/ Pressemitteilung
Neues Centrum bei Rezidivtumoren im weiblichen Becken
Prof. Dr. Florin-Andrei Taran, Foto: Michael Wodak
Die Uniklinik Köln hat das Centrum zur Behandlung und Erforschung von Rezidivtumoren im weiblichen Becken (CRB) gegründet. Das neue Centrum ist im Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) Köln verankert und bündelt die spezialisierte klinische Versorgung, die translationale Forschung sowie die Durchführung klinischer Studien für Patientinnen mit wiederkehrenden Tumorerkrankungen im weiblichen Becken.
„Ziel des CRB ist es, Patientinnen mit Rezidivtumoren im weiblichen Becken eine hochspezialisierte, klar strukturierte und interdisziplinär abgestimmte Versorgung anzubieten. Durch fest etablierte Versorgungswege und die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Fachdisziplinen können wir komplexe Therapiekonzepte konsequent am individuellen Krankheitsverlauf ausrichten und die Behandlungsqualität nachhaltig verbessern“, sagt Univ.-Professor Dr. med. Florin-Andrei Taran, Sprecher des neuen Centrums und Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Gynäkologische Onkologie der Uniklinik Köln.
Tumorrezidive im weiblichen Becken stellen eine besonders komplexe medizinische Herausforderung dar. Für viele dieser Erkrankungen existieren bislang keine einheitlichen, evidenzbasierten Therapiekonzepte. Das CRB verfolgt daher das Ziel, die vorhandene fachliche Kompetenz, die langjährig etablierten interdisziplinären Versorgungsstrukturen sowie die besondere operative und onkologische Expertise der Uniklinik Köln gezielt zu bündeln, weiterzuentwickeln und für Patientinnen optimal nutzbar zu machen.
Ein zentrales Merkmal des CRB ist seine interdisziplinäre Aufstellung. Beteiligt sind unter anderem die Klinik für Frauenheilkunde und Gynäkologische Onkologie, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Transplantationschirurgie, Klinik für Urologie, Klinik I für Innere Medizin mit Schwerpunkt Onkologie, Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastisch-Ästhetische Chirurgie sowie die Institute für Radiologie, Familiäre Tumorerkrankungen,Nuklearmedizin, Pathologie und Neuropathologie. Das Centrum fungiert dabei als koordinierende Dachstruktur und ermöglicht eine eng abgestimmte, hochspezialisierte Versorgung über Fachgrenzen hinweg.
Ein besonderer Schwerpunkt des CRB liegt auf der Forschung. Diese umfasst die Grundlagenforschung, die Entwicklung neuer medizintechnischer Verfahren sowie die translationale Therapieentwicklung, bei der wissenschaftliche Erkenntnisse gezielt in die klinische Anwendung überführt werden. Inhaltlich konzentriert sich die Forschung insbesondere auf Krebserkrankungen der Eierstöcke (Ovarialkarzinom), der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom) und des Gebärmutterhalses (Zervixkarzinom). Neben der experimentellen und translationalen Forschung werden im CRB sowohl medikamentöse klinische Studien der Phasen I bis III als auch operative Studien durchgeführt, um neue Therapieansätze systematisch zu prüfen und die Versorgung der Patientinnen kontinuierlich zu verbessern.
Ein Beispiel für moderne, interdisziplinäre Therapiekonzepte im CRB ist die Hypertherme Intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC). Dieses Verfahren wird insbesondere bei Tumorerkrankungen eingesetzt, die das Bauchfell betreffen, und verbindet operative und medikamentöse Therapieansätze. Zunächst werden im Rahmen einer großen Operation alle sichtbaren Tumorherde im Bauchraum entfernt. Direkt im Anschluss wird eine erwärmte Chemotherapielösung für etwa 60 bis 90 Minuten durch den Bauchraum gespült, bevor die Flüssigkeit wieder entfernt und die Operation abgeschlossen wird. Die HIPEC verdeutlicht exemplarisch die enge Zusammenarbeit zwischen gynäkologischer Onkologie und Viszeralchirurgie im CRB.
Darüber hinaus versteht sich das CRB als Plattform für Lehre, Fort- und Weiterbildung, für den interdisziplinären fachlichen Austausch sowie für eine strukturierte Öffentlichkeitsarbeit. Ziel ist es, die besondere Expertise des Zentrums sichtbar zu machen und Patientinnen sowie zuweisende Ärztinnen und Ärzte umfassend zu informieren.
Weitere Informationen zum Centrum CRB finden Interessierte hier.




