/ CIO-News
Personalisierte Medizin - Seltene Lungenkrebs-Mutation erstmals in Europa erfolgreich behandelt
Genetische Veränderungen (Translokationen) des ROS1 Krebsgens finden sich in nur einem Prozent aller Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom. Werden sie entdeckt, besteht die Möglichkeit einer gezielten Behandlung mit dem Medikament Crizotinib, das bereits für eine andere genetische Veränderung bei Lungenkrebs (der sog. ALK-Translokation) zugelassen ist. Nachdem hierüber erstmals auf dem amerikanischen Krebskongress im Sommer 2012 in Chicago berichtet wurde, integrierte die Lungenkrebs-Studiengruppe (Lung Cancer Group Cologne) die Suche nach Veränderungen des ROS1 Gens in ihr Genotypisierungsprogramm im Rahmen des Netzwerks Genomische Medizin Lungenkrebs. Im Institut für Pathologie der Uniklinik Köln werden seither alle Tumorproben der Netzwerkpartner im Rheinland auf diese seltene genetische Veränderung untersucht. Diese Diagnostik wird vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des PerMed-Förderprogramms unterstützt.
Vor drei Monaten konnte eine ROS1-Translokation im Tumor einer 47jährigen Patienten mit Lungenkrebs entdeckt werden. Die Erkrankung war nach vielen Chemotherapien weiter fortschreitend und galt als weitgehend austherapiert. Die Behandlung mit Crizotinib führte schnell zu einer fast vollständigen Rückbildung aller Metastasen, die erfreulicherweise jetzt schon drei Monate anhält.
Dieser Fall ist ein aktuelles Beispiel, wie der Therapieansatz der Personalisierten Medizin in den letzten Jahren Krebspatienten neue Hoffnung gebracht hat. So kann bereits bei über der Hälfte der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mittels einer genetischen Analyse festgestellt werden, welche Art der Zellveränderung zu der krankhaften Wucherung führt. Für zwei der bekannten Mutationen gibt es bereits zugelassene Medikamente, für weitere sind aktuell Medikamente in der klinischen Erprobung. Welche Studien im CIO Köln Bonn aktuell laufen, erfahren Sie hier.




