/ Pressemitteilung

Prof. Kristiansen arbeitet an WHO-Tumorklassifikation mit

Dass Pathologen Erkrankungen diagnostizieren und klassifizieren, nachdem sie sie am Mikroskop und mit Hilfe moderner Zusatztechniken untersucht haben, dürfte allgemein bekannt sein. Da ein Großteil der modernen Pathologie sich der Diagnostik onkologischer Erkrankungen widmet, ist sogar der Begriff des „Diagnostic oncologist“ für den klinisch tätigen Pathologen in die Diskussion gebracht worden. Gerade im Bereich der Onkologie ist die richtige diagnostische Zuordnung einer Erkrankung für die Planung einer zunehmend gezielteren Therapie von enormer Bedeutung. Dies begründet auch den großen Erfolg der seinerzeit von Prof. Paul Kleihues ins Leben gerufenen Buchserie „WHO-Klassifikation von Tumoren – Histologie und Genetik“, in der nicht nur - wie bislang - histologische Typen definiert und beschrieben wurden, sondern auch die zu Grunde liegende Genetik bzw. molekulare Biologie dieser Tumore einen zunehmend breiteren Raum einnimmt.

Es war nun an der Zeit, den entsprechenden Band über Tumore des ableitenden Harnsystems und des männlichen Genitale zu aktualisieren, da die 3. Auflage aus dem Jahr 2004 mittlerweile in vielen Punkten von der wissenschaftlichen Entwicklung überholt wurde. Daher trafen sich vom 11. bis 13. März 2015 unter der Leitung der WHO bzw. der International Agency for Research and Cancer (IARC) 32 Experten zu einem WHO Consensus and Editorial Meeting, um die Neuauflage des sog. „Blue Books“ (Anmerkung: Die Bücher haben alle einen tintenblauen äußeren Umschlag und werden daher in Fachkreisen schlicht als „Blue Book-Serie“ bezeichnet) für 2016 vorzubereiten. Als einziger Experte aus Deutschland nahm auch UKB-Professor Glen Kristiansen an der Konferenz teil, sein Arbeitsgebiet war das Prostatakarzinom. In den drei Konferenztagen wurde das derzeitige Weltwissen zur Aktualisierung der Klassifikation von Harnblasentumoren, Nierentumoren, Prostata-, Hoden- und Penistumoren zusammengetragen und intensiv diskutiert. Abschließend wurden in multiplen Konsensentscheidungen Diagnoseempfehlungen formuliert.

Ursprung des Textes und Bildes: Inranet des Universitätsklinikums Bonn

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Glen Kristiansen
Direktor des Instituts für Pathologie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228 - 287 - 15375
E-Mail: glen.kristiansen(at)ukb.uni-bonn.de