/ Pressemitteilung
Deutsche Leberstiftung vergibt Preis für wegweisende Publikation
Preisverleihung auf dem 14. HepNet Symposium (v. l. n. r.): Jörn Schwede, Norgine GmbH, Anne Theres Schneider, Prof. Dr. Elke Roeb, Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Prof. Dr. Herbert Tilg für das Gutachterkomitee.
Die Deutsche Leberstiftung zeichnet jährlich eine herausragende hepatologische Publikation aus. Diesjährige Preisträgerin ist Anne Theres Schneider aus der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin (Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Christian Trautwein) an der Uniklinik RWTH Aachen, die mit ihrer Arbeit das Verständnis für die Entstehung des Leberzellkrebses verbessert. Sie erhielt den mit 7.500 Euro dotierten Preis am 24. Juni 2017 im Rahmen des 14. HepNet Symposiums durch Prof. Dr. Elke Roeb für das Stiftungskuratorium und Prof. Dr. Herbert Tilg für das Gutachterkomitee. Gestiftet wurde das Preisgeld von der Norgine GmbH, einem Partner der Deutschen Leberstiftung. Bereits im letzten Jahr war ein Wissenschaftler der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin an der Uniklinik RWTH Aachen ausgezeichnet worden.
Begutachtet wurden die eingereichten Publikationen von einem unabhängigen Gutachterkomitee, dem Prof. Dr. Hartmut Schmidt, Münster, Prof. Dr. Herbert Tilg, Innsbruck , und Prof. Dr. Christian Trautwein, Aachen angehören. Die Gutachter beschlossen nach gründlicher Prüfung und Diskussion aller Publikationen, die Arbeit „RIPK1 Suppresses a TRAF2 - Dependent Pathway to Liver Cancer“ (Cancer Cell, Januar 2017) mit dem Preis der Deutschen Leberstiftung 2017 auszuzeichnen. Trotz einer Enthaltung im Gutachtergremium erhielt diese A rbeit die beste Bewertung, die sich in der Diskussion der Gutachter bestätigte.
Der programmierte Zelltod ist ein zentraler Bestandteil von schwerwiegenden Lebererkrankungen unterschiedlicher Ursachen, beispielsweise bei viralen Hepatitiden, akutem Leberversagen, alkoholischer und nicht-alkoholischer Fettleber und beim Leberzellkrebs (HCC). Das Verständnis der hieran beteiligten Signalwege in der Leber hat ein großes Potential für die Entwicklung von alternativen therapeutischen Ansätzen.
„Wir hatten in diesem Jahr zahlreiche hochrangig publizierte Arbeiten zu ganz unterschiedlichen Bereichen der Hepatologie, die für den Preis der Deutschen Leberstiftung in Frage kamen. Trotzdem war die Entscheidung – auch mit einer Enthaltung – eindeutig. Der Arbeit von Anne T. Schneider et al. ist es gelungen, einen wichtigen Checkpoint des programmierten Zelltods, der durch RIPK1 (receptor - interacting protein kinase 1) reguliert wird, für das HCC neu einzuordnen. Über ein verbessertes Verständnis der molekularen Mechanismen des programmierten Zelltods in der Leber hinaus könnte die Bestimmung von RIPK1 und anderen übergeordneten Mediatoren auch zu einer verbesserten Prognose bei HCC führen. Das ist eine wegweisende Erkenntnis im Bereich des Leberzellkrebses und daher aus unserer Sicht preiswürdig“, erläutert Prof. Hartmut Schmidt, einer der Gutachter, die Entscheidung des Komitees.
Über die Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung seit ihrer Gründung vor elf Jahren sehr erfolgreich. Weitere Informationen finden Sie unter www.deutsche-leberstiftung.de .
Publikation: Schneider AT, Gautheron J, Feoktistova M, Roderburg C, Loosen SH, Roy S, Benz F, Schemmer P, Büchler M W, Nachbur U, Neumann UP, Tolba R, Luedde M, Zucman - Rossi J, Panayotova - Dimitrova D, Leverkus M, Preisinger C, Tacke F, Trautwein C, Longerich T, Vucur M, Luedde T: RIPK1 Suppresses a TRAF2 - Dependent Pathway to Liver Cancer. Cancer Cell. 2017 Jan 9;31(1):9 4 - 109. doi: 10.1016/j.ccell.2016.11.009.
Pressekontakt:
Uniklinik RWTH Aachen
Dr. Mathias Brandstädter
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