last updated at 02.10.2019

Prostatakrebs (Prostatakarzinom): Diagnose und Therapie

Die meisten Patienten mit Verdacht auf Prostatakrebs kommen ins CIO, weil ihr behandelnder Arzt einen erhöhten PSA-Wert festgestellt hat. Zur Bestimmung des PSA-Wertes wird das Blut des Patienten untersucht. Eine Erhöhung dieses Wertes kann möglicherweise auf eine Krebserkrankung der Prostata hinweisen.

Prostatakrebszentren im CIO

Nähere Informationen zu den Prostatakrebszentren im CIO (inkl. Sprechstunden und Kontakte) finden Sie auf den lokalen Webseiten der Standorte:

Aachen Bonn Köln Düsseldorf

Die meisten der Tumoren, die durch die Früherkennung entdeckt werden, haben eine sehr gute Prognose. Deswegen stehen gerade für die frühen Formen des Prostatakarzinoms neben der aktiven Therapie durch Operation oder verschiedene Methoden der Strahlentherapie die aktive Überwachung oder auch fokale Therapiemethoden zur Verfügung. Welche Behandlungsvariante für den einzelnen Patienten indiziert ist, ist abhängig von Begleiterkrankungen, Beschwerden beim Wasserlassen, Alter und Lebenserwartung, persönlichen Anforderungen an die Therapie und muss individuell mit dem den Patienten im CIO beratenden Arzt besprochen werden. Es kann festgestellt werden, dass gerade bei den Frühformen des Prostatakarzinoms immer Zeit für die Einholung einer fundierten Zweitmeinung besteht und die Therapieentscheidung nicht unter Zeitdruck getroffen werden sollte.

Früherkennung: Gute Heilungschancen

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Wenn ein Prostatakrebs bereits im Anfangsstadium bei einem Patienten erkannt wird, sind die Chancen gut, dass dieser richtig behandelt und schließlich geheilt werden kann. Wir raten Männern ab 45 Jahren daher zu regelmäßiger Kontrolle.

Die Abtastung der Genitalien ist ab dem 45. Lebensjahr im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms für Prostatakrebs einmal im Jahr durch die Krankenkassen abgedeckt.

Der empfindlichste Parameter zur Abschätzung für das mögliche Vorliegen eines Prostatakarzinoms ist jedoch der PSA-Wert, der bisher noch nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Der sogenannten Basis-PSA Wert in einem Alter unter 50 Jahren (< 1.0 ng/ml) oder unter 60 Jahren (< 2.0 ng/ml) kann sehr gut das zukünftige Risiko für die Entwicklung eines behandlungsbedürftigen Prostatakarzinoms abschätzen und erlaubt somit eine sehr individualisierte und risikoadaptierte Fürherkennung. Auch ist der Verlauf des PSA-Wertes über die Jahre ein wichtiger Indikator für die mögliche Entwicklung eines Prostatakarzinoms. Klinische Studien haben zeigen können, dass sich durch eine gezielte Früherkennung die Sterblichkeitsrate am Prostatakarzinom signifikant absenken lässt.

Behandlung im CIO

Im ersten Gespräch mit den behandelnden Ärzten wird zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst.

Im Vordergrund der Diagnostik steht neben dem PSA-Wert, des rektalen Abtastens der Prostata, der transrektalen Sonografie der Prostata die Durchführung einer multiparametrischen Kernspintomografie der Prostata, die sehr empfindlich und verlässlich das Vorliegen von möglicherweise behandlungsbedürftigen Prostatakarzinomen nachweisen. In Abhängigkeit des Befundes kann eine sogenannte zielgerichtete Fusionsbiopsie der Prostata vorgenommen, die eine deutlich höhere Sicherheit in der Karzinomerkennung gegenüber der herkömmlichen sonografisch gesteuerten Biopsie aufweist.

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden Experten aus den Fachgebieten Urologie, internistische Onkologie, Pathologie, Strahlentherapie und Radiologie in den regelmäßig stattfindenden Tumorboards gemeinsam, um welchen Krebs es sich genau handelt und wie weit er fortgeschritten ist. Auf dieser Basis erarbeiten sie dann eine individuelle Therapieempfehlung für den jeweiligen Patienten.

        Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Anzahl der aktuell aktiven Studien im CIO:
11

Breites Therapiespektrum

Zur Therapie des Prostatakarzinoms stehen im CIO alle gängigen Verfahren wie die roboter-assistierte und offene retropubische Prostatektomie, die intensitätsmodulierte perkutane Strahlentherapie sowie moderne, leistungsfähige Untersuchungsgeräte zur Verfügung wie MRT gestützte fokale TULSA-PRO Therapie (HIFU), die Brachytherapie sowie die stereotaktische und Cyberknife Radiotherapie. Im Bereich der Chirurgie gehört die große Tumorchirurgie, die alle Organe des urogenitalen-Systems umfasst, zu unseren Schwerpunkten. Dazu zählt auch die Radikaloperation der Prostata bei Lokalrezidiven nach Strahlentherapie oder lokal weit fortgeschrittenen Prostatakarzinomen.

Nuklearmedizin: Fortschritt in Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs

Für Prostatakrebspatienten hat die Nuklearmedizin in den letzten Jahren neue Hoffnung gebracht. Im Zusammenhang mit dem Prostata-Spezifischen Membran-Antigen (PSMA) gibt es aussichtsreiche neue Optionen: Das Eiweiß PSMA kommt im menschlichen Körper hauptsächlich im Prostatagewebe vor und findet sich dort gehäuft an der Oberfläche der Krebszellen. Ein so genannter Tumorfinder, eine leicht radioaktive Substanz, kann die Krebszellen des Tumors markieren, indem er sich an diese PSMA-Eiweiße bindet. Mit Hilfe einer Positronen-Emissions-Tomographie (PSMA-PET/CT) können Prostatakrebszellen damit deutlich sichtbar dargestellt werden. Das PSMA-Eiweiß kann so zur Lokalisation der Krebszellen und sogar zur Therapie von Prostatakrebs genutzt werden. Substanzen, die sich an das PSMA binden, können dazu benutzt werden, schwach radioaktive Stoffe zu den Krebszellen zu transportieren und diese somit „von innen“ zu bestrahlen.

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

In den Therapieentscheidungen orientieren sich die CIO-Experten an den so genannten S3-Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften. Darüber hinaus gibt es im CIO zu fast allen Krebserkrankungen von den interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOPs) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs). Die IOP Prostatakrebs passt ihre SOP regelmäßig an die neuesten Forschungsergebnisse sowie die Gegebenheiten an den Standorten an.

Zertifizierte Qualität

Die Prostatakrebszentren im CIO sind von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert oder streben diese an. Über die Zentren sind alle beteiligten Fachärzte, aber auch der Pflegedienst, der Sozialdienst und die Psychoonkologie eng miteinander vernetzt. So wird gewährleistet, dass jeder Patient eine sichere Diagnose und eine individuell auf ihn abgestimmte Therapie erhält.  

Supportive Maßnahmen

Begleitend zur therapeutischen Behandlung der Erkrankung ermöglichen wir allen schwer erkrankten Patienten immer auch die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv. Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit: