Forschungsprojekt zum Triple-negativen Brustkrebs

Deutsche Krebshilfe fördert mit rund 370.000 Euro

Etwa eine von fünf Patientinnen mit neu diagnostiziertem Brustkrebs hat eine besonders aggressive Form, den sogenannten triple negativen Brustkrebs (kurz TNBC). TNBCs lassen sich oft nur schlecht mit den herkömmlichen Therapieoptionen behandeln. Kürzlich publizierte Studien weisen nun in eine neue Richtung: Sie haben eine erhöhte Expression vom Prostataspezifischen Membranantigen (PSMA) auf den neu gebildeten Tumorgewebe-versorgenden Gefäßen gezeigt. Wissenschaftler der Klinik für Nuklearmedizin und der Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin der Uniklinik RWTH Aachen wollen jetzt gemeinsam erforschen, inwieweit man vaskuläres PSMA mit der gezielten endogenen Radiotherapie bei Triple-negativen Brustkrebs adressieren kann. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt über eine Laufzeit von drei Jahren mit 367.955 Euro.

Der Triple-negative Brustkrebs betrifft vor allem junge Patientinnen. Im Vergleich zu anderen Brustkrebs-Subtypen zeichnet er sich durch eine besondere Aggressivität aus. Charakteristisch für TNBC sind ein sehr hohes Tumorrezidiv-Risiko zwischen dem ersten und dem dritten Jahr nach einer Therapie sowie eine erhöhte Mortalitätsrate in den ersten fünf Jahren. „Trotz eines wesentlichen Fortschritts in der Therapie von anderen Subtypen hat das TNBC nach wie vor die schlechteste Prognose. Es mangelt an zielgerichteten Therapieoptionen“, sagt Dr. rer. nat. Jochen Maurer aus der Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin, der das Forschungsprojekt gemeinsam mit Dr. rer. nat. Agnieszka Morgenroth, Naturwissenschaftlerin in der Klinik für Nuklearmedizin, koordiniert.   

Für solche, nicht direkt adressierbaren Tumorzellen wurde in den letzten Jahren eine neue Therapieoption definiert, die auf das Tumor-assoziierten vaskuläre System abzielt. Allerdings ist die Wirksamkeit solcher Ansätze aufgrund der benötigten therapeutischen Dosis und der zu kurzen Wirkung der Pharmaka im Tumor selbst stark eingeschränkt. Neueste Studien beweisen, dass kombinierte Therapien das Potential haben, die bisherigen Beschränkungen zu umgehen. Warum das so ist, erklärt Dr. Agnieszka Morgenroth: „Die Studien haben eine erhöhte Expression von Prostataspezifischen Membranantigen auf den neugebildeten Gefäßen von soliden Tumoren demonstriert. Auch wenn die Funktion von PSMA auf die innerste Zellschicht der Blutgefäße, die sogenannten Endothelzelle, bisher noch nicht definitiv aufgeklärt wurde, suggerieren die Studien seine Relevanz für die Expansion, den Umbau und die Regulation des neovaskulären Systems.“

Im Rahmen ihres Forschungsprojekts werden Dr. Morgenroth und Dr. Maurer die PSMA-Expression auf Tumorzellen und die TNBC-assoziierten vaskulären Endothelzellen evaluieren. Darüber hinaus wollen sie das therapeutische Potential von kombinierten Strategien, das heißt der anti-angiogenen Wirkung von PSMA-adressierenden Liganden mit der endogenen Bestrahlung durch Radioisotope [177Lu] ( ß- Strahler) und [225Ac] (α Strahler) herausarbeiten. „Mit unserer translationalen, präklinischen Studie wollen wir eine essentielle Basis zur Anwendung einer radio-PSMA-adressierenden Therapie zur Behandlung von TNBC liefern“, so Dr. Morgenroth.

Für Presserückfragen wenden Sie sich bitte an:

Uniklinik RWTH Aachen
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
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Tel. 0241 80-89893
kommunikation@ukaachen.de

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