfahrenden Forschenden in Bonn und Melbourne betreut. Ein Jahr der durchschnittlich drei Jahre dauernden Promotion verbringen sie an der Partneruniversität. Absolvierende erhalten einen gemeinsamen Doktortitel („joint PhD“) der Universitäten Bonn und Melbourne.

„Wir freuen uns sehr, dass wir unsere erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen können. Die DFG würdigt mit der Verlängerung den Mehrwert der internationalen Kooperation und die Leistungen der Studenten. Das gesamte Team ist sehr stolz auf diesen Erfolg“, sagt Prof. Dr. Christian Kurts. Der Leibniz-Preisträger ist Sprecher des Graduiertenkollegs am Standort Bonn.

Eine Doktorarbeit am einzigen deutschen immunologischen Exzellenzcluster „ImmunoSensation“ kann für junge Forschende noch attraktiver sein, wenn sie ein Jahr ihrer Forschungsarbeit an der führenden Universität Australiens verbringen können. Genau das bietet das deutsch-australische Graduiertenkolleg „Bonn & Melbourne Research and Graduate School Immunosciences“ (IRTG 2168), das seit April 2016 von der DFG finanziert wird.

Die DFG fördert die deutschen Partner mit 13 Promotionsstellen. Die australischen Partner um Sprecher Prof. Sammy Bedoui vom Peter Doherty Institute for Infection and Immunity werden mit einer komplementären Förderung von der University of Melbourne unterstützt. Die renommierte University of Melbourne ist eine von drei strategischen Partneruniversitäten der Universität Bonn.

Für den Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, ist die Kooperation beispielgebend: „Die gemeinsame Graduiertenausbildung mit der Universität Melbourne hat Modell-Charakter auch über die Immunologie hinaus. Wir arbeiten mit der Universität Melbourne an Joint-PhD-Verfahren in mehreren Fachbereichen, um unseren Doktorandinnen und Doktoranden eine bestmögliche international ausgerichtete Ausbildung zu ermöglichen. Melbourne ist aufgrund der hervorragenden Forschungsbedingungen hierfür ein idealer Partner.“
 



Weitere Informationen zum Graduiertenkolleg:
 

http://bomerang.iei-bonn.de/bomerang.html

Kontakt:

Prof. Dr. Christian Kurts

Tel.: 0228/287-11050

E-Mail: iei(at)uni-bonn.de

Bildnachweis:

University of Melbourne
Photo by Eriksson Luo on Unsplash

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News Pressemitteilung Bonn
news-1194 Thu, 16 Jul 2020 14:51:39 +0200 Entscheidungshilfen unterstützen Frauen mit BRCA1/2-Mutation /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1194&cHash=988fbd59285e8d67e28df2b8de588695 Versorgungsforschungsprojekt erhält Florence-Nightingale-Preis 2020 Die Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS) hat in diesem Jahr ein patientenorientiertes Forschungsprojekt mit dem Florence-Nightingale-Preis ausgezeichnet, das unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Stephanie Stock, Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, entstanden ist. Dieser Preis würdigt Arbeiten, die sich mit der Verbesserung von Gesundheitsvorsorge, Krankenversorgung und Lebensqualität von Frauen mit Brusterkrankungen beschäftigen.
 
Die jetzt prämierte Arbeit, die in enger Kooperation mit dem Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln (Direktorin: Univ.-Prof. Dr. Rita Schmutzler) realisiert wurde, trägt den Titel „Evidenzbasierte, nach den internationalen IPDAS Kriterien entwickelte Entscheidungshilfe unterstützt BRCA1/2-Mutationsträgerinnen bei präferenzsensiblen Entscheidungen“. Gefördert wird das Projekt vom Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW).
 
Es handelt sich um zwei erstmals für Deutschland entwickelte Entscheidungshilfen für Frauen, die wegen einer Mutation im BRCA1- oder BRCA2-Gen ein hohes Risiko haben, an Brust- und / oder Eierstockkrebs zu erkranken. Eine Version richtet sich an BRCA1/2-Mutationsträgerinnen, die bisher nicht an Krebs erkrankt sind (Ratsuchende), die andere geht auf die Situation derer ein, die bereits einmal von Brustkrebs betroffen waren (Patientinnen). 
 
Rund 25 Prozent aller familiär gehäuften Brustkrebsfälle sind durch eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation bedingt. Dieser Genbefund stellt die betroffenen Frauen vor schwierige und weitreichende Entscheidungen. Sie stehen vor der Frage, welche präventive Maßnahme sie wählen möchten, um mit ihren Erkrankungsrisiken umzugehen. Durch die Teilnahme am intensivierten Früherkennungsprogramm der Brust kann Brustkrebs in 85 Prozent der Fälle in einem potentiell heilbaren Anfangsstadium entdeckt werden, das Erkrankungsrisiko sinkt jedoch nicht. Die risikosenkende operative Brustentfernung senkt hingegen das Brustkrebsrisiko, doch müssen die Frauen den Verlust der Brust hinnehmen und weitere Entscheidungen treffen, zum Beispiel in Bezug auf eine Brustrekonstruktion.
 
Da Eierstockkrebs mit keiner Methode zuverlässig im Frühstadium diagnostiziert werden kann, ist hier die einzig mögliche präventive Maßnahme die risikosenkende Entfernung beider Eierstöcke und Eileiter. Die Operation senkt das gefährliche Eierstockkrebsrisiko, führt aber zu Unfruchtbarkeit und kann verfrühte Wechseljahresbeschwerden auslösen.
 
Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Maßnahmen bewerten betroffene Frauen je nach ihren persönlichen Einstellungen sehr unterschiedlich. „Um eine gute Entscheidung treffen zu können, mit der sie auch auf lange Sicht zufrieden sind, sollten sie sowohl die aktuellen medizinischen Fakten kennen und abwägen als auch ihre eigenen Wertevorstellungen in ihre Überlegungen einbringen können. Hierbei bieten die entwickelten Entscheidungshilfen eine wichtige Unterstützung. Sie liefern ausführliche, evidenzbasierte medizinische Informationen zu Erkrankungsrisiken und präventiven Möglichkeiten sowie gezielte Hilfen, um mehr Klarheit über die eigenen Wünsche und Vorstellungen zu bekommen“, erklärt Univ.-Prof. Stephanie Stock. In einem ersten Schritt sollen die Entscheidungshilfen das bestehende spezialisierte Beratungsangebot am Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln ergänzen. Später sollen sie allen deutschen Zentren Familiärer Brust- und Eierstockkrebs sowie den angeschlossenen Brustzentren zur Verfügung gestellt werden.
 
Die Entwicklung erfolgte in einem aufwändigen, 6-stufigen Arbeitsprozess, der sich an international etablierten Qualitätsstandards orientiert. Hierfür war ein multidisziplinäres Entwicklungsteam zuständig, bestehend aus Experten der Bereiche Versorgungsforschung, Medizin, Psychologie, Pflegewissenschaft und Fachärztinnen für Frauenheilkunde mit Spezialgebiet Familiärer Brust- und Eierstockkrebs. Mehrfache Prüfungsverfahren durch unabhängige Betroffene, Selbsthilfeangehörende und externe Experten wurden einbezogen, um ein hohes Qualitäts- und Akzeptanzniveau zu unterstützen.
 
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit diesen Entscheidungshilfen nun einen weiteren wichtigen Schritt gehen konnten, um die Autonomie der Ratsuchenden und Patientinnen zu stärken“, erklärt Univ.-Prof. Stephanie Stock.
 
Die offizielle Ehrung und Preisverleihung findet auf der 40. Jahrestagung der DGS im kommenden Jahr statt.


Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse(at)uk-koeln.de

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Pressemitteilung Auszeichnung Brustkrebs Köln
news-1193 Fri, 10 Jul 2020 10:00:00 +0200 Der 1. Online-Kongress „NuklearMedizin 2020 – Digital“ /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1193&cHash=6749df4708ade33aea53ad51fd65a10b Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin erstmals als Online-Kongress „NuklearMedizin 2020 – Digital“ Der jährliche Kongress der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin fand aufgrund der Corona-Krise im neuen, innovativen Format „NuklearMedizin 2020 – Digital“ statt. Die Tagung wurde vom 7. bis 9. Juli 2020 unter der Präsidentschaft von Prof. Markus Essler, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Bonn (UKB), federführend organisiert und durchgeführt. Auf dem Kongress wurden die neuesten Erfolge in Therapie und Diagnostik der Nuklearmedizin sowie eine virtuelle Ausstellung mit aktuellen Entwicklungen der Industrie präsentiert.

Der jährliche Kongress der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) ist durch seine Interdisziplinarität von größter internationaler Bedeutung für die medizinische Forschung. Beim diesjährigen, ersten virtuell durchgeführten Kongress „NuklearMedizin 2020 – Digital“, wurden die neuesten Errungenschaften der Nuklearmedizin im Bereich der Krebsmedizin im Rahmen von Vorträgen und interaktiven Formaten international bekannt gemacht. „Die Nuklearmedizin hat in den vergangenen Jahren durch die Erfolge der Therapie und Diagnostik innerhalb der Onkologie stark an Profil gewonnen, insbesondere bei Prostatakarzinom. Die wissenschaftlichen Arbeiten zahlreicher deutscher Forscher haben nun zu globalen Studien geführt“, sagt Prof. Markus Essler, Präsident des diesjährigen Kongresses. Neben der Krebsmedizin, war die Bildgebung neurodegenerativer Erkrankungen, wie Alzheimer, ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Tagung: „Die jüngsten positiven Ergebnisse klinischer Studien zur Behandlung der Alzheimer Erkrankung könnten mithilfe der Nuklearmedizin in Zukunft zu großen Verbesserungen für die betroffenen Patienten führen“, erläutert Prof. Essler.

Beim ersten virtuellen Kongress der DGN waren zahlreiche Teilnehmende aus elementaren Bereichen der Nuklearmedizin vertreten, darunter Ärzte, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und Pflegefachkräfte. Darüber hinaus hat die Industrie diesen Bereich als Feld lohnender Investitionen erkannt und war über eine virtuelle Industrieausstellung, auf der nationale und internationale Hersteller ihre Entwicklungen im Bereich der Nuklearmedizin präsentieren konnten, vertreten. Somit stellt die Tagung eine einzigartige Schnittstelle zwischen akademischer Forschung, moderner Patientenversorgung, Präzisionsmedizin der Zukunft und technologischer Weiterentwicklung dar.
Prof. Essler bedankt sich herzlich bei dem Präsidium der DGN, der Geschäftsstelle und dem Leiter des wissenschaftlichen Komitees, Michael Schäfers, für ihre Flexibilität und ihr Engagement bei der Planung und Umsetzung dieses ersten, erfolgreichen Online-Kongresses.

 

Fachlicher Ansprechpartner für die Medien:
Prof. Dr. Markus Essler
Direktor der Klinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15181
E-Mail: klinik.nuklearmedizin(at)ukbonn.de

Pressekontakt:
Viola Röser
Pressereferentin am Universitätsklinikum Bonn (UKB)
Tel.: 0228 287-19891; E-Mail: Viola.Roeser(at)ukbonn.de

Bildnachweis:
Universitätsklinikum Bonn (UKB)/R. Müller

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News Pressemitteilung Nuklearmedizin Bonn
news-1191 Thu, 09 Jul 2020 10:00:00 +0200 Deutsches Innovationsbündnis Krebs & Gehirn gegründet /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1191&cHash=e44ce28d81c234db65fde6158cea843c Das Deutsche Innovationsbündnis Krebs & Gehirn ist ein einzigartiger Zusammenschluss aller Hirntumor-Interessensgruppen Im Mai 2020 hat sich das Deutsche Innovationsbündnis Krebs & Gehirn (DIK&G) gegründet. Ziel des Bündnisses ist die nachhaltige Verbesserung des Lebens und der Therapie von Hirntumorpatient*innen. DIK&G will die Betroffenen in die Mitte der Gesellschaft rücken und mehr Aufmerksamkeit für deren Bedürfnisse schaffen. Es braucht mehr Transparenz und Zusammenarbeit, um die Diagnostik und Therapie der Erkrankung zu verbessern. Dafür haben sich Patient*innen, Angehörige, Ärzt*innen, Wissenschaftler*innen, Selbsthilfegruppen, Personen des öffentlichen Lebens sowie Unternehmen zusammengeschlossen. Vorsitzende sind Prof. Dr. Martin Glas, Leiter des Neuroonkologischen Zentrums am Universitätsklinikum Essen, und Prof. Dr. Frank Giordano, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Uniklinik Bonn.

Hier geht es weiter zum ganze Artikel von Medizin.NRW

Quelle: Medizin.NRW

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News Pressemitteilung Bonn
news-1189 Fri, 05 Jun 2020 13:32:49 +0200 Zukunftsperspektiven für junge Krebsforscher /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1189&cHash=f17037450b78beac604cf7a795c1ef03 Unikliniken Köln und Bonn starten mit Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum Die Unikliniken Köln und Bonn haben als Doppelstandort mit einem Konzept zur Interaktion von Tumorgenomik und Tumorimmunologie überzeugt, sie haben ein Mildred-Scheel-Nachwuchszentren erhalten. Beide Standorte arbeiten im Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) schon seit über zehn Jahren zusammen und wollen nun auch gemeinsam den Nachwuchs in Medizin und Naturwissenschaften im Rahmen der neu gegründeten „Mildred Scheel School of Oncology Cologne-Bonn“ (MSSO Cologne-Bonn) fördern. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Projekt über fünf Jahre mit zehn Millionen Euro.

Das von der Deutschen Krebshilfe ausgeschriebene Programm fördert Karrieren in translationaler Onkologie. Das bedeutet: Das Ziel dieser Maßnahme ist es, Erkenntnisse aus dem Labor so schnell als möglich in die Klinik zu überführen (Translation). Das MSSO Cologne-Bonn ist eines von deutschlandweit fünf dieser neuen Zentren in Deutschland. Die übrigen Zentren entstehen in Dresden, Frankfurt, Hamburg und Würzburg. Hintergrund dieser Initiative der Krebshilfe ist ein „eklatanter Mangel“ an Nachwuchsforschern in der Krebsforschung, erklärte die Organisation.

Die MSSO Cologne-Bonn fördert junge Krebsforscherinnen und Krebsforscher mit einem dreiteiligen Programm: Studierenden der Medizin werden mittels Stipendien erste Laborerfahrungen ermöglicht, Mediziner erhalten die Möglichkeit, anspruchsvolle wissenschaftliche Projekte in herausragenden Laboren über mehrere Jahre zu verfolgen und Absolventen der Naturwissenschaft erhalten Zugang zu klinischen Proben und erlernen so, klinische Fragestellungen aufzugreifen und zu beantworten.

„Durch diese enge Interaktion von Medizin und Wissenschaft gelangen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in beschleunigter Weise in die klinische Krebstherapie“, sagt Prof. Dr. Roland Ullrich, der die Mildred Scheel School of Oncology Cologne-Bonn leitet. Er hat diese Funktion im Mai von Prof. Dr. Christian Reinhardt übernommen, der dem Ruf an das Westdeutsche Tumorzentrum Essen gefolgt ist, dem Netzwerk der Mildred-Scheel-Zentren aber als Vizesprecher erhalten bleibt.

Die MSSO Cologne-Bonn konzentriert sich inhaltlich auf die Entschlüsselung von genetischen Veränderungen, die zur Tumorentstehung führen. Kölner Forschungsgruppen arbeiten darüber hinaus an der Entwicklung von Therapieansätzen, die hochspezifisch solche Tumorzellen eliminieren, die bestimmte Mutationen in ihrer DNA tragen. In Bonn besteht große Expertise in der Tumorimmunologie. „Diese Disziplin hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Renaissance erlebt. Es gibt mittlerweile zugelassene Medikamente, welche die Aktivität des Immunsystems, speziell von T-Zellen, gegen den Tumor erhöhen“, so Prof. Dr. Michael Hölzel, Direktor des Instituts für Experimentelle Onkologie an der Uniklinik Bonn, Sprecher des MSSO Training Programms.

Insgesamt entstehen in Köln und Bonn im Rahmen des Mildred-Scheel-Nachwuchszentrums vier unabhängige Nachwuchsgruppen. „Unsere Besonderheit liegt dabei auf dem inhaltlichen Zusammenspiel zwischen Tumorgenomik und Tumorimmunologie, welches es so in Deutschland noch nicht gibt“, hebt der neue Leiter Prof. Ullrich hervor. Er führt in der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln den Schwerpunkt Sarkome und ist Leiter der Arbeitsgruppe Krebstherapie und Molekulare Bildgebung.

Weitere Informationen: msso-cologne-bonn.de/

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Christoph Wanko
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Telefon: 0221 478-5548

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News Pressemitteilung CIO
news-1186 Sun, 31 May 2020 01:00:00 +0200 Weltnichtrauchertag /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1186&cHash=1929738119fc4c243dfd964c30593d18 Raucher scheinen besonders anfällig für Coronavirus zu sein Am 31. Mai 2020 ist Weltnichtrauchertag. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie erlangt dieser Tag eine besondere Bedeutung. Denn Raucher sollen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19-Krankheit haben. Ein Grund mehr, um aufzuhören. Aus diesem Anlass macht das Centrum für Integrierte Onkologie (CIO Bonn) des Universitätsklinikums Bonn (UKB) auf die Gefahren des Rauchens und Passivrauchens aufmerksam. 

Weltweit sterben jährlich etwa acht Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums, davon etwa eine Million Menschen durch Passivrauchen. 
Besondere Brisanz erhält das Thema Rauchen aktuell durch die Coronavirus-Pandemie. Forscher aus dem chinesischen Wuhan berichteten, dass Patienten mit einer Vorgeschichte des Rauchens ein um rund 13 Prozent höheres Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 haben als Nichtraucher. In China waren von schweren Covid-19-Verläufen vor allem Männer betroffen. Ein möglicher Grund dafür ist die Tatsache, dass rund 52 Prozent der chinesischen Männer, aber nur 2,7 Prozent der chinesischen Frauen rauchen. Neben allgemeinen Lungenschäden durch Tabakrauch, die den Verlauf von Covid-19 erschweren, scheint es auch einen direkten Mechanismus zu geben, der dem Coronavirus den Befall erleichtert. Demnach haben Raucher mehr ACE-2, ein Enzym, das Coronaviren nutzen, um in die Zellen einzudringen. Außerdem komme es durch das Rauchen auch generell zu einem vermehrten Hand-Mund-Kontakt, der das Risiko einer Infektion begünstige, so Prof. Dirk Skowasch. Leiter der Sektion Pneumologie am UKB.

Darüber hinaus sei das Rauchen einer der wichtigsten Risikofaktoren für das Entstehen bösartiger Erkrankungen der Lunge, bei Kopf-Hals-Tumoren sowie zahlreicher anderer Krebsarten wie Harnblasenkarzinome und Karzinome der Speiseröhre, berichtet Prof. Peter Brossart, Direktor des CIO Bonn und der Medizinischen Klinik III für Onkologie und Hämatologie am UKB. Prof. Skowasch, erläutert, dass bei Lungenkrebs in Deutschland sogar über 80 Prozent und bei COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) nahezu alle Fälle der Erkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen seien. „Auch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle ist bei Rauchern doppelt so hoch. Jeder zweite Raucher stirbt an den Folgen des Rauchens“, so der UKB-Lungenarzt. 
Zudem fordere das Passivrauchen allein in Deutschland jährlich mehrere tausend Todesopfer. Dr. Tanja Menting, Leiterin des betriebsärztlichen Dienstes am UKB, betont: „Durch das Rauchen schadet man sich selber, aber viel schlimmer noch – man verletzt seine Verantwortung als Elternteil und/oder Mitmensch, weil man seine Kinder beziehungsweise Mitmenschen dem Rauchen aussetzt“. Auch Prof. Ingo Schmidt-Wolf, Direktor der Abteilung für Integrierte Onkologie des CIO Bonn am UKB, meint: „Der jährliche Weltnichtrauchertag ist eine sehr gute Gelegenheit auf die Gefahren durch das Rauchen für sich selbst und seine Liebsten hinzuweisen. Auch der neue Trend der E-Zigaretten erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken. Es lohnt sich also, aufzuhören oder erst gar nicht mit dem Rauchen anzufangen“.

Doch wie gelingt das Aufhören am besten, wenn der Wunsch bereits da ist? Verhaltenstherapeutische Maßnahmen, wie zum Beispiel Nichtraucherkurse, sind besonders effektiv. Diese werden generell über das „Rauchfrei-Programm“ am Institut für Hausarztmedizin am UKB angeboten. Sobald sich die Corona-Situation verbessert, werden die Kurse auch wieder angeboten.

Das Centrum für Integrierte Onkologie – CIO Bonn ist das interdisziplinäre Krebszentrum des Universitätsklinikums Bonn. Unter seinem Dach arbeiten alle Kliniken und Institute am Universitätsklinikum zusammen, die sich mit der Diagnose, Behandlung und Erforschung aller bösartigen Erkrankungen befassen. Das CIO Bonn gehört zum bundesweiten Netzwerk ausgewählter Onkologischer Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe. Vor kurzem wurde aus dem seit 2007 bestehenden CIO Köln Bonn mit den universitären Krebszentren aus Aachen, Köln und Düsseldorf das "Centrum für Integrierte Onkologie - CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf" gegründet. Gemeinsam gestaltet dieser Verbund die Krebsmedizin für rund 11 Millionen Menschen.

 

Weitere Informationen: http://hausarztmedizin-bonn.de/rauchfrei-programm


Kontakt

Prof. Dr. Peter Brossart
Direktor Medizinische Klinik und Poliklinik III
Innere Medizin mit den Schwerpunkten Hämatologie-Onkologie, Immunonkologie und Rheumatologie
Vorstandsvorsitzender des CIO Bonn
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: +49 228 287-22234
E-Mail: heike.lerbs(at)ukbonn.de

Dr. med. Tanja Menting
Leitende Betriebsärztin
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: +49 228 287-19236/16176
E-Mail: tanja.menting(at)ukbonn.de

Prof. Dr. Ingo Schmidt-Wolf
Direktor Abteilung für Integrierte Onkologie
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: +49 228 287-17048
E-Mail: tanja.schuster(at)ukbonn.de

Prof. Dr. Dirk Skowasch
Leiter Sektion Pneumologie
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: +49 228 287-16670
E-Mail: dirk.skowasch(at)ukbonn.de

Prof. Dr. Birgitta Weltermann
Direktorin Institut für Hausarztmedizin
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: +49 228 287-11156
E-Mail: hausarztmedizin@ukbonn.de

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News Pressemitteilung Bonn
news-1182 Wed, 20 May 2020 11:37:36 +0200 Warum Lymphdrüsenkrebs das Gehirn befällt /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1182&cHash=a101780ff6c4a375bc6b9760ce5d8fa2 Forscher entdecken Wachstumsstrategien von Tumorzellen Das primäre Lymphom des Zentralnervensystems ist ein spezieller Lymphdrüsenkrebs, der ausschließlich im Gehirn auftritt. Die Häufigkeit dieses bösartigen Tumors hat weltweit zugenommen und zumeist eine schlechte Prognose. Im Rahmen eines von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojektes an der Uniklinik Köln haben Forscher um Martina Deckert und Manuel Montesinos-Rongen nun besondere Wechselwirkungen zwischen den Krebszellen und dem Gehirn entdeckt. Ihre Untersuchungen liefern nicht nur eine Erklärung, warum diese Tumorart gerade im Gehirn auftritt und weshalb die Heilungschancen so schlecht sind, sondern bieten auch neue Ansätze für die Entwicklung gezielterer Therapieformen.

Es ist ein erstaunliches Phänomen, dass es spezielle Arten von Lymphdrüsenkrebs gibt, die im Gehirn auftreten. Diese können sich sogar ausschließlich als sogenannte „primäre ZNS-Lymphome“ im Gehirn manifestieren. Offenbar entwickeln diese bösartigen Krebszellen besondere Strategien, die es ihnen ermöglichen, sich besonders leicht im Gehirn zu vermehren. Dies ist für erkrankte Patienten lebensbedrohlich, weil derzeitig verfügbare Therapien keine Heilung bewirken können.

Um zu verstehen, welche Strategien die bösartigen Zellen nutzen, um im Gehirn besonders schnell wachsen zu können, hat die Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Dr. Martina Deckert und Prof. Dr. Manuel Montesinos-Rongen am Institut für Neuropathologie der Uniklinik Köln jetzt im Rahmen eines von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojektes die Entwicklung des für diese Zellen einzigartigen sogenannten B-Zell-Rezeptors detailliert charakterisiert. Der B-Zell-Rezeptor vermittelt wesentliche Signale zwischen der Umgebung der Zelle und dem Zellinneren, wobei seine spezifische Bindung an Proteine der Umgebung von zentraler Bedeutung ist.

Den Forschern ist es nun durch molekulare Untersuchungen gelungen, Veränderungen des B-Zell-Rezeptors im Laufe der Entwicklung zur Tumorzelle zu verfolgen. Sie konnten zeigen, dass die bösartigen Krebszellen sich aus Vorläuferstadien entwickeln, welche körpereigene Bestandteile erkennen. Aufgrund dieser Merkmale hätten sie eigentlich im gesunden Organismus eliminiert werden müssen. Sie konnten ihrem Todessignal, dem sogenannten programmierten Zelltod, jedoch entgehen, weil sie bereits spezifische genetische Eigenschaften durch Mutationen erworben hatten, die ihnen einen Überlebensvorteil bieten. So können sie unentdeckt an der im Körper ständig stattfindenden Reifung von B-Lymphozyten teilnehmen.

Ein besonders wichtiger Teilprozess der physiologischen Reifung von B-Lymphozyten ist die Veränderung (Modulation) ihres B-Zell-Rezeptors, wodurch er mit Strukturen der Umgebung der Zelle besonders gut interagieren kann. In diesem Prozess kann es im Organismus zu einer weiteren, folgenschweren Fehlentscheidung kommen, welche für die Krebsentstehung mitverantwortlich ist: Die Krebsvorläuferzelle nimmt zwar an einem Teilprozess der Reifung teil, erreicht aber nicht ihr Ziel. Stattdessen verändert sie ihren B-Zell-Rezeptor so, dass er viele Strukturen anstelle einer einzigen erkennt. Eine solche Veränderung ist für den gesunden Organismus ein Signal, das normalerweise den programmierten Zelltod in Gang setzt. Doch auch an dieser Stelle greifen die üblichen Kontrollmechanismen nicht mehr. Das Versäumnis einer Eliminierung der Krebsvorläuferzelle ist besonders fatal, weil diese im Laufe ihrer Entwicklung weitere genetische Eigenschaften erworben hat, die sie befähigen, sich ungehemmt zu vermehren.

Für den Befall des Gehirns ist also entscheidend, dass die Zelle – neben ihrer Entwicklung hin zur bösartigen Krebszelle – ihren B-Zell-Rezeptor so verändert hat, dass er viele Strukturen im Gehirn erkennen kann. Dadurch ist die Zelle nun in der Lage, die Interaktion mit diesen hirneigenen Strukturen geschickt zu nutzen, um darüber Signalwege für ihr Wachstum und ihre Vermehrung zu aktivieren.

Diese neuen Erkenntnisse der Kölner Forscher sind für das Verständnis der bislang unklaren Organaffinität (Tropismus) dieser Form von Lymphdrüsenkrebs zum Gehirn und dessen Aggressivität von grundlegender Bedeutung und wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Haematologica publiziert. Daraus ergibt sich nun die Herausforderung, passgenaue therapeutische Konzepte zu entwickeln, deren Ziel es ist, die Krebsvorläuferzellen in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung zu entfernen bzw. die Interaktion des B-Zell-Rezeptors mit Strukturen im Gehirn zu unterbinden.

Hintergrund Wilhelm Sander-Stiftung:
Die Wilhelm Sander-Stiftung hat dieses Forschungsprojekt in zwei Förderphasen von jeweils zwei Jahren unterstützt. In der ersten Förderperiode wurde das Forschungsvorhaben mit rund 170.000 Euro und in der anschließenden zweiten Förderperiode mit rund 191.000 Euro unterstützt. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt rund 245 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz ausbezahlt. Damit ist die Wilhelm Sander-Stiftung eine der bedeutendsten privaten Forschungsstiftungen im deutschen Raum. Sie ging aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen: https://wilhelm-sander-stiftung.de/

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548

E-Mail: presse(at)uk-koeln.de

Kontakt Wilhelm Sander-Stiftung:
Henrike Boden
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit & Stiftungskommunikation
Tel.: 089 544187-0
Fax: 089 544187-20

E-Mail: boden(at)sanst.de

 

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Pressemitteilung Forschung Lymphom Köln
news-1183 Wed, 20 May 2020 08:00:00 +0200 Thoraxchirurgie aus einer Hand /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1183&cHash=19c31b9eb3d3a4b0587969638dfe5a05 Universitätsklinikum Bonn und Malteser Krankenhaus arbeiten in Wissenschaft, Lehre und Patientenversorgung zusammen Malteser-Chefarzt übernimmt neu geschaffene Professur für Thoraxchirurgie und Sektionsleitung am UKB – Kooperation bringt Vorteile für Patienten mit Lungenerkrankungen
 
Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) und das Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg kooperieren seit Mitte April in der Thoraxchirurgie: Prof. Dr. Joachim Schmidt, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie im Malteser Krankenhaus und Leiter des Lungenkrebszentrums Bonn/Rhein-Sieg, hat zum 15. April nicht nur die Leitung der Sektion Thoraxchirurgie am UKB, sondern auch die neu geschaffene Professur für sein Fachgebiet an der Medizinischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn übernommen. Damit leitet er in Personalunion die thoraxchirurgischen Abteilungen an beiden Kliniken und übernimmt zudem die entsprechenden Aufgaben in Forschung und Lehre an der Universität Bonn.
Stärken, die ineinander greifen – zum Wohle des Patienten
„Mit dieser Kooperation verbinden wir zwei Abteilungen eines Fachgebietes mit ihren jeweiligen Stärken: Das Malteser Krankenhaus und seine Partner in dem seit vielen Jahren etablierten kooperativen Lungenkrebszentrum haben große Expertise in der Versorgung von Patienten mit Krebserkrankungen der Lunge und im Brustraum. Das UKB bringt nun neben der universitären Patientenversorgung zusätzlich seine Ressourcen und Stärken in den Bereichen Forschung und Ausbildung des medizinischen Nachwuchses ein. Beide Abteilungen miteinander zu verbinden und auszubauen, bringt gleichermaßen klare Vorteile für alle Patienten und auch für die Studierenden in einem Zentrum der Spitzenmedizin“, erklärt Prof. Dr. Jörg Kalff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, in welche die Sektion Thoraxchirurgie eingebunden ist.
„In den vergangenen Jahren haben wir nicht nur die Anzahl der thoraxchirurgisch behandelten Patienten im Malteser Krankenhaus kontinuierlich gesteigert, sondern auch moderne und innovative Operationstechniken wie Roboter-assistierte Eingriffe eingeführt, weiterentwickelt und etabliert. Diese Expertise mit den hochspezialisierten apparativen und personellen Möglichkeiten des UKB zu verbinden, ermöglicht uns – gemeinsam mit unseren Partnern – für jeden Patienten noch passgenauere Therapiekonzept anbieten zu können“, ergänzt Prof. Dr. Schmidt. Konkret könnte dies bedeuten: Benötigt ein schwerkranker Patient für eine Operation eine hochspezialisierte Versorgung wie beispielsweise eine ECMO-Therapie (extrakorporale Membranoxygenierung: Verfahren, bei dem eine Maschine die Sauerstoffanreicherung des Blutes außerhalb des Körpers übernimmt), bieten die beiden Kliniken solche komplexe Therapieoption nun am UKB aus einer Hand an. „Dieser fachliche Zusammenschluss gleicht den beiden Lungenflügeln – jeder für sich leistet gute und wichtige Arbeit, aber nur zusammen ist die Leistung optimal“, vergleicht Prof. Dr. Schmidt.

Modernste Operationstechniken bei Lungenkrebs

Prof. Holzgreve, der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKB sieht in der Zusammenarbeit einen weiteren bedeutenden Meilenstein, der Kooperation des UKB mit anderen Kliniken und Abteilungen in der Bonner Krankenhauslandschaft zu Wohle der Patienten und der Forschung.
Schmidt kam vor gut 3 Jahren als Chefarzt am Malteser Krankenhaus nach Bonn zurück. Zuvor war er am Universitätsklinikum Münster tätig – den Beginn seiner chirurgischen Ausbildung hat er allerdings am UKB absolviert. In den letzten Jahren hat er sich intensiv mit modernen Operationstechniken in der Thoraxchirurgie beschäftigt, beispielsweise haben er und sein Team große Erfahrung in minimal-invasiven Operationen der Lunge. In der Bauchchirurgie heute meist Standard, sind komplexere Operationen bei Lungenkrebs und auch anderen Eingriffen im Brustraum über nur einen kleinen Schnitt erst in den letzten Jahren etabliert worden, wozu auch Schmidt und sein Team mitbeitragen konnten. Mit der „uniportal“- Technik, also der Operation über nur einen kleinen Zugang, baute das Team um Schmidt eine der modernsten Techniken bei Lungenoperationen am Malteser Krankenhaus aus. So erholen sich die Patienten schneller und haben auf Grund des weniger beanspruchten Gewebes deutlich weniger Beschwerden auch nach größeren Tumoreingriffen.
Gemeinsam mit den Anästhesisten wurde auch ein Operationsverfahren an der Lunge ohne Vollnarkose ermöglicht – und somit Menschen eine Operation möglich gemacht, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung nicht unter Vollnarkose operiert werden könnten.
Nicht zuletzt gehört seine Klinik im Malteser Krankenhaus zum Malteser Robotikzentrum Bonn/Rhein-Sieg, in dem mit Unterstützung eines modernen Operationsroboters Eingriffe an Lunge und Brustkorb sowie im Mittelfell besonders schonend durchgeführt werden.
„Mit Prof. Schmidt haben wir nicht nur einen ausgewiesenen Spezialisten gewonnen, sondern einen Vorreiter in der Thoraxchirurgie. Die modernen Verfahren, die er weiterentwickelt und einsetzt, ergänzen das Leistungsspektrum am UKB zum Wohle unserer Patienten“, so Prof. Holzgreve.
Diese modernen OP-Verfahren werden auch in der gemeinsamen Forschungsarbeit ihren Platz haben. Die wissenschaftliche Begleitung und Weiterentwicklung von minimal-invasiven und roboter-assistierten Techniken bilden neben der Integration der Thoraxchirurgie in die universitären Tumorforschungsprojekte einen Schwerpunkt im Forschungskonzept der Kooperation.
Die Ausbildung angehender Thoraxchirurgen wird ebenfalls weiter ausgebaut „Mit der Schaffung einer eigenen Professur für diesen Bereich tragen wir der Bedeutung der Thoraxchirurgie Rechnung. Auch für unsere Studierenden macht die Standortübergreifende Ausbildung in unseren modernen Therapiekonzepten das Medizinstudium in Bonn noch attraktiver“, ist Prof. Dr. Jörg Kalff sicher.

Gemeinsam gegen den Krebs

Prof. Dr. Joachim Schmidt ist neben seiner Funktion als Chefarzt im Malteser Krankenhaus und Sektionsleiter im UKB weiterhin Leiter des Lungenkrebszentrums Bonn/Rhein-Sieg. Zu dem Zentrum, einem der größten seiner Art und nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert, gehören auch die Johanniter-Kliniken Bonn und viele weitere Partner in Kliniken sowie niedergelassene Fach- und Hausärzte. „Die Kooperation zwischen dem Malteser Krankenhaus und dem UKB ist ein weiterer Mosaikstein für eine hochspezialisierte und ineinandergreifende Versorgung von Menschen mit Lungenkrebs in unserer Region und auch darüber hinaus“, so Carsten Jochum, Geschäftsführer des Malteser Krankenhauses. „Ziel ist es, ein Zentrum der Spitzenmedizin mit überregionaler Strahlkraft aufzubauen.“ Dazu werden die Teams aus UKB und Malteser Krankenhaus eng zusammenarbeiten, dabei die bestehenden Strukturen des Lungenkrebszentrums gleichzeitig ausbauen und weiterentwickeln. So werden beispielsweise die thoraxchirurgischen Ärzte-Teams aus UKB und Malteser Krankenhaus zwischen den beiden Häusern rotieren, gemeinsam an Forschungsprojekten arbeiten und unter der gemeinsamen Leitung von Prof. Dr. Schmidt die Patientenversorgung in beiden Häusern übernehmen. „Gemeinsam bieten wir eine Versorgung aus einer Hand: Ob ein Patient am UKB oder im Malteser Krankenhaus behandelt wird – er kann sich auf die gleiche Behandlungsqualität, die gleichen Standards in der Therapie und die gleichen modernen OP-Techniken verlassen“, so Prof. Dr. Joachim Schmidt.
 


Zur Person
Prof. Dr. Joachim Schmidt (Jahrgang 1974) hat sein Medizinstudium an der Philipps-Universität in Marburg und an der Georgetown University in Washington D.C absolviert. Die chirurgische Ausbildung begann er in Bonn an der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Nach einem zweiten Forschungsaufenthalt in den USA am University of Pittsburgh Medical Center, wechselte Schmidt 2008 an das Universitätsklinikum Münster und wurde dort 2011 Oberarzt an der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie. Im November 2016 kehrte er mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen nach Bonn zurück, um die Position des Chefarztes der Klinik für Thoraxchirurgie und die Leitung des Lungenkrebszentrums Bonn/Rhein-Sieg am Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg zu übernehmen. Seit 2018 ist er auch stellvertretender Ärztlicher Direktor im Malteser Krankenhaus. Zum 15. April hat er eine neue Professur für Thoraxchirurgie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn angetreten sowie die Leitung der Sektion Thoraxchirurgie am UKB übernommen.


Ansprechpartner*innen für Journalisten:
Universitätsklinikum Bonn (UKB)
:
Ute-Andrea Ludwig, 0228 287-13457, ute-andrea.ludwig(at)ukbonn.de


Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg:

Eva Lippert, Telefon 0228 6481-11505, eva.lippert(at)malteser.org
 

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News Lungenkrebszentrum Pressemitteilung Bonn
news-1180 Thu, 14 May 2020 10:00:00 +0200 Prof. Alexander Radbruch leitet neue Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Bonn /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1180&cHash=7af30a79946ed334554d0a9f1fc54420 Spezialist macht Hirntumore mit KI besser sichtbar Prof. Dr. Alexander Radbruch leitet jetzt die Klinik für Neuroradiologie als neuen eigenständigen Bereich im Universitätsklinikum Bonn. Der 43-jährige Spezialist für Hirntumore forscht zu kontrastmittelfreien Verfahren mittels Künstlicher Intelligenz (KI) in der onkologischen Diagnostik. Sein Ziel ist, effektive und gleichzeitig weniger belastende Verfahren unter anderem für Hirntumor-Patienten zu entwickeln. Anfang des Jahres 2020 wählte die Internetseite „AuntMinnie Europe“ – eine weltweit agierende Plattform für Nachrichten aus der medizinischen Bildgebung – ihn zum zweiten Mal in Folge zu einem der einflussreichsten EU-Forschern in der Radiologie. Zu Beginn seiner Laufbahn war Prof. Radbruch am Heidelberger Universitätsklinikum und später auch am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg tätig. Jetzt kommt Prof. Radbruch vom Universitätsklinikum Essen, wo er die letzten vier Jahre als Oberarzt und zuletzt als Leitender Oberarzt der Klinik für Neuroradiologie gearbeitet hat.

Die Zukunft der diagnostischen Radiologie, die in zehn Jahren ganz anders als heute aussehen wird, liegt in der Künstlichen Intelligenz“, sagt Prof. Radbruch, der aktuell zu virtuellen Kontrasten in der Magnetresonanztomographie (MRT) forscht. In Heidelberg und Essen untersuchte er das Ablagerungsverhalten von Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln, die oft im MRT relevante Strukturen besser darstellen und klarer gegen andere Gewebe abgrenzen können. “Vor Gabe dieser Kontrastmittel muss eine umfassende Risiko-Nutzen Abwägung durchgeführt werden“, sagt der radiologische Spezialist für Hirntumore.

„So wenig wie möglich, so viel wie notwendig!“

„Zwar sind Nachteile für Patienten nicht eindeutig nachgewiesen, trotzdem ist es im Zweifel besser, wenn auf Kontrastmittel verzichtet werden kann“, sagt Prof. Radbruch. Dazu setzt er auf KI. Gefüttert mit einer riesigen Anzahl digitaler Schichtaufnahmen und diagnostischer Daten entwickelt das Computersystem dabei die notwendigen Kontraste virtuell auf dem Bildschirm. Prof. Radbruchs Ziel ist es, so Hirntumore wie ein gefährliches Glioblastom noch besser erkennen und beschreiben zu können. „Für die Sicherheit und die Behandlung der Patienten ist ein vermehrter Einsatz der künstlichen Intelligenz in der Radiologie sinnvoll.“

Ein weiteres Augenmerk legt der neue Klinikdirektor auf die Bildgebung des glymphatischen Systems, das zelluläre Abfallstoffe im Gehirn entsorgt. Neurodegenerative Erkrankungen werden teilweise auf eine Störung dieses Entsorgungssystems zurückgeführt. Gerade im Bereich der Alzheimerforschung sieht Prof. Radbruch vielversprechende Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Degenerative Erkrankungen (DZNE) auf dem Campus Venusberg.

Höchster Standard bei gleichzeitig höchster Sicherheit

Prof. Radbruch will zusammen mit seinem 50-köpfigen Team die Künstliche Intelligenz in die neue Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Bonn integrieren und die Digitalisierung stärken. Zudem soll unter seiner Leitung die interventionelle Neuroradiologie durch neue Techniken bei der Versorgung von Schlaganfällen und Aneurysmen ausgebaut werden. Dabei stehen für Prof. Radbruch vor allem seine Patienten im Mittelpunkt. „Sicherheit und Komfort für die Patienten steht für mich an erster Stelle.“

Ganz unterschiedliche Gründe motivierten den neuen Klinikdirektor nach Bonn zu kommen: „Bonn ist nicht nur eine lebenswerte Stadt, sondern zählt zu den besten Standorten für Neurowissenschaften. Für KI zähle ich auf die starke Bonner Mathematik.“ Aber es ist auch ein Stück Heimat für ihn, da sein Vater ganz nah in Bad Münstereifel wohnt. Zudem hofft Prof. Radbruch auf etwas Ausgleich und hat sich daher vorgenommen, morgens von seiner Wohnung in Poppelsdorf den Venusberg hinauf zu seiner neuen Wirkungsstätte zu joggen.

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Alexander Radbruch
Direktor der Klinik für Neuradiologie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-16507
E-Mail: alexander.radbruch(at)ukbonn.de



Bilder:
Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Spezialist forscht zu Künstlicher Intelligenz (KI) in der diagnostischen Radiologie:
Prof. Alexander Radbruch leitet neue Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Bonn.
© Katharina Wislsperger / UK Bonn
https://cams.ukb.uni-bonn.de/presse/pm-122-2020/images/Radbruch_Alexander_Prof-4x3.jpg
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Dezernat 8
Hochschulkommunikation

im Auftrag von: Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Dr. Inka Väth, Medizinredakteurin
Dienstgebäude: Meinhard-Heinze-Haus
Poppelsdorfer Allee 49, 53115 Bonn
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News Pressemitteilung Bonn
news-1179 Thu, 07 May 2020 12:56:06 +0200 Krebsmediziner der Uniklinik Köln erhält Auszeichnung /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1179&cHash=1849bb987aa871e250df5ac470ccb18a Aufschlüsselung Tumor-Mechanismus prämiert Unser Erbgut wird tagtäglich beschädigt. Bei der Entscheidung, wie schwere Schäden in der DNA behoben werden sollen, müssen Zellen zwischen einem fehleranfälligen und einem fehlerfreien Reparaturweg wählen. Das Urteil ist wichtig, denn die Entscheidung zur fehleranfälligen Reparatur kann weitere DNA-Schäden nach sich ziehen und zur Krebsentstehung beitragen. Dr. Ron Jachimowicz, Arzt und Wissenschaftler der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät, fand kürzlich heraus, dass das Protein UBQLN4 die Entscheidung über das Einschlagen beider Reparaturwege maßgeblich steuert. Die Ergebnisse wurden in dem renommierten Fachjournal Cell publiziert. Für diese Erkenntnisse würdigte die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) Dr. Ron Jachimowicz gestern (06.05.2020) mit ihrer höchsten Auszeichnung, dem Theodor-Frerichs-Preis.

„Die Erkenntnisse von Dr. Jachimowicz sind wegweisend für das molekulare Verständnis der DNA Reparatur und resultierender Behandlungsansätze in der Krebsforschung“, begründet Univ.-Prof. Jürgen Floege, Vorsitzender der DGIM, die Entscheidung der Juroren. „Mit wissenschaftlicher Konsequenz identifizierten die Autoren über die Aufschlüsselung eines neuen Syndroms den Mechanismus eines bislang unbekannten Proteins in der fehleranfälligen DNA Reparatur und zeigen damit einen Therapieansatz in der Behandlung von Tumoren mit DNA Reparaturstörungen auf“, so Prof. Floege.

Die DGIM verlieh den Preis zusammen an Dr. Jakob Nikolas Kather von der Uniklinik RWTH Aachen. Dr. Jachimowicz leitet seine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln. Neben seiner Arbeit in der Grundlagenforschung ist Dr. Jachimowicz in der Behandlung von onkologischen Patienten in der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln tätig. Die Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert.

Hintergrund:

Der höchste Preis der DGIM ist nach dem Internisten Friedrich Theodor von Frerichs benannt, dem Präsidenten des ersten Deutschen Kongresses für Innere Medizin im Jahr 1882. Mit dem Preis würdigt die DGIM seit über 50 Jahren die beste zur Bewerbung eingereichte - möglichst klinisch-experimentelle - Arbeit auf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum. Üblicherweise wird der Preis im Rahmen der feierlichen Abendveranstaltung auf dem jährlich stattfindenden Kongress der DGIM verliehen. Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation fand die Jahrestagung nicht statt und die Verleihung erfolgte stattdessen durch den Vorstandsvorsitzenden der DGIM, Univ.-Prof. Dr. Jürgen Floege, am 06. Mai 2020 in der Uniklinik RWTH Aachen.

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

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Pressemitteilung Auszeichnung Forschung Köln
news-1181 Thu, 30 Apr 2020 06:00:00 +0200 Projekt für Palliativpatienten – Ein Hörbuch für Tochter Emilia /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1181&cHash=ecc9682a8d2b89f3ce8261acfa7fb15f Tanja Wolf ist unheilbar krank und hat zum Trost ihrer Familie ein Hörbuch aufgenommen. Bonn – Wenn Tanja Wolf das Instrumentalstück „Crockett’s Theme“ hört, ist wieder 1988. Sie sitzt mit ihrem Walkman auf der Rückbank neben ihrem Bruder, hat nur diese eine Kassette mit dem Soundtrack der amerikanischen 80er-Serie „Miami Vice“ dabei, schaut stundenlang aus dem Fenster, wie sich draußen die Landschaft verändert. Es ist Sommer, es ist heiß, es geht in den Familienurlaub nach Südjugoslawien.
Das Lied soll unbedingt in ihr Hörbuch, das sie gerade mit Biografin Judith Grümmer aufgenommen hat. Und die Erinnerung an eine Reise sei für ihre Situation ja auch ganz passend, ergänzt Wolf, braune Kurzhaarfrisur, helle blaue Augen und taubenblauer Rollkragenpulli. Beide sitzen an Grümmers Esstisch, in ihrem Ferienhaus in der Eifel, wo sie die vergangenen drei Tage verbracht haben.

Unheilbar krank

Die Bonnerin Tanja Wolf ist 43 Jahre alt, Mutter einer zehnjährigen Tochter und leidet seit sechs Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Seit drei Jahren gilt ihre Krankheit als unheilbar, es gibt keine Therapie. Das Hörbuch nimmt sie für ihre Tochter Emilia auf, „um einmal ein großes Statement zu machen“. Um die Erfahrungen zu bündeln, die sie Emilia auf ihren Lebensweg mitgeben will. Sie trennt die wichtigen von den unwichtigen Ereignissen ihres Lebens und fragt: Welcher rote Faden zieht sich bei mir durch Kindheit, Studium, Berufsleben und Beziehungen?
Ein roter Faden, der bei Emilia weitergeht. Den das Mädchen vielleicht irgendwann besser verstehen will, wenn ihre Mutter nicht mehr lebt. Wer war meine Mama, außer meine Mama? „Ich will, dass sie später meine verschiedenen Facetten kennenlernen kann“, sagt Wolf. „Dass sie weiß, was mir im Leben wichtig war.“

Interviews über Familiengeschichte, Schönes und Schmerzhaftes

Das Hörbuch soll keine „Stimme aus dem Off“ sein, die den Kindern Anweisungen gibt, erklärt Grümmer, sondern ein „Zukunftsgeschenk“. Die Kölner Journalistin rief das Projekt „Familienhörbuch“ 2017 mit der Klinik für Palliativmedizin der Universität Bonn ins Leben. Mittlerweile bietet sie ihre Arbeit in ganz Nordrhein-Westfalen an, bekommt Anfragen von überall in Deutschland. Die Idee: Junge Palliativpatienten, die an einer unheilbaren, lebensverkürzenden Krankheit leiden, können Kindern und Angehörigen ihre Lebensgeschichte hinterlassen. Das Angebot ist kostenlos und wird durch Spenden finanziert.
Grümmer geht bei den Interviews meist chronologisch vor, fragt zuerst nach den Vorfahren, den Umständen der eigenen Kindheit, bohrt nach, wenn sie merkt: Da ist etwas, das erzählt werden muss. Sie bedient sich dabei ihres journalistischen Handwerks, sagt sie, riskiert auch schmerzhafte Erlebnisse wie Gewalterfahrungen oder die Leiden der Krankheit anzusprechen. „Tretminen“ nennt Grümmer die schrecklichen Erinnerungen und betont, wie wichtig auch deren Erzählung ist: „Die Mütter behalten so die Deutungshoheit über ihre Geschichte.“

„Ich will Emilia zeigen: Die Welt ist voller Möglichkeiten“

„Wir haben dokumentiert, nicht interpretiert“, sagt auch Wolf. Trotzdem reflektiert sie in diesem intensiven Austausch natürlich ihr Leben. Ihr sei erst in den Gesprächen mit Grümmer bewusst geworden, wie besonders die Beziehung zu Emilias Vater sei. Ihr Mann und sie hätten nie eng aneinander geklebt. Sie würden sich gegenseitig den Rücken frei halten, damit beide sich frei entwickeln können. „Ich erkenne jetzt: Das ist ein Geschenk.“

Ihrer Tochter möchte sie damit zeigen, wie vielfältig Beziehungen und wie bunt ein Miteinander sein kann. „Ich will Emilia nicht die Gebrauchsanweisung für ein tolles Leben geben, sondern zeigen: Die Welt ist voller Möglichkeiten.“ Anders als ein Tagebuch oder Briefe bedient das Hörbuch mehr Sinne, eine Stimme transportiert auch Gefühle. Es soll der Familie nach dem Tod des Angehörigen Trost spenden, hat nach Grümmers Meinung eine therapeutische Wirkung und kann in der Trauer unterstützen.
Nicht nur die Hinterbliebenen profitieren. Palliativmediziner bestätigen, dass auch die Patienten Arbeit am Hörbuch als wohltuend empfinden. „Wir feiern mit den Aufnahmen auch das Leben. Ich sage immer: Wir blicken nicht auf das abgeerntete Feld, sondern auf die volle Scheune“, erzählt Grümmer, die schon etwa 30 Hörbücher realisiert hat. So sieht es auch Wolf. Sie habe bei den Aufnahmen viel gelacht, in schönen Erinnerungen geschwelgt. Sie blickt auf eine Reise – mit 80er-Hits in den Ohren.

 


Kontakt für Interessierte und Betroffene:

Klinik für Palliativmedizin
Frau Dr. Hesse
Tel.: 0228 287 - 15529
E-Mail: Michaela.Hesse(at)ukbonn.de

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News Pressemitteilung Bonn
news-1177 Mon, 20 Apr 2020 14:41:02 +0200 TOP-Chirurg für Kopf-Hals-Tumore und Hörimplantate /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1177&cHash=798121ccafaa1bb19f5f40d69b8395d3 Univ.-Prof. Dr. Sebastian Strieth leitet jetzt die HNO-Klinik am Universitätsklinikum Bonn Professor Dr. Sebastian Strieth ist neuer Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) am Universitätsklinikum Bonn. Der 46-jährige Nachfolger von Prof. Dr. Friedrich Bootz will das gesamte Spektrum auf hohem Niveau am Bonner Standort wissenschaftlich als auch klinisch weiterentwickeln. Neue Akzente setzt er durch seine Schwerpunkte: „Wir möchten kompetente Ansprechpartner für die operative Versorgung von Kopf-Hals-Tumoren sowie die Hörrehabilitation mit Cochlea-Implantaten in der Region sein.“ Prof. Strieth kommt von der Universitätsmedizin Mainz, wo er als Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der HNO tätig war. Seine akademische Ausbildung führte ihn unter anderem in die USA an das Zentrum für Kehlkopfchirurgie der Harvard Medical School in Boston. Dort setzte er sich mit neuartigen Behandlungsmethoden von Kopf-Hals-Tumoren auseinander.
Neun Ärztinnen und zwölf Ärzte an der Bonner HNO-Universitätsklinik, einschließlich der Sektion Phoniatrie und Pädaudiologie, betreuen etwa 2.600 stationäre Patienten jährlich, hinzu kommen rund 22.000 ambulante Behandlungen. Dabei werden die HNO-Ärzte von einem großen Team aus Pflegekräften und medizinisch-technischen Personal unterstützt. Unter der neuen Leitung von Prof. Strieth wird die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde weiterhin in seiner ganzen Breite auf dem Campus Venusberg vertreten sein und neue Entwicklungen anbieten: „Es ist mein Ziel, die Spitzenposition der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Universitätsklinikum Bonn national und international auch zukünftig weiter zu behaupten.“
 

Einfühlungsvermögen trotz hohem Kosten- und Zeitdruck
Dabei ist für ihn Empathie gerade auch in der modernen Medizin mit hohen Kosten- und Zeitdruck eine wesentliche Tugend für das medizinische Personal. „Es ist mir wichtig, unseren Patienten stets die Sicherheit zu vermitteln, dass wir uns mit vollem Einsatz ihrer Gesundheit und ihren Sorgen widmen. Der Maßstab sollte hierbei eine Behandlung sein, wie man sie einem eigenen Verwandten wünscht“, sagt der neue Klinikdirektor.
Im Hinblick auf den medizinischen Nachwuchs ist es Prof. Strieth wichtig, nachhaltig Strukturen für den Karriereweg als „Klinischer Wissenschaftler“ zu schaffen: „Jeder sollte die Möglichkeit haben, auf höchstem Niveau sowohl in der Patientenversorgung als auch in der Forschung tätig zu sein.“ Dazu will er zusammen mit dem Dekanat der Medizinischen Fakultät die Weiterentwicklung der Lehre im Zeitalter der Digitalisierung vorantreiben.

Laserchirurgie bei kleinen Kopf-Hals-Tumoren oft erste Wahl
Bösartige Tumore ausgehend von der Schleimhaut von Nase, Mundhöhle, Rachen und Kehlkopf haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Ist der Tumor klein und hat noch nicht gestreut, wird aufgrund der besseren Heilungschancen in der Regel operiert. „Ein minimalinvasiver Eingriff mit einem Laser ist oftdie beste Lösung – gerade auch bei Kehlkopfkrebs. Denn er ist schonend, organerhaltend und erbringt gute funktionelle Ergebnisse beispielsweise bezüglich des Stimmerhalts“, sagt Prof. Strieth, der ein erfahrener Laserchirurg im Kopf-Hals-Bereich ist. Falls eine klassische Operation unvermeidbar ist, wendet Prof. Strieth anschließend plastisch-rekonstruktive Techniken mit Transplantation von Gewebe an, um unter anderem Einschränkungen des Schluckens und Sprechens zu beheben.
Ein weiterer klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt des neuen Klinikdirektors ist die Mikrochirurgie des Ohres: „Durch den Einsatz implantierbarer Hörsysteme können wir nahezu jede Hörstörung behandeln.“ Prof. Strieth ist Spezialist für die Cochlea-Implantat-Chirurgie. Zudem steht er für translationale Forschung in seinen Spezialgebieten, das heißt er und sein Team entwickeln an der Schnittstelle von vorklinischer und patientennaher Forschung unmittelbar Innovationen für den klinischen Einsatz.

Optimale Vernetzung auf dem Bonner Campus Venusberg
Eine Patientenversorgung auf höchstem Niveau an einem sehr erfolgreichen Universitätsklinikum und das starke Forschungsumfeld einer Exzellenzuniversität machen für Prof. Strieth den besonderen Reiz von Bonn aus. „Das moderne Zentrum für ambulantes Operieren und das onkologische Spitzenzentrum sowie das Sozialpädiatrische Zentrum, an denen wir uns aktiv beteiligen, sind für unser Fach Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde besonders zukunftsfähige Strukturen. Zudem wird es immer wichtiger werden, sich in interdisziplinären Querschnittsbereichen wie der Allergologie und der Schlafmedizin auf kompetente und kooperative Netzwerkstrukturen verlassen zu können“, freut sich der neue Klinikdirektor auf seine Arbeit am Universitätsklinikum Bonn. Durch die Lage und Verkehrsanbindung von Bonn sieht der Familienvater eines Sohnes weiterhin die Möglichkeit gemeinsamer Skiferien.


