/ Pressemitteilung

"Brückenschlag"

Neues Projekt bietet phasenübergreifende Betreuung für minderjährige Kinder krebskranker Eltern

Wenn die Diagnose Krebs eine Familie trifft, ändert sich schlagartig das Leben aller – auch und insbesondere das der Kinder. Sobald die Erkrankung fortschreitet, sich Krankenhausaufenthalte mehren oder Vater oder Mutter im Sterben liegen, ist eine intensive Betreuung der Kinder notwendig. Hier setzt das neue Projekt „Brückenschlag“ an, das auf Initiative des Euregionalen comprehensive Cancer Centers Aachen (ECCA) der Uniklinik RWTH Aachen und dem Caritasverband Aachen ins Leben gerufen wurde. Das Projekt hat die phasenübergreifende, zielgerichtete, individuelle und nachhaltige Begleitung minderjähriger Kinder krebskranker Eltern zum Ziel. Ab dem 15.10.2014 nehmen zwei erfahrene Mitarbeiterinnen (Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin) ihre Arbeit in der neu geschaffenen Koordinationsstelle „Brückenschlag“ auf. Das Projekt wird von der Aktion Mensch mit 150.000 Euro gefördert.

Nach Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes und des Robert-Koch-Instituts erleben in der Städteregion Aachen jährlich rund 1.000 junge Menschen, dass ein Elternteil an Krebs erkrankt. Circa 30 bis 40 Prozent der Krebserk rankungen verlaufen tödlich, das betrifft ungefähr 350 Kinder. Dennoch ist deren Betreuung während und nach dieser Phase in Deutschland nur unzureichend geregelt. Aus diesem Grund haben die beteiligten Einrichtungen im März 2013 den „Runden Tisch Brückenschlag“ gegründet. „Mit diesem Projekt möchten wir Eltern unterstützen, die in der Situation einer so schweren Erkrankung oftmals emotional und organisatorisch im Alltag an ihre Grenzen stoßen“, sagt. Dr. med. Andrea Petermann - Meyer, Leiterin der Sektion Psychoonkologie des ECCA. Aus kindlicher Sicht drohen nicht erst am Ende der Verlust der wichtigen Bezugsperson und der Verlust einer sicheren Versorgung. „Vertraute Alltagsabläufe gehen häufig auch schon in der ersten Erkrankungsphase verloren, da es häufig keine klaren Betreuungs - und Unterstützungsstrukturen gibt“, erklärt Petra Stoschek, Mitarbeiterin der neuen Koordinationsstelle.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Brigitte Leyens wird sie engen Kontakt zu den Familien aufnehmen und mit ihnen und den weiteren Projektmitgliedern situationsgerechte und individuelle Lösungen erarbeiten. „Ohne engmaschige Betreuung entstehen bei den Kindern psychische Sollbruchstellen, die später in schwierigen Situationen zutage treten und oftmals vermehrt psychische Verhaltensauf fälligkeiten oder psychische Erkrankungen wie Depressionen zur Folge haben können“, sagt Brigitte Leyens. „Umso wichtiger ist es, dass wir nun mit der Arbeit beginnen und den Betroffenen helfen können. Ich bin sehr froh, dass die Vernetzung zwischen Gesundheitssystem und Jugendhilfe vorangeht“, ergänzt Jessica Hugot, Leiterin Kompetenzfeld Familie der Caritas.

Neben der Betreuung der Familien ist und bleibt auch der „Runde Tisch Brückenschlag“ fester Projektbestandteil: Er wird als Beirat für das Gesamtpro jekt fungieren und weiterhin an der Entwicklung der bestehenden Strukturen arbeiten. Teilnehmer des Runden Tisches sind Vertreter des ECCA, des regionalen Caritas - Verbandes, der gesetzlichen Krankenkassen (AOK, Barmer GEK, TK), der Jugendhilfe Stadt Aachen und Städteregion Aachen, der Servicestelle Hospizarbeit, der Kindertrauergruppe „diesseits“ in Aachen, Kinder - und Jugendärztin/-psychotherapeutin mit Schwerpunkt „Kinder krebskranker Eltern“, Vertreter der Klinik für Kinder - und Jugendpsychiatrie der Uniklinik RWTH Aachen sowie Schirmherrin Ulla Schmidt.

Aktueller Terminhinweis:

Am 08.11.2014 von 12:00 bis 15:00 Uhr lädt der „ Runde Tisch Brückenschlag“ zum Waffelessen gegen eine kleine Spende am Elisenbrunnen ein. OB Marcel Philipp hat sein Kommen angekündigt. Pressevertreter und alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Weitere Informationen:
Petra Stoschek
P.Stoschek(at)brueckenschlag-aachen.de

Brigitte Leyens
B.Leyens(at)brueckenschlag-aachen.de

Für Presserückfragen wenden Sie sich bitte an:

Uniklinik RWTH Aachen
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Dr. Mathias Brandstädter
Tel. 0241 80-89893
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