Letzte Aktualisierung: 02.10.2019

Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom): Diagnose und Therapie

Schilddrüsenkrebs ist eine seltenere Krebsart: In Deutschland erkranken daran jedes Jahr etwa 6.000 Menschen. Die Erkrankung kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten.

Schilddrüsenzentren im CIO

Nähere Informationen zu den Schilddrüsenzentren (inkl. Sprechstunden und Kontakte) finden Sie auf den lokalen Webseiten der Standorte:

Aachen Bonn Köln Düsseldorf

Folgende Anzeichen können erste Symptome eines Schilddrüsenkarzinoms sein:

  • Druckgefühl im Hals
  • Heiserkeit
  • Atem- und Schluckbeschwerden
  • vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich

Je früher ein Krebs der Schilddrüse erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen des Patienten. Besonders wichtig ist es deswegen, auf den eigenen Körper zu achten und vor allem sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn sich ein Kropf in kurzer Zeit auffällig verändert.

Viele Patienten kommen zu uns ins CIO, weil ihr behandelnder Arzt beim Abtasten eine auffällige Schwellung entdeckt hat. In einem ersten Schritt stellen unsere Ärzte fest, ob bei einem Schilddrüsenknoten ein begründeter Verdacht auf Schilddrüsenkrebs bestehen könnte.

Erstkontakt im CIO

Im ersten Gespräch mit den behandelnden Ärzten wird daher zunächst überprüft, ob alle wichtigen Informationen und Befunde vorliegen und – falls nicht – werden zunächst entsprechende Untersuchungen veranlasst (Sonographie, Szintigraphie, Labor, ggf. Feinnadelpunktion).

Sobald alle Befunde vorliegen, entscheiden Experten aus den Fachdisziplinen Chirurgie, Nuklearmedizin und Endokrinologie in den regelmäßig stattfindenden Tumorboards gemeinsam, um welchen Krebs es sich genau handelt und wie weit dieser fortgeschritten ist.

Um das Risiko für Bösartigkeit bei einem Schilddrüsenknoten zu bestimmen, wird zunächst eine Sonographie und eine Szintigraphie gemacht. Der Sonographie eines Knotens mit hoher Bildauflösung inklusive einer Messung der Härte und der Durchblutung eines Knotens kommt heute für die Risikobewertung ein hoher Stellenwert zu. Die Nuklearmediziner im CIO nutzen zudem die Schilddrüsen-Szintigraphie, um mit Hilfe radioaktiver Stoffe (so genannter Tracer) die Funktion eines Knotens sichtbar zu machen. Das Schilddrüsengewebe speichert Jod. Gutartige Schilddrüsenknoten speichern ebenfalls Jod. So genannte „kalte Knoten“ nehmen weniger Jod auf als das restliche Schilddrüsengewebe. Sie geben somit weniger radioaktive Strahlen ab und erscheinen auf dem Szintigramm deswegen in einer anderen Farbe als die restliche Schilddrüse. So kann man erkennen, ob ein kalter Schilddrüsenknoten vorhanden ist. Statistisch beträgt bei einem kalten Schilddrüsenknoten das Risiko für Bösartigkeit etwa 2 bis 3%. Allein der szintigraphische Nachweis eines kalten Schilddrüsenknotens begründet aber noch nicht die Notwendigkeit einer Operation. Vielmehr sollte der kalte Knoten Anlass für weitere diagnostische Maßnahmen sein.

Wenn sich bei der Szintigrafie ein kalter Schilddrüsenknoten gezeigt hat, werden aus diesem Knoten in der Regel einige Zellen durch eine Feinnadelpunktion entnommen und von erfahrenen Pathologen im CIO untersucht. Auf der Basis dieser Erkenntnisse erarbeiten die Ärzte im CIO dann eine individuelle Therapieempfehlung für den jeweiligen Patienten. Die Voraussetzungen dafür sind eine gute Diagnostik und viel Erfahrung bei der Interpretation der Ergebnisse.