Kontakt für die Medien:
Univ.-Prof. Dr. Sebastian Strieth

Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO)

Universitätsklinikum Bonn

Telefon 0228/287- 15551

E-Mail: sebastian.strieth(at)ukbonn.de
 

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News Pressemitteilung Bonn
news-1175 Thu, 09 Apr 2020 11:22:36 +0200 Forschungsunterstützung für seltene Blutkrebsform /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1175&cHash=395b82044b74d1408a8c93f5aa8345c4 Mehrfache Förderung durch EU und DFG für Kölner Forschungslabor zu T-Zell Neoplasien Im Rahmen von unabhängigen Ausschreibungen der Europäischen Union (EU / Horizon 2020) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Arbeitsgruppe um Projektleiter Priv.- Doz. Dr. Marco Herling erfolgreich Drittmittel-Förderungen in Höhe von insgesamt 730.000 Euro eingeworben. Sein Labor für lymphozytäres Signaling und Onkoproteom an der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln plant, die grundlegenden molekularen Mechanismen von T-Zell Lymphomen und Leukämien zu erforschen und so neue zielgerichtete Therapieansätze zu entwickeln.

Bei den Lymphomen und Leukämien der T-Lymphozyten handelt es sich um eine Gruppe von seltenen, aber zumeist aggressiven Formen von Blutkrebs. Sie sprechen auf die üblichen und zumeist unselektiven Therapien überwiegend schlecht an und führen oft innerhalb von wenigen Jahren zum Tod. Im Rahmen der ERA-net TRANSCAN 2-Initiative wird das Kölner Projekt “Implementation of (epi)genetic and metabolic networks in the targeting of T-cell prolymphocytic leukemia (T-PLL)“ mit 300.000 Euro gefördert. Dieses Projekt ist Teil des ERANET-PLL-Verbundes, einer Kooperation von fünf europäischen Forschungsgruppen aus Wien (Richard Moriggl, Philipp Staber), Lyon (Emmanuel Bachy), Dresden (Ingo Roeder) und Köln (Marco Herling), wobei die Arbeitsgruppe um Dr. Herling als Koordinator des Verbundes fungiert.

ERANET-PLL beschäftigt sich grundsätzlich mit der Entwicklung neuer bioinformatischer Anwendungen, die basierend auf in vitro Substanz-Screenings,sowie genetischen und metabolischen Untersuchungen, Vorhersagen zum Therapieansprechen treffen können. Dies soll dazu dienen, T-PLL Patienten zielgerichteter und erfolgreicher zu behandeln. Insgesamt wird diese Initiative mit 1,5 Millionen Euro gefördert.

Im Rahmen der ERA PerMed-Initiative wird das Projekt “Novel individualized therapies in JAK/STAT driven T-cell malignancies” (Acronym: JAKSTAT-Target) gefördert. Das JAKSTAT-Target-Konsortium setzt sich aus sechs Forschungsgruppen aus Köln (Marco Herling), Helsinki (Satu Mustjoki, Tero Aittokallio), Toronto (Patrick Gunning, Benjamin Haibe-Kains) und Wien (Heidi Neubauer) zusammen. JAKSTAT-Target beschäftigt sich mit der Rolle des JAK-STAT Signalwegs in reifen T-Zell Lymphomen und zielt auf die Entdeckung von effektiven Arzneistoffen und Arzneistoff-Kombinationen ab, die in diesen Signalweg eingreifen. Diese Initiative wird mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert, wobei dem Kölner Projekt nochmals 300.000 Euro zugutekommen. Der Förderzeitraum für beide Projekte beträgt zunächst drei Jahre.

Im Rahmen ihrer neuen Initiative zur strukturellen und wissenschaftlichen Förderung von Hochdurchsatzssequenzierung in Projekten unterstützt die DFG für die beiden beschriebenen EU-Projekte das Labor von Dr. Herling und Postdoc Dr. Alexandra Schrader seit Januar 2020 mit weiteren 130.000 Euro. Als eines von vier ausgewählten deutschen Sequenzierzentren für Next Generation Sequencing (NGS) war dabei das Cologne Center for Genomics (CCG) als Teil des West German Genome Centers eine zusätzlich ausschlaggebende Strukturkomponente.

Die geplanten Arbeiten all dieser Projekte zielen auf eine grundlegende Verbesserung des molekularen Verständnisses der bisher unzureichend untersuchten Formen der T-Zell-Neoplasien ab. Weiterführend soll die Therapie dieser aggressiven Erkrankungen durch Vorhersagemodelle bestmöglich personalisiert und durch neue zielgerichtete Arzneistoffe, wie einzigartige STAT-Inhibitoren, maßgeblich verbessert werden.

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548

E-Mail: presse@uk-koeln.de

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Pressemitteilung Forschung Akute Leukämien und MDS Chronisch lymphatische Leukämie Lymphom Multiples Myelom Köln
news-1174 Thu, 02 Apr 2020 16:57:00 +0200 OTT@home – Trainingsvideos für Krebspatienten /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1174&cHash=f4f3749ebc92d8c9ba373029bb6386d1 Onkologische Bewegungstherapie in Zeiten von Corona Die Therapeuten der Onkologischen Trainings- und Bewegungstherapie (OTT) am Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Uniklinik Köln starten am Donnerstag, den 2. April 2020 mit einem Online-Angebot „OTT@home“ für Krebspatienten während und nach ihrer Therapie, die sich auch zu Hause fit halten wollen. Zusammen mit der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebsstiftung, dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie und dem Deutschen Olympischen Sportbund wurde ein umfangreiches Programm abgestimmt. Die Videos sind speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer onkologischen Erkrankung zugeschnitten und können über die Onlinekanäle der Kooperationspartner abgerufen werden.

Mehr als 500 Menschen mit einer Krebserkrankung trainieren jedes Jahr auf der Fläche der OTT an der Uniklinik Köln. Hinzu kommen zahlreiche Patienten bei den geschulten circa 300 OTT-Therapeuten in ganz Deutschland sowie den vielen Krebssportgruppen, die ihr Angebot aufgrund der Corona-Pandemie ebenfalls einstellen bzw. begrenzen mussten. Die meisten der Patienten gehören aufgrund ihres Alters und ihrer Erkrankung zur Risikogruppe, die im Falle einer Ansteckung mit COVID-19 mit einem schweren Verlauf rechnen muss. „Ein Grund mehr, geeignete Bewegungsinterventionen für Krebserkrankte vorzustellen, um das Infektionsrisiko zu minimieren“, sagt der Leiter der AG Onkologische Bewegungsmedizin an der Uniklinik Köln, Priv.-Doz. Dr. Freerk Baumann.

Hauptsächlich zielen die Bewegungsprogramme, welche die Therapeuten und Wissenschaftler in Köln entwickelt haben, darauf ab, Bewegungsmangelsymptome zu vermeiden, Stress abzubauen, aber auch die Nebenwirkungen der medizinischen Krebstherapie zu verhindern oder zu reduzieren. „Ob Fatigue oder Polyneuropathien – beide dieser häufigen Nebenwirkungen können durch Bewegungstherapie beispielsweise verhindert, oder – falls bereits eingetreten – reduziert werden. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Bewegungstherapie im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie sogar die wirksamere Methode ist, um diese Nebenwirkungen positiv zu beeinflussen.“

Der Sportwissenschaftler beschäftigt sich bereits seit über 20 Jahren mit diesem Thema und hat mit seinem Team bereits zahlreiche Studien dazu durchgeführt. Gemeinsam mit dem zwölf-köpfigen Team aus Ärzten, Sportwissenschaftlern und Bewegungstherapeuten hat er die Idee von „OTT@home“ entwickelt. In 20- bis 30-minütigen Videos werden verschiedene Bewegungsangebote vorgestellt, die Krebspatienten zu Hause oder im Freien selbstständig durchführen können.

Die ersten Videos informieren über den Zusammenhang von Bewegung und Krebs und greifen die Themen Fahrradfahren und Kräftigung der Beinmuskulatur auf. Im Laufe der kommenden Wochen sollen voraussichtlich über 50 weitere Videos dazu kommen.

Weitere Informationen zu den Videos

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

 

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Pressemitteilung Augentumoren Akute Leukämien und MDS Bauchspeicheldrüsenkrebs Brustkrebs Chronisch lymphatische Leukämie Darmkrebs Eierstockkrebs Gebärmutterkrebs Gebärmutterhalskrebs Harnblasenkarzinom Hautkrebs Hirntumoren Hodenkrebs Kinderonkologie Leberkrebs Lungenkrebs Lymphom Magenkrebs Multiples Myelom Mundhöhlenkrebs Mundrachenkrebs Myeloproliferative Neoplasien Neuroendokrine Neoplasien Nierenzellkarzinom Prostatakrebs Schilddrüsenkrebs Speicheldrüsenkrebs Speiseröhrenkrebs Sarkome Sport Köln
news-1176 Wed, 01 Apr 2020 07:00:00 +0200 Spezialist für Strahlentherapie und Radioonkologie /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1176&cHash=9081bb84c253f92e6777d38c60780604 Prof. Dr. Frank Giordano trat zum 01. April 2020 die Professur für Strahlentherapie und Radioonkologie an. Frank Giordano trat zum 01. April 2020 die Professur für Strahlentherapie und Radioonkologie an.
Die Professur ist mit der Leitung der gleichnamigen Klinik verbunden.
 
Frank Giordano studierte bis 2007 Medizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Parallel dazu absolvierte er die US Medical Licensing Examination als Voraussetzung für die ärztliche Tätigkeit in den USA. Nach seiner Dissertation fokussierte er sich zunächst auf seine wissenschaftliche Laufbahn und agierte als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum. Die Auszeichnung mit einem zweijährigen Stipendium der Peter- und Traudl-Engelhorn Stiftung erlaubte es ihm zusätzlich seine Forschungstätigkeit am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg zu vertiefen. Mit einer Stelle als Assistenzarzt an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim betrat Herr Giordano 2012 schließlich auch seine klinische Laufbahn. Vier Jahre später erwarb er seinen Facharzt für Strahlentherapie und ein weiteres Jahr später schloss er ebenfalls seine Habilitation im gleichen Fach ab. 2017 erhielt er darüber hinaus eines der renommierten Exzellenzstipendien der Else-Kröner Fresenius Stiftung. Nach Zwischenstationen als Oberarzt und Leitendem Oberarzt wurde er im Januar 2019 zum kommissarischen Direktor der Mannheimer Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie ernannt. Diese Position hielt er bis zu seiner Berufung nach Bonn inne.


In Bonn möchte Frank Giordano besonders die Behandlungsverfahren in der Strahlentherapie optimieren. Das Ziel ist dabei Krebspatienten durch zielgenaue und maßgeschneiderte Anwendung von fokussierter Bestrahlung (z.B. durch intraoperative Strahlentherapie oder Radiochirurgie) eine noch effektivere Therapie zu bieten und dabei gleichzeitig mögliche Nebenwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Besonders in der Neuroonkologie hat Herr Giordano hierzu bereits zahlreiche klinische Studien geleitet sowie eigene Konzepte für innovative Therapieoptionen publiziert. Für seine Arbeiten hat er bereits international bedeutende Anerkennung erhalten. So wurde er mit dem Basic and Translational Science Award der amerikanischen Gesellschaft für Radioonkologie (ASTRO) und mit einer Ehrenmitgliedschaft in der spanischen Gesellschaft für Radioonkologie (SEOR) ausgezeichnet.
 

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News Pressemitteilung Bonn
news-1173 Wed, 25 Mar 2020 12:00:00 +0100 Zelleigene Protein-Schredder zum Kampf gegen Krebs /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1173&cHash=b23c9840fd6f675ca70ded8b85fbd6e5 Studie der Universitäten Bonn und Ulm untersucht, wie sich ein zellulärer Mechanismus zweckentfremden lässt Ein internationales Forscherteam unter Federführung der Universitäten Bonn und Ulm hat untersucht, wie sich ein zelleigener „Protein-Schredder“ gezielt zum Kampf gegen Krebs programmieren lässt. In ihrer Studie konnten die Wissenschaftler den Abbau von Proteinen nachweisen, die zum Beispiel bei Brustkrebs übermäßig aktiv sind. Die Ergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift „Chemical Science“ erschienen.

Zellen produzieren am laufenden Band Proteine, um ihre Aufgaben im Körper wahrnehmen zu können. Diejenigen Eiweiß-Moleküle, die nicht mehr gebraucht werden, erhalten eine Art „Entsorgungs-Aufkleber“. Alle Proteine mit einem solchen Etikett werden dann von einem zelleigenen Schredder, dem Proteasom, zerkleinert und recycelt.

Seit einigen Jahren versuchen Forscher, diesen Mechanismus gezielt zum Kampf gegen Krankheiten wie Krebs zu nutzen. Denn auch Tumorzellen benötigen bestimmte Proteine. Könnte man diesen ein Abbau-Etikett anheften, würden sie vom Proteasom unweigerlich geschreddert. Die Krebszelle würde so in ihrem Wachstum gehemmt.

Tatsächlich hat sich dieser Ansatz im Reagenzglas bereits als wirksam erwiesen. Wissenschaftler nutzen dazu so genannte PROTACs (das Kürzel steht für „proteolysis targeting chimeras“). „Die Herstellung dieser Wirkstoffe ist aber sehr kompliziert“, erklärt Prof. Dr. Michael Gütschow vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn. „Wir haben untersucht, welche Strategien dazu erfolgversprechend sind und wie sich besonders effektive PROTACs gewissermaßen maßschneidern lassen.“

Molekulare Zwitterwesen

PROTACs sind molekulare Zwitterwesen: Sie bestehen einerseits aus einem Molekülteil, der an das Krebs-Protein andockt. Andererseits enthalten sie eine Struktur, die an Etikettier-Enzyme binden kann. Beide Einheiten sind über eine Art Arm miteinander verbunden. PROTACs bringen also Zielprotein und Etikettier-Maschine zusammen und sorgen so dafür, dass das schädliche Eiweiß den Entsorgungs-Aufkleber erhält.

„Wir haben viele Moleküle synthetisiert, unter anderem um herauszufinden, welche Struktur und Länge der Arm haben muss, damit das Protein möglichst effektiv etikettiert wird“, erläutert Christian Steinebach vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn. Darüber hinaus optimierten die Wissenschaftler noch einen weiteren Punkt der PROTACs. Jede Zelle verfügt nämlich über Dutzende verschiedener Etikettier-Enzyme, Ubiquitin-Ligasen genannt. Nicht jedes von ihnen funktioniert bei jedem Protein gleich gut. „Wir haben daher verschiedene PROTACs für unterschiedliche Ligasen hergestellt und getestet“, betont der Privatdozent Dr. Jan Krönke vom Universitätsklinikum Ulm.

Die entwickelten Wirkstoffe richten sich gegen ein Protein, das dafür sorgt, dass Krebszellen sich besser vermehren können. Die PROTACs bewirken nun, dass der zelleigene Schredder das Protein zerstört. „In Versuchen mit Zellkulturen konnten wir zeigen, dass unsere PROTACs tatsächlich die zelluläre Konzentration dieses Proteins deutlich absenken und das Wachstum der Krebszellen effektiv unterdrücken“, erklärt Dr. Krönke. „Die Wirkstoffe erlauben es uns nun, für den Tumor wichtige Proteine detaillierter zu studieren.“

Die Universitäten Bonn und Ulm zählen auf dem jungen Gebiet der PROTAC-Forschung zu den deutschlandweit führenden Einrichtungen. „Unsere Studie zeigt prototypisch auf, mit welchen Techniken sich diese Wirkstoffe herstellen und gezielt optimieren lassen“, sagt Gütschow. Das Interesse an solchen Strategien ist groß, gelten PROTACs doch als ein wichtiger Hoffnungsträger für die Behandlung schwerer Erkrankungen.

Publikation: Christian Steinebach, Yuen Lam Dora Ng, Izidor Sosic, Chih-Shia Lee, Sirui Chen, Stefanie Lindner, Lan Phuong Vu, Aleša Bricelj, Reza Haschemi, Marius Monschke, Elisabeth Steinwarz, Karl G. Wagner, Gerd Bendas, Ji Luo, Michael Gütschow und Jan Krönke: Systematic exploration of different E3 ubiquitin ligases: an approach towards potent and selective CDK6 degraders; Chemical Science; dx.doi.org/10.1039/d0sc00167h

 


Kontakt:

Prof. Dr. Michael Gütschow
Pharmazeutisches Institut der Universität Bonn
Tel. 0228/732317
E-Mail: guetschow(at)uni-bonn.de

Priv.-Doz. Dr. Jan Krönke
Abteilung für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm
Tel. 0731/50045718
E-Mail: jan.kroenke(at)uni-ulm.de

 


Bilder:
Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Zahlreiche Syntheseschritte sind zu bewerkstelligen,
bis ein PROTAC-Molekül hergestellt ist (im Hintergrund). Prof. Dr. Michael Gütschow (links) und Christian Steinebach (rechts) vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn diskutieren währenddessen die Daten.
© Foto: Barbara Frommann/Uni Bonn
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Privatdozent Dr. Jan Krönke
ist Facharzt für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Ulm. Darüber hinaus leitet er eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe.
© Foto: Uniklinik Ulm/Heiko Grandel
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Dezernat 8
Hochschulkommunikation

Leitung: Dr.Andreas Archut
Tel.: 0228/73-7647
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kommunikation(at)uni-bonn.de
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News Pressemitteilung Bonn
news-1145 Wed, 19 Feb 2020 18:20:00 +0100 Deutscher Krebspreis für Prof. Schmutzler /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1145&cHash=7ccf6b38b0f1a4b8256b7d13193fd45b Wissenschaftlerin für wegweisende Arbeiten in der Onkologie geehrt Der Deutsche Krebspreis, gestiftet von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung, zählt zu den höchsten Auszeichnungen in der deutschen Krebsmedizin. In der Sparte „Translationale Forschung“ geht die Auszeichnung in diesem Jahr an Univ.-Prof. Dr. Rita Schmutzler, Direktorin des Zentrums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs an der Uniklinik Köln. Die Forscher werden auf dem 34. Deutschen Krebskongress (19.02.2020 - 22.02.2020) in Berlin ausgezeichnet.

Prof. Schmutzler ist eine Pionierin der risikoadaptierten Prävention bei familiär bedingtem Brust- und Eierstockkrebs. Etwa 30 von 100 Frauen mit diesen Krebserkrankungen sind familiär vorbelastet. Bei fünf bis zehn von 100 Brustkrebserkrankungen liegt das an einer erblichen Veränderung in einem Risikogen.

Für die betroffenen Frauen ist es wichtig zu wissen, wie hoch ihr Risiko ist, nach einer entsprechenden Erkrankung in der Familie möglicherweise selbst zu erkranken, wer in der Familie sonst noch ein erhöhtes Krebsrisiko trägt und  welche Handlungsoptionen es gibt. Nach dem Aufbau des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, das seit 1996 von der Deutschen Krebshilfe gefördert wird, entwickelte Prof. Schmutzler als Koordinatorin des Konsortiums ein Konzept der Wissen generierenden Versorgung auf dem Gebiet der risikoadaptierten Prävention.

Dieses Konzept wird mittlerweile in 20 Konsortialzentren umgesetzt. Sie beraten und betreuen ratsuchende Familien nach einheitlichen Standards und arbeiten dabei eng mit den wohnortnah betreuenden Krebszentren zusammen.

Mit Hilfe einer umfangreichen Biobank im Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln identifizieren Mediziner in begleitenden wissenschaftlichen Projekten neue Risikogene und integrieren diese umgehend in die klinische Versorgung. Somit kommen die wissenschaftlichen Erkenntnisse den Patienten unmittelbar zugute.

Basierend auf dieser erfolgreichen Arbeit weitet die Uniklinik Köln ihr Angebot zur Prävention von Tumorerkrankungen nun auch auf andere wichtige Tumorentitäten aus. An erster Stelle stehen dabei unter anderem die häufigen Tumorerkrankungen Prostata- und Darmkrebs, die ebenfalls in etwa einem Drittel der Fälle genetisch bedingt sind. Diese Weiterentwicklung geschieht im neuen Gebäude des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) auf dem Campus der Uniklinik Köln. Hier arbeiten die verschiedenen Fachbereiche eng und interdisziplinär zusammen und bieten den Patienten auf einzigartige Weise somit ein umfassendes, erweitertes Früherkennungsprogramm für erblich bedingte Tumorerkrankungen.


Für Rückfragen:

Christoph Wanko
Stellvertretender Pressesprecher
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse(at)uk-koeln.de

 

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Pressemitteilung Brustkrebs Eierstockkrebs Köln
news-1144 Wed, 19 Feb 2020 13:00:00 +0100 Spezialistin für Bildgebung in der Krebsdiagnostik /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1144&cHash=75a8859eb89d39cc66f4957563fe1851 Prof. Dr. Ulrike Attenberger leitet jetzt die diagnostische und interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Bonn Prof. Dr. Ulrike Attenberger ist neue Direktorin der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Bonn. Die 39-jährige Nachfolgerin von Prof. Dr. Hans Schild will ihre Expertise für high-end Bildgebungsverfahren am Bonner Standort einbringen und so die Diagnostik und Behandlung von Tumorpatienten verbessern. Dabei setzt sie besonders auf den Einsatz künstlicher Intelligenz unter anderem bei der Charakterisierung einer Erkrankung. Ziel ist eine für den Patienten maßgeschneiderte Therapie. Forschungsaufenthalte führten Prof. Attenberger 2012 bis 2015 nach Harvard, Zürich und Wien. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit dem „Fellow Award der Radiological Society of North America“ und 2012 mit dem Walter-Friedrich-Preis, verliehen durch die Deutsche Gesellschaft für Radiologie. Jetzt kommt sie von der Universitätsmedizin Mannheim. Dort war sie stellvertretende Klinikdirektorin des Instituts für klinische Radiologie und Nuklearmedizin, wo sie das Geschäftsfeld „Präventive und Onkologische Diagnostik“ leitete.

Wissenschaftlich legt Prof. Attenberger das Augenmerk auf die präventive und onkologische Diagnostik vor allem von Prostata-, Enddarm- und Leberkrebs. Ihr Ziel ist es, hochsensitive und spezifische Verfahren für die Krankheitsfrüherkennung zu entwickeln. Dazu gehört die Beurteilung und klinische Einführung von high-end Technologien, das heißt Geräten mit höchster Qualitätsstufe hinsichtlich ihrer technischen Leistungsfähigkeit. Ein Beispiel sind die neuesten Lösungen in ihrem schon sehr frühen Steckenpferd, die Magnetresonanztomographie (MRT). „Mittels neuester MRT-Techniken lassen sich beispielsweise diagnostische Fehlerquellen wie Artefakte durch die Atmung oder Bewegungen des Patienten minimieren“, sagt Prof. Attenberger.

Mit KI zur maßgeschneiderten Therapie

Verfahren der künstlichen Intelligenz (KI) hat Prof. Attenberger besonders im Blick. Damit will sie Bild-, klinische und molekulare Daten zusammen bewerten. Dies soll unter anderem zur Charakterisierung von Tumoren und zur Beurteilung von Therapieerfolgen genutzt werden. „Wir wollen so in Zukunft prognostische Marker ableiten, um voraussagen zu können, ob der Patient auf die Behandlung anspricht und wie lang sein Überleben ist. Ziel ist eine maßgeschneiderte Therapie auf Basis dieser Daten“, sagt Prof. Attenberger. Dafür setzt die neue Klinikdirektorin auf Kooperationen mit externen IT-Spezialisten sowie auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Kliniken und Einrichtungen des Universitätsklinikums Bonn, dem DZNE, der Mathematischen Fakultät der Universität Bonn und der Bonner Frauenhofer-Instituten. „Ich passe mit meinen Themen genau hier rein“, sagt die neue Klinikdirektorin.

Radiologie in das digitale Zeitalter führen

„Die Radiologie am Universitätsklinikum Bonn ist ein Leuchtturm minimal-invasiver Therapie mit exzellenten Strukturen in der bildgebenden Diagnostik, die grundlegend für eine zielgerichtete Therapie ist. Ich habe eine hohe Motivation auf diesem großartigen Nährboden den Bonner Standort weiter international nach vorne zu bringen“, sagt Prof. Attenberger. So will sie durch Etablierung einer modernen IT-Struktur auf der einen Seite die Kommunikation zwischen Diagnostik, Zuweiser und Patienten beschleunigen und Prozessabläufe optimieren und auf der anderen Seite eine Plattform für den interdisziplinären Datenaustausch und die gemeinsame Bewertung unterschiedlicher Daten mittels KI schaffen.

Zudem strebt sie an, KI basierte Verfahren in die minimal-invasive radiologische Therapie einzuführen. „Hier könnte KI zum Beispiel zur Automatisierung der Verfahren oder zur Ablaufoptimierung während eines Eingriffs im Interventionsraum ein Schlüssel sein“, sagt Prof. Attenberger. Hierzu bringt sie auch eine Forschungskooperation aus Mannheim nach Bonn mit. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungscampus „M2OLIE“ soll ein reibungsloser geschlossener Regelkreis – ein so genannter Closed-Loop-Prozess – aus vielen verschiedenen Bildgebungsdaten, molekularer Diagnostik und zielgerichteter therapeutischer Intervention für den oligo-metastasierten Patienten entwickelt und in den klinischen Alltag integriert werden.

Frauen in Führungspositionen in der universitären Medizin noch selten

2016 wurde Prof. Attenberger als „Anna-Fischer-Dückelmann“-Gastprofessorin an die Universität Zürich berufen: „Es geht um Rollenmodelle. Frauen in Führungspositionen im medizinischen Umfeld sollen ‚Normalität’ werden. Bei derzeit circa 67 Prozent weiblichen Medizinstudierenden können wir – nicht zuletzt mit Blick auf die Demographie – auf das weibliche Potential in den Kliniken nicht verzichten.“

Mit Blick auf das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 schließt ihre außerplanmäßige Professur an der Medizinischen Fakultät Wien, die sie seit 2018 innehat, und ihr jetziger Start am Universitätsklinikum Bonn für Prof. Attenberger einen Kreis. Denn Beethoven ist der Lieblingskomponist der Hobby-Musikerin, die Geige und Klavier spielt: „Er war ein harter Arbeiter mit Visionen, die seiner Zeit weit voraus waren, und ist vorbildhaft für mich. Irgendwie hat er mich zwischen Wien und seinem Geburtsort Bonn begleitet.“ Jetzt ist Prof. Attenberger auf das Programm der Bonner Oper gespannt.

 

Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. Ulrike Attenberger
Direktorin der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15871
E-Mail: ulrike.attenberger(at)ukbonn.de

Bilder:
Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Spezialistin für high-end Bildgebungsverfahren in der Krebsdiagnostik:
Prof. Dr. Ulrike Attenberger ist neue Direktorin der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Bonn;
© Katharina Wislsperger / UK Bonn
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Hochschulkommunikation

im Auftrag von: Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Dr. Inka Väth, Medizinredakteurin
Dienstgebäude: Meinhard-Heinze-Haus
Poppelsdorfer Allee 49, 53115 Bonn
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News Pressemitteilung Bonn
news-1137 Fri, 14 Feb 2020 11:28:05 +0100 Ein Spezialist für punktgenaues Operieren im Gehirn /news-artikel?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1137&cHash=53c88ed556b66bd47a39fcd7be982694 Prof. Dr. Jaroslaw Kazimierz Maciaczyk leitet jetzt den Schwerpunkt für Stereotaxie und funktionelle Neurochirurgie an der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Bonn. Der 45-Jährige legt seinen wissenschaftlichen Fokus darauf, die Regulation von aus Krebszellen abgeleiteten Tumorstammzellen zu entschlüsseln. Ziel ist, eine biologische Therapie gegen diese Zellen zu finden. Am Standort Bonn möchte Prof. Maciaczyk einen schnellen Wissenstransfer von der Forschung in die Patientenversorgung und umgekehrt fördern. Dabei will er vor allem die Versorgung von Hirntumorpatienten verbessern und die Tiefe Hirnstimulation sowie die periphere Neuromodulation als Therapieoptionen unter anderem für Parkinson- und Schmerzpatienten ausbauen. Zuletzt war der gebürtige Pole zwei Jahre an der University of Otago in Dunedin (Neuseeland) tätig.

Prof. Maciaczyk operiert das Gehirn mit einem speziellen Verfahren, der so genannten Stereotaxie. Dazu bestimmt er mittels computerassistierter Berechnung die Zielpunkte exakt im dreidimensionalen Raum des Kopfes. Aufnahmen bildgebender Verfahren ermöglichen dabei eine hohe Präzision. „Wir können die Route ausrechnen, auf der wir keine wichtige Gehirnstruktur zerstören“, sagt Prof. Maciaczyk. „Es ist eine auf einen Millimeter – also auf die Größe einer Nadelspitze – genaue Methode.“ Ein am Kopf befestigter Metallrahmen ist dabei wesentlich für seine Zielgenauigkeit, wenn der Bonner Neurochirurg über ein kleines Bohrloch in das Gehirn vordringt. So kann er selbst äußerst kleine und tief gelegene Hirnareale punktgenau erreichen. So lassen sich unter anderem Proben für die Diagnostik entnehmen oder tiefe Hirnelektroden platzieren.

Elektrische Impulse sorgen für Ruhe und Ordnung

„Für die Tiefe Hirnstimulation können wir ganz präzise Elektroden implantieren und Bewegungsstörungen wie Parkinson und Tremor behandeln“, sagt Prof. Maciaczyk. Bei Parkinson ist durch einen Mangel an dem Botenstoff Dopamin der Informationsfluss in den Hirnregionen gestört, die Bewegungen planen und steuern. Bei der Hirn-Stimulation blockieren schwache elektrische Signale fehlgeleitete Aktivitäten in diesen Arealen, die für die typischen Symptome der langsam fortschreitenden Erkrankung wie Zittern, verlangsamte Bewegungen bis hin zur Muskelstarre verantwortlich sind. Im Krankheitsverlauf kann es auch zu Wirkungsschwankungen der Medikamente kommen, das heißt es gibt Phasen guter Beweglichkeit im Wechsel zu Phasen massiv eingeschränkter Beweglichkeit. „Bei der Behandlung von Parkinson findet gerade ein Paradigmenwechsel statt: Eine Hirnstimulation im früheren Krankheitsstadium ist der alleinigen medikamentösen Therapie überlegen – also nicht warten bis der Betroffene austherapiert ist. Denn Patienten mit beginnenden motorischen Komplikationen sprechen viel besser auf die Therapie an. Zudem verlangsamt sie den Krankheitsverlauf, vor allem bei jüngeren Patienten, möglicherweise aufgrund der schützenden Wirkung der Stimulation auf Nervenzellen“, sagt Prof. Maciaczyk. Die Tiefe Hirnstimulation ist auch eine Option bei anderen Bewegungsstörungen wie essentieller Tremor und Dystonie, schwer behandelbaren chronischen Schmerzen sowie bei psychiatrischen Erkrankungen wie Zwangsstörung oder Depression.

Außerhalb des Gehirns implantiert der neue Sektionsleiter Systeme zur Stimulation im Bereich des Rückenmarks oder peripherer Nerven. Damit hilft er beispielsweise Patienten mit medikamentös austherapierten Schmerzen oder Patienten mit einer Störung der arteriellen Durchblutung der Arme und Beine, der so genannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) oder mit Brustenge, fachsprachlich Angina Pectoris genannt. „Es ist eine Alternative für Betroffene, bei denen die Verengung der Gefäße nicht operativ behoben werden kann. Wir stellen die Mikrozirkulation wieder her, lindern die Schmerzen und im Falle der pAVK können auch oft Amputationen verhindern.“

„Besondere Wissenschaftslandschaft in Bonn“

Im Rahmen seiner onkologischen Forschung beschäftigt sich Prof. Maciaczyk mit Krebszellen, die Stammzellcharakter haben. Kleine Populationen solcher Tumorstammzellen sind der Ursprung eines bösartigen Tumors. Bei einer Operation bleiben in der Regel Krebszellen übrig, die eine Nachtherapie erfordern. Doch die Tumorstammzellen sind gegen Strahlung und Chemotherapie resistent. „Kommt ein Tumor nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung wieder, ist dies auf eine dieser Stammzellpopulationen zurückzuführen. Ich will deren Regulation entschlüsseln, um sie bekämpfen zu können“, sagt der neue Sektionsleiter.

Prof. Maciaczyk setzt auf eine starke kooperative Vernetzung, sowohl innerhalb als außerhalb der Klinik. „Am Bonner Standort gibt es eine hervorragende klinische Forschung und Grundlagenforschung im Labor. Zudem gibt es ein komplettes Angebot modernster Hochleistungsgeräte gekrönt vom interdisziplinär angewandten Gerät für hoch-intensiven fokussierten Ultraschall (HIFU) zur Tremorbehandlung. Diese Vielseitigkeit gibt es kaum woanders“, beschreibt der Familienvater zweier Töchter im Alter von 11 und 14 Jahren seine Motivation an das Universitätsklinikum Bonn zu kommen und somit nach Deutschland zurückzukehren. Denn nach seinem Studium in Polen war er an den Universitätskliniken in Freiburg und Düsseldorf tätig, bevor er nach Neuseeland an die University of Otago in Dunedin ging. Jetzt ist er gespannt auf die Stadt Bonn und Umgebung.

 

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Jaroslaw Maciaczyk
Leiter der Sektion Stereotaktische und Funktionelle Neurochirurgie
Klinik für Neurochirurgie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-11064
E-Mail: jaroslaw.maciaczyk(at)ukbonn.de

 

Bilder:
Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Ein Spezialist für punktgenaues Operieren im Gehirn:
Prof. Jaroslaw Kazimierz Maciaczyk leitet jetzt die Stereotaxie und funktionelle Neurochirurgie am Universitätsklinikum Bonn;
© Johann Saba / UK Bonn
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Dezernat 8
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im Auftrag von: Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Dr. Inka Väth, Medizinredakteurin
Dienstgebäude: Meinhard-Heinze-Haus
Poppelsdorfer Allee 49, 53115 Bonn
Telefon: 0228/73-4727
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News Neuroonkologisches Tumorzentrum Bonn