Weltkrebstag: WHO prognostiziert Verdoppelung von Neuerkrankungen bis 2040

Kommentar von Prof. Dr. Norbert Gattermann

Prof. Dr. Norbert Gattermann, Foto: Universitätsklinikum Düsseldorf

Krebsexperte Prof. Dr. Norbert Gattermann aus der Uniklinik Düsseldorf, sieht keine Panikmache. Die Zahl sei durch die demographische Entwicklung begründet.

Nahezu eine Verdopplung bei den Krebsneuerkrankungen prognostiziert die Weltgesundheitsorganisation WHO im Weltkrebsreport, der alle fünf Jahre von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) herausgegeben wird. „Das ist keine Panikmache, denn die Hochrechnung berücksichtigt vor allem die demographische Entwicklung“, sagt Prof. Dr. med. Norbert Gattermann, Ärztlicher Leiter des CIO Düsseldorf und geschäftsführender Leiter des Universitätstumorzentrums (UTZ) am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Immer mehr Menschen werden älter, insofern steigen die Krebsneuerkrankungen automatisch.“

Die genannten Zahlen seien kein Grund, in eine Depression zu verfallen, so der Krebsspezialist. „Die Behandlungsmöglichkeiten werden immer besser. Eine Verdoppelung der Neuerkrankungen ist also keineswegs gleichzusetzen mit einer Verdoppelung der krebsbedingten Todesfälle.“

Große Erfolge hat die Krebsforschung in den vergangenen Jahren zum Beispiel auf dem Gebiet der Immunonkologie erzielt. Die Wissenschaftler haben Medikamente entwickelt, die die spezifischen Abwehrzellen der Patientinnen und Patienten deutlich stärken. „Dies hat neue Möglichkeiten beispielsweise bei der Behandlung des schwarzen Hautkrebses oder des Lungenkarzinoms eröffnet“, sagt Prof. Gattermann.

Positiv wirkt sich auch aus, dass immer weniger Menschen rauchen. „Bei den Risikofaktoren nimmt der Tabakkonsum nach wie vor eine Spitzenposition ein“, erklärt Prof. Gattermann.  Wenn weniger Menschen rauchen, werde sich das auch sichtbar auf die Zahl der Krebsneuerkrankungen auswirken.

Von: Jörn Grabert

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