Letzte Aktualisierung: 02.10.2019

Multiples Myelom (Plasmozytom): Diagnose und Therapie

Das multiple Myelom ist eine der häufigsten Tumorerkrankungen von Knochen und Knochenmark. Dabei entwickeln sich im Knochenmark typischerweise mehrere Tumorherde. Ist nur ein einzelner Tumor vorhanden, spricht man von einem Plasmozytom.

Behandlung des Multiplen Myeloms im CIO

Nähere Informationen zur Behandlung des Multiplen Myeloms im CIO (inkl. Sprechstunden und Kontakte) finden Sie auf den lokalen Webseiten der Standorte:

Aachen Bonn Köln Düsseldorf

Beim multiplen Myelom vermehren sich die Plasmazellen (Untergruppe der weißen Blukörperchen) im Knochenmark unkontrolliert und stören so das Wachstum gesunder blutbildener Zellen. Dies führt zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und hat oft auch eine Blutarmut mit Müdigkeit und Leistungsverlust zur Folge. 

Die seltene Erkrankung wird hauptsächlich bei älteren Menschen festgestellt, das mittlere Alter zum Erkrankungszeitpunkt liegt bei 69 Jahren.

Das multiple Myelom gehört zu den so genannten Non-Hodgkin-Lymphomen, denn der Ursprung der Krankheit liegt im lymphatischen System.

Die ersten Anzeichen eines Multiplen Myeloms sind meistens uncharakteristisch:

  • Rücken- bzw. Knochenschmerzen
  • Blutarmut und damit einhergehende Abgeschlagenheit
  • verstärkte gesundheitliche Anfälligkeit

Im ersten Schritt der Behandlung geht es deshalb darum, sicher festzustellen, ob der Patient oder die Patientin wirklich am multiplen Myelom erkrankt ist. Üblicherweise werden dazu Blut und Urin getestet sowie eine Knochenmarkpunktion gemacht. Bei einer Knochenmarkpunktion wird das Knochenmark meistens aus dem Beckenknochen oder dem Brustbein entnommen und dann von einem Pathologen genau untersucht.

Behandlung im CIO

Im ersten Gespräch mit den behandelnden Ärzten wird zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst.

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden Spezialisten aus den Fachgebieten internistische Onkologie/Hämatologie, Pathologie, Strahlentherapie und Radiologie in den wöchentlichen Tumorboards gemeinsam, um welchen Krebs es sich genau handelt und wie weit diese fortgeschritten ist. Auf dieser Basis erarbeiten sie dann eine individuelle Therapieempfehlung für den jeweiligen Patienten.

In den Transplantationsambulanzen im CIO versorgen wir die Patienten, bei denen eine ambulante Behandlung möglich ist. Die stationäre Versorgung in den Unikliniken beruht auf einer außergewöhnlichen Erfahrung unserer Ärzte und unseres pflegerischen Fachpersonal: Die Therapie des multiplen Myeloms ist komplex.

Die enge fachübergreifende Zusammenarbeit im CIO schafft in den vier Universitätskliniken die besten Voraussetzungen, um den hohen Behandlungsanforderungen gerecht zu werden. Normalerweise wird das multiple Myelom mittels Chemotherapie behandelt, für manche Patienten kann je nach Umstand auch eine autologe Stammzellentransplantation in Frage kommen.

Autologe Stammzellentransplantation

Nach einer Hochdosis-Chemotherapie, die das erkrankte blutbildende System zerstört, werden dem Patienten bei der autologen Stammzellentransplantation eigene Stammzellen transplantiert. Diese Zellen wurden dem Patienten nach einer vorhergehenden Chemotherapie entnommen und eingefroren.

Ausführliche Informationen zur autologen SZT bietet das Kompetenznetz Maligne Lymphome.

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

In den Therapieentscheidungen orientieren sich die CIO-Experten an den so genannten S3-Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften. Darüber hinaus gibt es im CIO zu fast allen Krebserkrankungen von den interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOPs) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs). Die IOP Multiples Myelom passt ihre SOP regelmäßig an die neuesten Forschungsergebnisse sowie die Gegebenheiten an den Standorten an.

Zertifizierte Qualität

Die hohe Qualität der Versorgung und Behandlung unserer Patienten mit Multiplem Myelom wird von der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich im Rahmen der Überwachung der Onkologischen Zentren überprüft und bestätigt.    

Unsere Ziele bei der Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom:

  • Eine optimale, interdisziplinär mit unseren Partnern im CIO und unseren Zuweisern abgestimmte Behandlung der Patienten auf der Basis der neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse
  • Eine umfassende menschliche Betreuung der schwerkranken Patienten in enger Abstimmung mit dem Zentrum für Palliativmedizin
  • Die Verbesserung der Prognose von Patienten mit multiplem Myelom durch die Entwicklung personalisierter Therapieansätze und die Evaluation dieser in klinischen Studien

Netzwerke verbessern die Behandlung der Lymphom-Patienten im CIO

Zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten engagieren sich die Spezialisten im CIO in verschiedenen Netzwerken zu den verschiedenen Lymphomtypen, in denen sie die wissenschaftliche Forschung aktiv vorantreiben.

Im Kompetenznetz Maligne Lymphome (KML) haben sich die führenden deutschen Forschergruppen und Versorgungseinrichtungen zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, Wissen zu bündeln und Forschungsergebnisse schnell in die Patientenversorgung zu übertragen. Sowohl für Ärzte als auch für Patienten werden ausführliche Informationen über maligne Lymphome bereitgestellt. Die Geschäftsstelle des Kompetenznetzes sowie zwei Forschergruppen sind im CIO angesiedelt.

Supportive Maßnahmen

Begleitend zur therapeutischen Behandlung der Erkrankung ermöglichen wir allen schwer erkrankten Patienten immer auch die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv. Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit: