Letzte Aktualisierung: 02.10.2018

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Forschung

Das Besondere an einer Universitätsklinik im Vergleich zu anderen Krankenhäusern ist, dass fast alle behandelnden Ärzte auch wissenschaftlich arbeiten. Für den Zusammenschluss von den vier Unikliniken im CIO war der Aspekt Forschung deshalb eine der wichtigsten Triebfedern. Zum einen ist es sehr inspirierend, über den Tellerrand der eigenen Forschungsumgebung zu blicken und die Herangehensweisen anderer Wissenschaftler kennen zu lernen. Dadurch entstehen neue Ideen.

Ein zweiter Grund ist, dass wir möglichst viele Patienten kennen müssen, um gute klinische Studien durchführen zu können. Da die Therapien immer individueller auf die Patienten zugeschnitten werden, finden sich immer weniger Menschen, die zum Beispiel ein ähnliches genetisches Profil ihres Tumors aufweisen und daher zusammen in eine Studie eingeschlossen werden können. Durch den Zusammenschluss von vier Unikliniken können wir nicht nur die Zahl an Studien vergrößern, die wir unseren Patienten anbieten können - durch die Behandlung von viel mehr Patienten wird auch die erfolgreiche Durchführung von Studien positiv beeinflusst.  

Das CIO gehört zu den führenden Krebsforschungszentren in Deutschland.

Unser Ziel: Die Prognose unserer Patienten verbessern!

Forschungsumfeld

Die Krebsmedizin ist an allen vier Standorten eingebettet in ein exzellentes und innovatives Forschungsumfeld. Die wissenschaftlichen Institute der vier renommierten Universitäten liefern mit ihrer starken Grundlagenforschung immer neue Ansätze für die klinische Forschung und umgekehrt. Das CIO ist eine der interdisziplinären Einrichtungen, die von dieser engen Zusammenarbeit zwischen Universitätsklinik und Universität stark profitieren.

Erklärter Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten im CIO ist die Identifizierung und Evaluation neuer molekularer Therapien für ausgewählte Krebserkrankungen und die Überführung (Translation) personalisierter Therapiekonzepte in die praktische Anwendung.

Fast alle onkologischen Forschungsprojekte werden im CIO von den IOP-Leitern gesteuert.

Die Forschungsaktivitäten umfassen die Grundlagenforschung ebenso wie die Durchführung klinischer Studien.

Unsere Forschungsschwerpunkte

Die vier Zentren im CIO stehen für international anerkannte Forschungsleistungen bei

  • erblichen Krebserkrankungen
  • Lymphatische Erkrankungen (Hodgkin Lymphom, CLL)
  • Myeloische Neoplasien: myelodysplastische Syndrome (MDS) und myeloproliferative Neoplasien (MPN)
  • Keimzelltumoren
  • Lungenkrebs
  • Melanome
  • Neuroblastomein der Kinderonkologie
  • Neuroonkologie
  • Pankreato-biliäre Tumoren und HCC
  • Urologische Onkologie mit Schwerpunkt Prostatakrzinom.

Außerdem haben wir thematische Schwerpunkte gebildet, in denen wir jeweils die herausragendsten Ärzte und Wissenschaftler aller vier Standorte zusammenführen. Inhaltlich stehen hier nicht einzelne Erkrankungen im Mittelpunkt, sondern Themen, von denen alle Standorte und Forschergruppen gleichermaßen profitieren können.

Die CIO-Forschungsprogramme:

1. Angewandte und interventionelle Bildgebung (Imaging)

Die CIO-Institutionen aus den Bereichen Radiologie und Nuklearmedizin verfügen über langjährige Erfahrung in der Grundlagenforschung in der bildgebenden Physik. Diese Expertise wollen sie nun im Rahmen eines neuen „CIO-Imaging Konsortium“ für die Entwicklung und klinische Umsetzung neuer funktioneller onkologischer Bildgebungsansätze sowie neuer Technologien zur bildgesteuerten Behandlung und Therapiekontrolle nutzen.

2. Tumormikromilieu (Wirt-Tumor-Interaktionen)

Die unmittelbare Umgebung eines Tumors ist entscheidend für sein Wachstum und deshalb heute ein wichtiges therapeutisches Ziel. Zu dem Mikromilieu gehören tumorfördernde Zellen (z.B. Fibroblasten und Makrophagen) aber auch sich neu bildende Blutgefäße. An den vier Standorten gibt es bereits viele Forschungsaktivitäten zu diesem umfassenden Thema, die nun im Rahmen des CIO - soweit möglich - kollaborativ ausgerichtet werden.

3. Zell- und Immuntherapien

Die Standorte des CIO vereint ein breites Spektrum von Expertise auf dem Gebiet der zellulären und Immuntherapien (Steigerung der Körperabwehr). Abgesehen von gemeinsamen Forschungsinteressen wie Immun-Checkpointblockade, autologer und allogener Stammzelltransplantation und Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) verfügt jedes Zentrum über ein einzigartiges Grundlagen- und klinisches Forschungsprofil auf dem Gebiet der Zell- und Immuntherapie.

4. Genetische Vorhersage und präventive Onkologie / DNA-Schäden

Spezifische Defekte, die durch eine DNA-Schadensbehebung entstehen, können als die Achillesferse des Krebses angesehen werden. Gene, die an diesem Prozess beteiligt sind, gehören zu den am häufigsten mutierten Genen in spontanen und vererbten menschlichen Tumoren. Die Forschung an den CIO-Standorten hat bereits wesentlich dazu beigetragen, Empfehlungen für genetische Tests auf Prädispositionssyndrome zu erarbeiten und wir sind nun auf der Suche nach Ansätzen für die Krebsprävention.

5. Klonale Evolution und Therapieresistenz

Eine der größten Herausforderungen in der Krebstherapie besteht darin, dass sich Krebszellen schnell an den therapeutischen Stress anpassen können. Das hat zur Folge, dass die Therapien oft keine lang anhaltenden Remissionen hervorrufen. Basierend auf einem tiefen Verständnis der klonalen Dynamik eines sich entwickelnden Krebs-Epi-/Genoms arbeiten wir daher an neuen therapeutischen Strategien, die computergestützte Analysen von epi-/genomischen Daten, klinischen Merkmalen und experimentellen Modellen umfassen.