Letzte Aktualisierung: 17.06.2026

KIMONA - Neue Technologien für Krebsregistermeldungen in NRW

Im Projekt KIMONA werden moderne Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) eingesetzt, um medizinische Daten automatisiert auszuwerten und für die Krebsregistrierung aufzubereiten. Ziel ist es, medizinisches Personal zu entlasten, Meldungen schneller zu übermitteln und gleichzeitig die Datenqualität zu verbessern.

Die vollständige und zeitnahe Erfassung von Krebsdaten ist eine zentrale Grundlage für Forschung und Versorgung, deshalb existiert in Deutschland eine gesetzliche Meldepflicht, die in NRW über das Landeskrebsregistergesetz geregelt ist. Durch die systematische Dokumentation von Erstdiagnosen, Rückfällen und Krankheitsverläufen sollen mit den Daten Aussagen über die Wirksamkeit von Therapien getroffen und neue Ansätze in der Krebsbehandlung entwickelt werden. Eine verlässliche Krebsregistrierung ist dafür unverzichtbar.

Mit KIMONA sollen moderne KI-Verfahren so eingesetzt werden, dass sie die Dokumentationsprozesse spürbar erleichtern und gleichzeitig hochwertige Daten für Forschung und Versorgung bereitstellen. Mithilfe von Sprachmodellen, sollen medizinische Texte über KIMONA automatisiert analysiert und relevante Informationen extrahiert werden. So können beispielsweise Angaben zu Diagnosen, Therapien oder Krankheitsverläufen aus Arztbriefen erkannt und in strukturierter Weise bereitgestellt werden. Schätzungen zufolge könnten auf diese Weise bis zu 50 Prozent der Datenfelder aus unstrukturierten Dokumenten gewonnen und – nach Überprüfung durch einen Menschen – in das Krebsregister überführt werden.

In KIMONA werden zunächst die relevanten medizinischen Dokumente analysiert und technische Infrastrukturen geschaffen, etwa sogenannte „Data-Lake-Systeme“, in denen klinische Daten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt werden. Darauf aufbauend werden KI-Modelle genutzt, die die Informationen automatisiert extrahieren und für das Krebsregister aufbereiten. Ein Ziel des Projektes ist es auch, Erfahrungen bzgl. Effizienz von verschiedenen Methodiken im Konsortium zu sammeln und auszutauschen. Da an fast allen Standorten, historisch gewachsen, speziell adaptierte IT-Ökosysteme vorliegen, sollen möglichst große Synergie-Effekte durch interoperable Lösungen erreicht werden.

Langfristig sollen die im Projekt entwickelten Lösungen nicht nur für die Krebsregistrierung genutzt werden, auch andere klinische Register oder Forschungsdatenbanken sollen davon profitieren.

Förderung und Projektpartner

Das Projekt KIMONA wird mit 5,96 Millionen Euro im Rahmen des Innovationswettbewerbs Gesünder.IN.NRW durch das Land Nordrhein-Westfalen / Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie mit Mitteln der Europäischen Union finanziert. Es hat eine Gesamtdauer von drei Jahren und läuft vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2028.

Projektpartner


Ansprechperson

Lars-Thorben Di Biase-Moos

IT-Team
CIO Köln

Telefon +49 (0) 221 478 88408
E-Mail lars-thorben.dibiase-moos@uk-koeln.de