Letzte Aktualisierung: 01.10.2019

Bewegung und Krebs

Früher galt für Krebspatienten: möglichst schonen und wenig Belastung. Das ist mittlerweile überholt. Heute sind Mediziner und Wissenschaftler von einem positiven Zusammenhang von körperlicher Aktivität und der Verfassung bzw. Psyche von Krebserkrankten überzeugt.

Vor, während und nach der Therapie: Krebspatienten profitieren von gezielter sportlicher Betätigung

Ausdauertraining Onkologische Trainingstherapie

Wer sich regelmäßig bewegt, kann das Risiko, an Krebs zu erkranken, signifikant verringern. Tägliche sportliche Betätigung stellt somit ein wichtiger Faktor bei der Prävention dar. Unbestritten sind auch die positiven Effekte regelmäßiger Bewegung auf Psyche, Physis sowie psychosoziale Faktoren.

Zudem konnte gezeigt werden, dass Patienten, die sich sowohl vor als auch nach der Diagnose regelmäßig bewegt haben, eine bessere Prognose aufweisen, die Krankheit zu überstehen.

Unter Therapie fördert sportliche Betätigung Kraft und Ausdauer und die Patienten leiden auch seltener unter Symptomen wie der tumorbedingten Fatigue. Speziell hier ist die Bewegungstherapie die wirksamste Methode überhaupt.

Bewegung spielt auch bei der Rezidivprävention eine wichtige Rolle: Forschungen konnten zeigen, dass sportlich aktive Nachsorgekrebspatienten über eine deutlich höhere Zahl natürlicher Killerzellen verfügten, die in der Lage sind, Tumorzellen zu identifizieren und abzutöten. Belegt ist dies insbesondere für Brust-, Dickdarm und Prostatakrebs.

         Bewegung und Krebs

Anzahl der aktuell aktiven Studien im CIO:
5

Bewegungstherapie: Aktiv gegen Nebenwirkungen

Aktivität und Bewegung können einen positiven Einfluss auf verschiedene Nebenwirkungen der medizinischen Therapie nehmen. Die Wirkweisen sind vielfältig: Bewegung kann als Anti-Stress-Programm wirken und Patienten erleben wieder das Gefühl, die Kontrolle über den eigenen Körper zurück zu zugewinnen. Sie erlernen, wie sie durch Bewegung Nebenwirkungen verringern und Kraft gewinnen.

Hier finden Sie eine Übersicht über der häufigsten Nebenwirkungen, die durch das Training verbessert werden können.

Das Gefühl von ständiger, chronischer Erschöpfung (Fatigue-Syndrom) ist eine häufige Nebenwirkung, vor allem der Chemotherapie.

Eine Kombination von Kraft- und Ausdauertraining vermag dieses Fatigue-Syndrom zu reduzieren, sodass sich die Patienten wieder fitter fühlen und an mehr Aktivitäten des Alltags teilnehmen können.

In dem Artikel  Bewegung hilft gegen Fatigue bei Krebs erfahren Sie mehr über die Fatigue-Studie der OTT. (Quelle: Leben? Leben!)

Regelmäßige körperliche Aktivität und Krafttraining können zu einer Reduzierung der subjektiv wahrgenommenen Gelenk- (Arthralgie) und Muskelschmerzen führen.

Periphere Sensibilitätsstörungen, auch Polyneuropathie genannt, machen sich meist in Händen und Füßen bemerkbar und können als Nebenwirkung der Chemotherapie auftreten.

Trainings- und Bewegungstherapie in Form von Gleichgewichtstraining und Vibrationstraining gelten zurzeit als vielversprechendster Ansatz zur Verbesserung der Polyneuropathie-Symptomatik. 

Es konnte beobachtet werden, dass gezieltes Schließmuskeltraining zu einer Verbesserung der Kontinenzraten führen kann.

Es ist sowohl vor operativen Eingriffen als auch während der medizinisch Therapie sinnvoll.

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Die Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie (OTT)

Aus einer langjährigen Kooperation des CIO, der Uniklinik Köln und der DSHS Köln entstand im November 2010 am Standort ein bewegungstherapeuthischen Trainingszentrum ausschließlich für onkologische Patienten: Die Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie (OTT). Seit 2015 bietet die OTT-Akademie Weiterbildungen zum „lizensierten OTT-Therapeuten“. An fast allen CIO Standorten sowie in ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich und Italien können Krebspatienten nun mit dem OTT-Konzept trainieren.


Nähere Informationen zu bewegungstherapeutischen Angeboten finden Sie auf den Webseiten der Standorte:

Nächste Termine zu Bewegung und Krebs

Weitere Informationen

... zur präventiven und therapeutischen Wirkung von Sport und Bewegung finden Sie auch bei der  Deutschen Krebsgesellschaft.

Medientipps

Hier finden Sie Medienbeiträge zu Bewegung und Krebs.

Doc Esser - das Gesundheitsmagazin
Thema: "Krebs: Das bringt Sport!"
Beitrag auf WDR.de - 9. Januar 2019

Fit statt faul
Wie Sport gesund macht: Ein Wundermittel, das gegen Parkinson, Demenz und Krebs helfen könnte - das gibt es tatsächlich. Bewegung hat viel größere Macht über unser Gehirn und unsere Gesundheit, als wir ahnen.
Wissenschaftsdoku über 3sat Mediathek - 17. Mai 2018