Standard Operating Procedures: Eigene Leitlinien sichern die Qualität der Behandlung

In unseren Therapieentscheidungen orientieren wir uns an den so genannten S1-/S2-Leitlinien der AWMF. Darüber hinaus haben wir zu fast allen Krebserkrankungen von den interdisziplinären onkologischen Projektgruppen (IOP) eigene Behandlungsleitlinien (SOPs) formuliert. Die IOP Schilddrüsenkrebs passt ihre SOP regelmäßig an die neuesten Forschungsergebnisse sowie die Gegebenheiten an den vier Standorten an.

Zertifizierte Behandlungsqualität

Die hohe Qualität der Versorgung und Behandlung unserer Patienten mit Schilddrüsenkrebs wird von der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich im Rahmen der Überwachung der Onkologischen Zentren überprüft.

Verschiedene Arten von Schilddrüsenkrebs - Unterschiedliche Behandlung

Die Schilddrüsenzentren im CIO bieten eine interdisziplinäre Behandlung nach aktuellen nationalen und internationalen Behandlungsrichtlinien und neuesten wissenschaftliche Erkenntnissen. Ob konservative oder operative Therapie - gemeinsam mit den Experten stimmen Sie die optimale Behandlung für sich ab.

Wie der Schilddrüsenkrebs behandelt wird, hängt vor allem von der Art des Karzinoms ab.

Schilddrüsenkarzinome werden unterschieden in:

  • Differenzierte Karzinome (papilläre und follikuläre Karzinome)
  • Medulläre Karzinome
  • Undifferenzierte Karzinome

Differenzierte Karzinome (papilläre und follikuläre Karzinome)

Die differenzierten Tumore des Schilddrüsenkrebses gehören zu den Tumoren mit der höchsten Heilungsrate. Die Kombination von operativem Eingriff und einer Radiojodtherapie hat sehr gute Aussichten auf Erfolg. Bei der Radiojodtherapie nimmt der Patient eine Kapsel mit radioaktive Jod arbeitet. Dieses wird von dem Tumorgewebe aufgenommen und so von innen bestrahlt und zerstört. Bei einem Rückfall kann es sein, dass die Patienten nicht mehr auf diese Therapie ansprechen. Sie werden dann mit Medikamenten weiterbehandelt.

Medulläre Karzinome (MTC)

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC) ist ein bösartiger Tumor der C-Zellen der Schilddrüse und sehr selten. Wie auch bei einigen anderen Krebsarten, kann es vorkommen, dass Patienten, die an medullären Schulddrüsenkarzinomen erkranken, erblich vorbelastet sind. Diese erblich verursachten medullären Karzinome entstehen im Rahmen einer multiplen endokrinen Neoplasie, eine Erbkrankheit, die Tumore in hormonproduzierenden Organen verursachen kann. Da medulläre Karzinome kein Jod speichern und daher nicht auf die Radiojod-Therapie ansprechen, ist die operative Entfernung meistens die Therapie der Wahl.

Undifferenzierte Karzinome

Genau wie das medulläre Schilddrüsenkarzinom kann das undifferenzierte Schilddrüsenkarzinom kein Jod speichern und somit nicht mittels Radiojodtherapie behandelt werden. Daher ist auch hier die Operation die wichtigste Therapiemöglichkeit.

Unsere Ziele bei der Behandlung von Patienten mit Schilddrüsenkrebs:

  • Eine optimale, interdisziplinär mit unseren Partnern im CIO und unseren Zuweisern abgestimmte Behandlung unserer Patienten auf der Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse
  • Eine umfassende menschliche Betreuung unserer schwerkranken Patienten in enger Abstimmung mit dem Zentrum für Palliativmedizin
  • Die Verbesserung der Prognose von Patienten mit Schilddrüsenkrebs durch die Entwicklung personalisierter Therapieansätze und die Evaluation dieser in klinischen Studien

Supportive Maßnahmen

Begleitend zur therapeutischen Behandlung der Erkrankung ermöglichen wir allen schwer erkrankten Patienten immer auch die Mitbetreuung durch die Palliativmedizin. Unsere Erfahrungen mit diesem Modell der frühen palliativen Intervention sind durchweg positiv. Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz spiegelt sich auch in dem umfangreichen Behandlungsangebot aus dem Bereich der Psychoonkologie wider.

Darüber hinaus stellen wir folgende Angebote bereit: